Dienstag, 27. Januar 2026

Unklarheiten beim Verkauf des "Schwanzerhauses"


Mittlerweile dürfte wohl in jedem Haushalt der „Newsflash“ der Gemeinde bzgl. des Verkaufs des Schwanzerhauses (Ortsstraße 2) eingelangt sein.

Und möglicherweise ist auch Ihnen das ziemlich kleine Zeitfenster aufgefallen, das zwischen Zettelverteilung (aka* „öffentliche Ausschreibung“), Besichtigungstermin (aka „60-Minuten-an-einem-Arbeitstag-um-13-Uhr“) und Angebotsabgabe liegt.

Interessant ist auch, dass als Grund für die Veräußerung „… das Interesse seitens der Bürger…“ angeführt wird, obwohl es – laut Aussage des Bürgermeisters – ursprünglich lediglich EINEN Interessenten gegeben haben soll, der die Liegenschaft ja auch schon längst besichtigt hat…

Die äußerst kurzfristige Bekanntgabe des Verkaufs dürfte es anderen Biedermannsdorfer:innen wohl eher schwer machen, ein entsprechendes Nutzungskonzept auszuarbeiten und fristgerecht einzureichen.

Und darf ein solches Nutzungskonzept eigentlich auch lediglich den Wunsch nach einem Eigenheim beinhalten? Unklar.

Des Weiteren stellt sich für uns die Frage, wer am Ende entscheidet, welches Nutzungskonzept denn nun das beste sein soll – wird es ein unabhängiges Gremium geben, das die, im Sinne der Fairness und Chancengleichheit, hoffentlich anonymisierten Angebote bearbeitet und am Ende entscheidet?

Oder werden ÖVP und SPÖ als momentan stimmenstärkste Parteien bei einer Abstimmung im Gemeinderat einfach alle anderen überstimmen, wie sie es auch schon beim Beschluss zum Verkauf getan haben…?

Werden die Biedermannsdorfer:innen, ganz im Sinne der Transparenz, erfahren, welche Nutzungskonzepte vorgelegt wurden und wieso die Wahl schließlich auf das ein oder andere fiel? 

Und wird am Ende tatsächlich das beste Nutzungskonzept oder doch der Höchstbietende den Zuschlag für den Kauf bekommen…?

Wieder einmal Fragen über Fragen, die wir auf offiziellem Wege leider nicht vorab klären können - denn die nächste Gemeinderatssitzung ist erst für März anberaumt.

Dranbleiben werden wir trotzdem. Für Sie und UNSER Biedermannsdorf.


*also known as = "auch bekannt als"

Mittwoch, 21. Januar 2026

Freund oder Feind?


Unsere Gemeinde wurde vor einiger Zeit als „Igelfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet. 

So weit, so scheinheilig. 

Denn was sich in unserer Gemeinde alle Jahre wieder im Herbst und Winter abspielt, hat leider nicht sonderlich viel mit „Igelfreundlichkeit“ zu tun.

Da werden perfekt geeignete Überwinterungsplätze leergefegt - oder viel mehr GEBLASEN. Da werden im Laub versteckte Igelmütter quasi zerHÄCKSELT und ihre Igelkinder als Waisen hilflos zurückgelassen. Und zur Krönung werden nun auch noch mitten im Jänner, wo sich die Tiere bereits im tiefsten Winterschlaf befinden, urplötzlich die Hecken gestürmt und das Laub entfernt! (beobachtet am Parkplatz Schönbrunnerallee)

Dabei brauchen nicht nur Igel diese Überwinterungsmöglichkeiten so dringend zum Überleben – auch Kröten, Frösche und unzählige Insekten wie Schmetterlinge, Marienkäfer, Hummeln uvm. verbringen den Winter in, an oder unter gefallenem Laub, unter Reisig, in alten Stauden und Hecken. Nicht nur die nächste Insektengeneration geht so verloren – auch die Tiere, die von den Insekten leben, finden nichts zu fressen mehr.

Über die Ansehnlichkeit der Laubreste mag man streiten können, jedoch keinesfalls über den Nutzen für unsere Tier- und Pflanzenwelt. So sind braune Pflanzenreste aus dem Vorjahr beispielsweise das perfekte Ablenkfutter für Schnecken, die sich sonst im Frühjahr an den frischen Pflanzen sattfressen würden.

Es braucht hier endlich einen geregelten Ablauf für die Durchführung diverser „Pflegearbeiten“ auf Gemeindegrund. Mit festgelegten Ruhezeiten, in denen weder Laub oder alte Stauden entfernt noch Hecken oder Bäume geschnitten werden dürfen.

An einem solchen Plan arbeiten wir bereits und werden ihn bei nächster Gelegenheit im Gemeinderat vorstellen. 

Für unsere Tierwelt. Für Sie. Für unser Biedermannsdorf.

Dienstag, 20. Januar 2026

Fragen über Fragen


In der letzten Gemeinderatssitzung wurde über den Verkauf der Liegenschaft Ortsstraße 2 diskutiert. Wobei, eine richtige Diskussion kam eigentlich nicht zustande, da ÖVP und SPÖ sich allem Anschein nach bereits darauf geeinigt hatten, zu verkaufen.

Das Überraschende dabei: die Liegenschaft soll nicht aus Budgetgründen und somit möglichst gewinnbringend verkauft werden, sondern eher: einfach so. Zum Ankaufspreis von 2021*. Und laut Aussage unseres Herrn Bürgermeisters wurde das Objekt auch schon von einem Interessenten besichtigt.

Die Tatsache, dass besagter Grund direkt an ein Gemeindegrundstück grenzt und somit von enormem Wert für die zukünftige Ortsgestaltung wäre, scheint nicht zu interessieren – und dass solche Grundstücke nicht einfach so vom Himmel fallen, wohl auch nicht.

Denn anders lässt es sich kaum erklären, dass der Gegenantrag, diesen Plan zunächst im Bauausschuss begutachten bzw. den Wert des Grundstücks vorab schätzen zu lassen, von ÖVP und SPÖ sofort kommentarlos abgelehnt wurde.

Stattdessen wurde direkt im Anschluss der Beschluss zum Verkauf durchgewunken – ohne Zustimmung unsererseits. Wir bleiben ratlos zurück und fragen uns: Wieso?

WIESO soll das Grundstück, dessen Kauf ein – vermutlich EINMALIGER – Glücksfall für unsere Gemeinde war, jetzt so plötzlich wieder verkauft werden?

WIESO soll es keine Wertanpassung geben?

WIESO wird dieses Vorhaben nicht im Bauausschuss behandelt?

Und WIESO erkennen ÖVP/SPÖ nicht, was für ein Potenzial sie hier „verschenken“ wollen?

 

Wir sind gespannt und bleiben dran.

*Die Liegenschaft wurde Ende 2021 von der Gemeinde gakauft – GR Beschluss über den Ankauf in der a.o. GR Sitzung 18.11.2021