Mittwoch, 21. Januar 2026

Freund oder Feind?


Unsere Gemeinde wurde vor einiger Zeit als „Igelfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet. 

So weit, so scheinheilig. 

Denn was sich in unserer Gemeinde alle Jahre wieder im Herbst und Winter abspielt, hat leider nicht sonderlich viel mit „Igelfreundlichkeit“ zu tun.

Da werden perfekt geeignete Überwinterungsplätze leergefegt - oder viel mehr GEBLASEN. Da werden im Laub versteckte Igelmütter quasi zerHÄCKSELT und ihre Igelkinder als Waisen hilflos zurückgelassen. Und zur Krönung werden nun auch noch mitten im Jänner, wo sich die Tiere bereits im tiefsten Winterschlaf befinden, urplötzlich die Hecken gestürmt und das Laub entfernt! (beobachtet am Parkplatz Schönbrunnerallee)

Dabei brauchen nicht nur Igel diese Überwinterungsmöglichkeiten so dringend zum Überleben – auch Kröten, Frösche und unzählige Insekten wie Schmetterlinge, Marienkäfer, Hummeln uvm. verbringen den Winter in, an oder unter gefallenem Laub, unter Reisig, in alten Stauden und Hecken. Nicht nur die nächste Insektengeneration geht so verloren – auch die Tiere, die von den Insekten leben, finden nichts zu fressen mehr.

Über die Ansehnlichkeit der Laubreste mag man streiten können, jedoch keinesfalls über den Nutzen für unsere Tier- und Pflanzenwelt. So sind braune Pflanzenreste aus dem Vorjahr beispielsweise das perfekte Ablenkfutter für Schnecken, die sich sonst im Frühjahr an den frischen Pflanzen sattfressen würden.

Es braucht hier endlich einen geregelten Ablauf für die Durchführung diverser „Pflegearbeiten“ auf Gemeindegrund. Mit festgelegten Ruhezeiten, in denen weder Laub oder alte Stauden entfernt noch Hecken oder Bäume geschnitten werden dürfen.

An einem solchen Plan arbeiten wir bereits und werden ihn bei nächster Gelegenheit im Gemeinderat vorstellen. 

Für unsere Tierwelt. Für Sie. Für unser Biedermannsdorf.

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