Unsere Gemeinde wurde vor einiger Zeit als „Igelfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet.
So weit, so scheinheilig.
Denn was sich in unserer
Gemeinde alle Jahre wieder im Herbst und Winter abspielt, hat leider nicht sonderlich
viel mit „Igelfreundlichkeit“ zu tun.
Da werden perfekt geeignete Überwinterungsplätze leergefegt -
oder viel mehr GEBLASEN. Da werden im Laub versteckte Igelmütter quasi zerHÄCKSELT
und ihre Igelkinder als Waisen hilflos zurückgelassen. Und zur Krönung werden
nun auch noch mitten im Jänner, wo sich die Tiere bereits im tiefsten
Winterschlaf befinden, urplötzlich die Hecken gestürmt und das Laub entfernt! (beobachtet
am Parkplatz Schönbrunnerallee)
Dabei brauchen nicht nur Igel diese
Überwinterungsmöglichkeiten so dringend zum Überleben – auch Kröten, Frösche
und unzählige Insekten wie Schmetterlinge, Marienkäfer, Hummeln uvm. verbringen
den Winter in, an oder unter gefallenem Laub, unter Reisig, in alten Stauden
und Hecken. Nicht nur die nächste Insektengeneration geht so verloren – auch die
Tiere, die von den Insekten leben, finden nichts zu fressen mehr.
Über die Ansehnlichkeit der Laubreste mag man streiten
können, jedoch keinesfalls über den Nutzen für unsere Tier- und Pflanzenwelt. So
sind braune Pflanzenreste aus dem Vorjahr beispielsweise das perfekte
Ablenkfutter für Schnecken, die sich sonst im Frühjahr an den frischen Pflanzen
sattfressen würden.
Es braucht hier endlich einen geregelten Ablauf für die
Durchführung diverser „Pflegearbeiten“ auf Gemeindegrund. Mit festgelegten
Ruhezeiten, in denen weder Laub oder alte Stauden entfernt noch Hecken oder
Bäume geschnitten werden dürfen.
An einem solchen Plan arbeiten wir bereits und werden ihn bei nächster Gelegenheit im Gemeinderat vorstellen.
Für unsere Tierwelt.
Für Sie. Für unser Biedermannsdorf.

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