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Mittwoch, 11. März 2026

Wohnungsvergabe in Biedermannsdorf – eine (un-)faire Sache?

Und eine leidige Sache, die sich wie ein Kaugummi am heißen Asphalt dahinzieht.

Wir Grünen drängen seit vielen Jahren, die Richtlinien, nach denen die Gemeinde leistbare Wohnungen vergibt, endlich zu überarbeiten und die Vergabe dieser Wohnungen transparent und damit hoffentlich fairer zu gestalten.

Erstmals haben wir vor über 8 Jahren Anträge dazu eingebracht, dass faire und vor allem transparente Richtlinien für die Vergabe erarbeitet werden sollen. Lange wurden diese Anträge abgelehnt. Vor 6 Jahren wurde dann ein Antrag zumindest angenommen. Die Erarbeitung neuer Richtlinien für einen kleinen Teil der Wohnungen dauerte dann aber immer noch 5 (!!) Jahre. Auf die Richtlinien für den Großteil der Wohnungen warten wir noch immer.

Aber von vorne:

Dienstag, 3. Februar 2026

Das Schwanzerhaus - wir waren drin!


Am vergangenen Freitag fand die Besichtigung des Schwanzerhauses in der Ortsstraße 2 statt. Auch wir waren selbstverständlich vor Ort, um uns ein noch besseres Bild von der Liegenschaft – vor allem in Bezug auf Größe und Zustand - zu machen.

Dienstag, 27. Januar 2026

Unklarheiten beim Verkauf des "Schwanzerhauses"


Mittlerweile dürfte wohl in jedem Haushalt der „Newsflash“ der Gemeinde bzgl. des Verkaufs des Schwanzerhauses (Ortsstraße 2) eingelangt sein.

Und möglicherweise ist auch Ihnen das ziemlich kleine Zeitfenster aufgefallen, das zwischen Zettelverteilung (aka* „öffentliche Ausschreibung“), Besichtigungstermin (aka „60-Minuten-an-einem-Arbeitstag-um-13-Uhr“) und Angebotsabgabe liegt.

Interessant ist auch, dass als Grund für die Veräußerung „… das Interesse seitens der Bürger…“ angeführt wird, obwohl es – laut Aussage des Bürgermeisters – ursprünglich lediglich EINEN Interessenten gegeben haben soll, der die Liegenschaft ja auch schon längst besichtigt hat…

Die äußerst kurzfristige Bekanntgabe des Verkaufs dürfte es anderen Biedermannsdorfer:innen wohl eher schwer machen, ein entsprechendes Nutzungskonzept auszuarbeiten und fristgerecht einzureichen.

Und darf ein solches Nutzungskonzept eigentlich auch lediglich den Wunsch nach einem Eigenheim beinhalten? Unklar.

Des Weiteren stellt sich für uns die Frage, wer am Ende entscheidet, welches Nutzungskonzept denn nun das beste sein soll – wird es ein unabhängiges Gremium geben, das die, im Sinne der Fairness und Chancengleichheit, hoffentlich anonymisierten Angebote bearbeitet und am Ende entscheidet?

Oder werden ÖVP und SPÖ als momentan stimmenstärkste Parteien bei einer Abstimmung im Gemeinderat einfach alle anderen überstimmen, wie sie es auch schon beim Beschluss zum Verkauf getan haben…?

Werden die Biedermannsdorfer:innen, ganz im Sinne der Transparenz, erfahren, welche Nutzungskonzepte vorgelegt wurden und wieso die Wahl schließlich auf das ein oder andere fiel? 

Und wird am Ende tatsächlich das beste Nutzungskonzept oder doch der Höchstbietende den Zuschlag für den Kauf bekommen…?

Wieder einmal Fragen über Fragen, die wir auf offiziellem Wege leider nicht vorab klären können - denn die nächste Gemeinderatssitzung ist erst für März anberaumt.

Dranbleiben werden wir trotzdem. Für Sie und UNSER Biedermannsdorf.


*also known as = "auch bekannt als"

Samstag, 16. November 2024

Kosten senken für Wohnen und Mobilität

Wohnungen sind teuer. In Mehrfamilienwohnhäusern stellt die Errichtung der vorgeschriebenen PKW- Abstellplätze einen spürbaren Kostenfaktor dar, der im Fall von Tiefgaragen 10 bis 15 Prozent der gesamten Baukosten betragen kann. Denn immerhin kostet ein Tiefgaragenstellplatz zwischen 15.000 und 25.000 Euro, und diese Kosten werden natürlich an die Käufer oder Mieter der Wohnungen weitergegeben.

Durch die Bereitstellung von Car- und Bikesharing- Angeboten kann es im Wohnbau gelingen, den Pkw-Bedarf sowie die damit einhergehenden Stellplatz-Errichtungskosten zu reduzieren. Ein professionell betriebenes Carsharing-Fahrzeug kostet ab 800 Euro pro Monat, die sich durch den dadurch eingesparten Tiefgaragen-Stellplatz für rund zwei Jahre finanzieren ließen. Nach dieser Anschubfinanzierung kann sich das Sharingangebot meist selbst tragen. Zudem können im frei finanzierten Wohnbau Sharing-Angebote als gemeinsame Anlage definiert und somit als Betriebskosten abgerechnet werden.

Car-Sharing, dadurch reduzierte Stellplatzanzahl und eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr können nicht nur die Kosten des Wohnens, sondern auch für die Mobilität senken, denn: Für jeden Haushalt, der sich durch das Sharing-Angebot oder den (teilweisen) Umstieg auf Öffis oder Fahrrad ein (Zweit-) Auto erspart, fallen dessen laufende Kosten weg. Und das sind, Wertverlust, Versicherungen, Verschleißteile wie Reifen usw. alles eingerechnet, ziemlich sicher monatlich mehr als 400 Euro. Falls Sie das nicht glauben, spielen Sie mal mit diesem Kostenrechner und ihren eigenen Daten.

Wie sehr ein attraktiverer öffentlicher Verkehr die Wahl des Verkehrsmittels beeinflusst, wird aus Bild 1 ersichtlich. Wird die Entfernung vom Haustor bis zur nächsten Öffi- Haltestelle von 15 auf 5 Minuten Fußmarsch verkleinert, reduziert sich im Österreich- Durchschnitt an Werktagen der PKW-Gebrauch von 79 auf 54 Prozent. Wie stark sich Mobilitätskosten im Wohnbau reduzieren lassen, wird anhand eines Beispiels aus Feldkirchen bei Graz ersichtlich (Bild 2). Nähere Details und Beispiele für moderne, kostensparende Mobilitätslösungen finden Sie in diesem Factsheet. Ein besonders interessantes Beispiel eine Mobilitätspakets daraus gleich hier:

"Auf einem ehemaligen Produktionsgelände im Zentrum von Traun entstanden 170 neue Wohnungen. Vorgegeben waren 340 Pkw-Stellplätze, die durch Vorlage eines Mobilitätskonzepts um 85 reduziert werden konnten. Seit Bezug der Wohnanlage im Jahr 2023 gibt es nun zwei E-Carsharing-Fahrzeuge, acht Sharing-Fahrräder inklusive Elektro- und Transportfahrrädern, zusätzliche Fahrrad-Stellplätze, eine Fahrradwerkstatt, eine Paketstation sowie eine Ansprechperson für Mobilitätsmanagement direkt im Quartier. Zum Ausprobieren gibt es gratis Fahrtguthaben für Neuanmeldungen. Vorbildlich ist neben dem Mobilitätskonzept die Finanzierung. Das Angebot wird als Teil der Betriebskosten von der Eigentumsgemeinschaft getragen, die Fahrterlöse fließen zurück an die Hausverwaltung."

Montag, 8. Juli 2024

Leistbares Wohnen oder Investorenparadies?

3200 Hauptwohnsitze und nur 26 Gemeindewohnungen haben wir in Biedermannsdorf. Zum Vergleich: Wiener Neudorf hat 9.500 Einwohner:innen und über 400 Gemeindewohnungen.

SPÖ und ÖVP sind Ideenlos und unwillig

Es mangelt nicht an Mitteln und Möglichkeiten der Gemeinde. Wir erkennen nicht nur die Ideenlosigkeit in der Koalition ÖVP & SPÖ, sondern auch den Unwillen, sich unserer Vorschläge anzunehmen. Das einzige, was die Koalitionsparteien zustandegebracht haben, war eine Bausperre auf zwei Jahre hinauszuzögern. Diese zwei Jahre sind bald abgelaufen. Ob das Ergebnis der neuen Bebauungsbestimmungen im Sinne des Ortsbildes und des dörflichen Charakters sein wird, bezweifeln wir noch.

Luxuswohnungen
Investoren freut es

Jedenfalls stehen Investoren bereits in den Startlöchern, um viel Geld mit Wohnbau in Biedermannsdorf zu verdienen. Ortsansässige Familien werden hier aufgrund der astronomischen Preise weiterhin den Kürzeren ziehen. Herziehen wird, wer es sich leisten kann.


Koalition blockiert faire und transparente Wohnungsvergabe

Aber auch abseits der Schockstarre aufgrund der Investorentätigkeit blockiert die Koalition eine faire und transparente Vergabe der bestehenden Wohnungen.


Seit fast fünf Jahren verzögert und verhindert die SPÖ den Beschluss neuer Vergaberichtlinien. Die aktuelle Fassung ist mittlerweile etwa 20 Jahre alt. Immerhin haben wir es in dieser Legislaturperiode geschafft, die Einkommensgrenzen anzupassen. Denn sonst hätte kein/e einzige Bewerber:in eine Wohnung erhalten können