Am vergangenen Freitag fand die Besichtigung des Schwanzerhauses in der Ortsstraße 2 statt. Auch wir waren selbstverständlich vor Ort, um uns ein noch besseres Bild von der Liegenschaft – vor allem in Bezug auf Größe und Zustand - zu machen.
Tatsächlich wirkt die Liegenschaft von außen deutlich
kleiner, als sie eigentlich ist. Da würden sich schon einige erschwingliche
Wohneinheiten für junge Biedermannsdorfer:innen ausgehen. Mit gemütlichem
Innenhof und eigenem Brunnen im wilden Garten ließe es sich hier definitiv gut
leben…
Der urige Dachboden ist sehr großzügig und voller alter
„Schätze“, was von mehreren Interessent:innen bemerkt wurde. Von uns auf die
alten Einzelstücke und die Idee eines „Flohmarkts“ angesprochen reagierte der
Bürgermeister zunächst ablehnend; nachdem sich jedoch mehrere
Biedermannsdorfer:innen diesbezüglich an ihn wandten, ließ er sich immerhin zu
einem „…vielleicht…“ hinreißen.
Auch das obligatorische „Nutzungskonzept“ brachten wir nochmals zur Sprache, und siehe da: auch „Wohnraum“ zählt als Nutzungskonzept. Laut Bürgermeister wäre die ganze Idee eines Nutzungskonzepts nur deshalb aufgekommen, weil der erste Kaufinteressent vorhätte, hier ein sehr exklusives Gastronomieprojekt umzusetzen.
Ein solches Angebot – verfügbar nur auf Anfrage und in einer Preisklasse, die für den Großteil der Menschen in unserem Ort kaum leistbar wäre – mag für einzelne Gäste attraktiv sein.
Doch welchen zentralen Nutzen hätte ein derart spezialisiertes Angebot für die breite Bevölkerung in Biedermannsdorf?
Und warum sollte die Gemeinde eine ihrer Liegenschaften dafür
verkaufen, anstatt auf ein Projekt zu setzen, das einen klaren Mehrwert für
viele Menschen schafft?
Der Bürgermeister zeigte sich von der Idee eines exklusiven Restaurants
besonders angetan; er „wäre stolz“, so etwas im Ort zu haben. Auf die Rückfrage,
dass ein solches Angebot für den/die durchschnittlichen Einwohner:in kaum
erschwinglich wäre, meinte er nur, dass ihm das eh bewusst sei. Trotzdem wär´s „eine
SUPER Sache“.
Nun ja…
Vor Ort trafen wir jedenfalls auf einige Biedermannsdorfer:innen,
die das Grundstück zum Teil aus schlichter Neugier aber auch aus echtem
Kaufinteresse heraus besichtigten. Wir sind gespannt, wie viele Konzepte
ausgearbeitet werden und welches von ihnen am Ende das Rennen machen wird – der
Bürgermeister scheint bereits einen klaren Favoriten zu haben.
Der Zustand der Bausubstanz ist übrigens – unserer laienhaften Einschätzung nach – katastrophal, was sich wohl vor allem auf Feuchtigkeitsprobleme und das Alter des Gemäuers zurückführen lässt.
Die von
der Gemeinde auferlegte Bedingung der „Erhaltung der Grundmauern“ können wir
daher aus optischen und nostalgischen Gründen zwar durchaus nachvollziehen, im
Sinne der Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit erscheint uns die Erhaltung
des alten Gemäuers allerdings nicht sinnvoll. Und auch ein Neubau könnte sich
ja an der Optik des alten Gemäuers orientieren.









