Freitag, 2. Oktober 2026

Sparpotenzial beim Frauenschutz?


Gerade in einer Zeit, in der kaum eine Woche ohne Meldungen über Gewaltverbrechen an Frauen vergeht, sparen ÖVP und SPÖ beim Frauenhaus Mödling und lehnen eine ausreichende Förderung ab.

Gewalt gegen Frauen, wie wir als Gesellschaft damit umgehen und vor allem was wir dagegen tun können und müssen - diese Themen sind zusehends Teil der öffentlichen Diskussion. Und das ist gut so.

Gewalt an Frauen ist keine Privatsache, sondern ein strukturelles, ein gesellschaftliches Problem, das uns alle angeht.

Hilfe muss leicht erreichbar sein

Frauen, die Gewalt erleben, brauchen Anlaufstellen, die schnell, unkompliziert und möglichst niederschwellig erreichbar sind – für sich selbst und oft auch für ihre Kinder.

Deshalb ist es so wichtig, dass Hilfsangebote bekannt sind. So ist beispielsweise die Frauen-Helpline unter 0800 222 555 rund um die Uhr kostenlos, anonym und vertraulich erreichbar. Bei Bedarf vermittelt sie Betroffene an regionale Frauenschutzeinrichtungen weiter - Frauenhäuser sind ein wesentlicher Teil dieses Sicherheitsnetzes.

Und genau deshalb hat uns die Diskussion und die anschließende Abstimmung in der letzten Gemeinderatssitzung besonders geärgert.

Sind 1.250 Euro zu viel?

Das Frauenhaus Mödling hat heuer um eine Förderung von 0,40 Euro pro Einwohner:in angesucht. Das wären für Biedermannsdorf rund 1.250 Euro.

Zum Vergleich: 2024 hat die Gemeinde das Frauenhaus mit 825 Euro gefördert, 2025 waren es 627,40 Euro beziehungsweise 0,20 Euro pro Einwohner:in.

Heuer wollten ÖVP und SPÖ die beantragte Erhöhung nicht mittragen - beschlossen wurde nur rund die Hälfte.

Es geht also um einen zusätzlichen Betrag von ungefähr 625 Euro.

Als Begründung wurde unter anderem angeführt, dass der Fördertopf der Gemeinde bereits weitgehend ausgeschöpft sei. Unserer Gemeinde wäre es außerdem „…nicht möglich, Kürzungen des Landes in diesem Bereich finanziell abzufangen…“

Was im Klartext wohl heißen soll, dass es sich bei der Fördersumme ohnehin nur um einen sogenannten „Tropfen auf den heißen Stein“ handeln würde…

In Anbetracht der aktuellen Lage - man denke nur an den kürzlich bekannt gewordenen Fall aus Oberösterreich oder die "Cornell Seven" in den U.S.A. - mag das wohl zutreffen. 

Und dennoch bedeutet ein angemessener Förderbeitrag mehr, als nur finanzielle Unterstützung. Er ist vielmehr ein Zeichen. Ein Bekenntnis. Eine Anerkennung der gesellschaftlichen Problematik und eine unglaublich wichtige Botschaft: Wir sehen das Problem. Wir wollen helfen. WIR SIND DA.

Ein Fördertopf ist keine Naturkonstante

Natürlich ist auch das Gemeindebudget nicht unbegrenzt. Aber wie hoch einzelne Budgetposten sind, ist eine politische Entscheidung.

Der Fördertopf wird seit Jahren mit 40.000,- budgetiert, obwohl ebenfalls seit Jahren klar ist, dass die Förderansuchen diesen Betrag für gewöhnlich übersteigen.

Wir haben deshalb wiederholt vorgeschlagen, den Betrag zu erhöhen. Denn bei den Ansuchen der vergangenen Jahre handelte es sich größtenteils um gesellschaftlich sinnvolle und unterstützenswerte Projekte und Einrichtungen.

ÖVP und SPÖ haben unseren Vorschlag bisher mit dem Argument abgelehnt, dass der Fördertopf bei Bedarf ohnehin erhöht werden könne.

Sie erkennen die Krux?

Lassen Sie uns noch die Größenordnung veranschaulichen: 

Biedermannsdorf ist eine finanzstarke Gemeinde. Das Gemeindebudget bewegt sich lt. Voranschlag 2026 in einer Größenordnung von rund 15,5 Millionen Euro. 2024 gab es einen Überschuss von rund 1,2 Millionen.

Vor diesem Hintergrund ist es für uns schwer nachvollziehbar, ausgerechnet beim Frauenhaus wegen zusätzlicher 625,- Euro zu sparen.

Und deshalb werden wir auch weiterhin dafür eintreten, dass Einrichtungen wie das Frauenhaus Mödling von unserer Gemeinde angemessen unterstützt werden.

Frauen-Helpline gegen Gewalt: 0800 222 555 – kostenlos, anonym, vertraulich und rund um die Uhr erreichbar.

Sanierung der Volksschule - eine Schule für die Zukunft


Es ist erfreulich, dass das Projekt Sanierung und Erweiterung unserer Volksschule langsam Form annimmt. Die Komission, die für die Vergabe des Planungs- und Ausführungsauftrags verantwortlich ist, hat am 30. September die eingereichten Projektentwürfe beurteilt und gereiht. Wenn alles nach Plan läuft, kann der Gemeinderat Ende des Jahres den Planungsauftrag beschließen. Geplante Fertigstellung der Schule ist 2028.

Wer mehr zum Ablauf des Verfahrens wissen möchte, findet in der aktuellen Gemeindezeitung auf Seite 6 eine ausführliche Zusammenfassung von Baureferent GR Wolfgang Steindl zu den bisherigen und den nächsten Schritten.

Für uns war unabhängig vom konkreten Ergebnis vor allem entscheidend: Welche Kriterien muss das ausgewählte Projekt erfüllen, damit am Ende eine wirklich zukunftsfitte Schule dabei rauskommt?
Eine Schule für die nächsten Jahrzehnte.

Wir müssen heute schon berücksichtigen, unter welchen Bedingungen Kinder und Pädagoginnen und Pädagogen künftig wahrscheinlich lernen und arbeiten werden.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Klimafitter Grünraum – Anspruch und Wirklichkeit


Einigermaßen überrascht war ich ehrlich gesagt über einen Absatz im Beitrag von Vizebürgermeister Spazierer in der aktuellen Gemeindezeitung. Er schreibt vom Ziel eines „ökologisch nachhaltigen und klimafitten öffentlichen Grünraums“, von neuen Bäumen und Sträuchern und von weiteren Trinkbrunnen.

Immer wieder haben wir in den letzten 10 Jahren angeregt, den Grünraum nachhaltiger zu pflegen und Trinkbrunnen stehen fast ebenso lange auf unserer Forderungsliste. Nur bisher hatte sich Vizebürgermeister Spazierer nie als großer Unterstützer dieser Anliegen hervorgetan. Aber man kann ja klüger werden.

Was ist überhaupt ein nachhaltiger und klimafitter öffentlicher Grünraum? Dazu haben wir einiges zu sagen.

Der aktuelle Infobrief ist online

Gemeindevision ohne Jugend? Die Zukunft Biedermannsdorfs


Die Gemeinde erarbeitet derzeit gemeinsam mit der Bevölkerung eine Gemeindevision für Biedermannsdorf. Äußerst kompetent begleitet werden wir dabei von der NÖ Dorf- und Stadterneuerung und deren beiden Betreuer:innen, Fr. Brandstetter und Hrn. Grill.

Ausgangspunkt war zu Beginn die Frage nach der zukünftigen Nutzung des Rohrhofs. Inzwischen geht es um mehr, nämlich um die gesamte Gemeinde. Und für uns ist eine Frage wesentlich: Wer wird am längsten mit den Entscheidungen leben, die wir mit der Gemeindevision festlegen? Unsere Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Donnerstag, 17. September 2026

Bericht vom Bürgermeisterabend vom 17. September 2026

 

Bitte entschuldigen Sie die schlechte Qualität. Bilder machen ist nicht so meins...

 Irgendwann in seiner Amtszeit hat BGM Wimmer den Tagesordnungspunkt "Bericht des Bürgermeisters" in den Gemeinderatssitzungen abgeschafft. Stattdessen gibt es jetzt immer am Folgeabend den "Bürgermeisterabend". Wohl publikumswirksamer.


Heute habe ich es zum ersten mal dort hin geschafft.

In der Aula hatten sich ca 25 Zuhörende eingefunden. Die anwesenden Gemeinderäte haben den Altersschnitt deutlich nach unten gedrückt.

Der folgende Text gibt im Regelfall das Gesagte des BGM wieder und nicht notwendigerweise die Meinung des Autors. Kommentare und Anmerkungen werden als solche klar erkennbar verfasst.

Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 16. September 2026

     

Renaissance Couples von Thomas Stuart Smith (© wikimedia)

Wurde seit der initialen Veröffentlichung um am 17.9.2025 um 3:02 mehrmals editiert: primär Rechtschreibkorrekturen und Umformolierungen.  Inhaltliche Updates werden im jeweiligen Abschnitt als solche erkennbar ausgeführt.

 So. Das war mal wieder eine Gemeinderatssitzung. Nicht zwingend die spektakulärste.

Aber zuerst erlauben Sie mir einen Gedanken mit Ihnen zu teilen der mich diesen Sommer am Badeteich ins Narrenkasterl schauend ereilte:

Es gibt keine unbefangene kommunale Politikberichterstattung.