Nein, wir müssen nicht auf Fleisch und den Urlaubsflug verzichten, nicht im Winter bei 15 Grad mit zwei Pullovern im Zimmer frieren, nur drei Minuten lauwarm duschen oder sonst auf den gewohnten Komfort verzichten, um das Klima zu retten. Das reden uns nur die ein, die am Status quo verdienen oder an der Macht bleiben wollen; diejenigen, die Angst vor jeder Veränderung haben oder sich Angst machen lassen; die, die aus Bequemlichkeit oder Denkfaulheit nicht weiter als bis zur eigenen Nasenspitze sehen oder sehen wollen.
Das Klima braucht nicht gerettet zu werden, dem ist es egal, wie ungemütlich es für uns auf der Erde wird. Wir müssen die Lebensgrundlagen unserer Enkel retten und den Klimakollaps möglichst abmildern. Und das geht, ohne dass wir unseren Verbrauch an Nutzenergie verringern müssen!
Es geht nicht ums Energiesparen, es geht um die Energiewende! Wenn wir Öl, Gas oder Kohle als Energiequelle verwenden, geht mehr als die Hälfte, oft auch drei Viertel der enthaltenen Energie verloren, nur der kleine Rest ist dann die Energie, die wir nutzen, für unseren Komfort und Wohlstand verwenden.
Daher müssen wir das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas gegen Null bringen. Wir müssen alle benötigte Energie aus nachhaltigen, umweltverträglichen Energiequellen decken: Aus Sonnenlicht, Wind, Wasserkraft, den Gezeiten und Erdwärme. Ist daraus einmal elektrische Energie erzeugt, kann sie mit ungleich besserem Wirkungsgrad, als das mit fossilen Energieträgern möglich ist, zu fast hundert Prozent von uns genutzt werden. Und gleichzeitig bremst das den Klimawandel, weil kaum mehr CO2 frei wird. Das müssen wir hinbekommen, und zwar möglichst schnell, besser heute als morgen. Denn das Zeitfenster, das uns für den Umstieg bleibt, schließt sich. Und natürlich geht es auch darum, unseren Verbrauch an Rohstoffen und natürlichen Ressourcen zu verringern.
Ja, das wird schwierig. Es wird uns Veränderungen abverlangen. In der Umstellungsphase werden wir auch auf einiges Liebgewonnene verzichten oder uns einschränken müssen. Aber es ist notwendig, die Not wendend. Und es ist möglich! Noch immer.
Aber wir dürfen es ewigen Verhinderern, Zauderern, sogenannten Interessenvertretern und mutlosen Politikern nicht erlauben, unseren Enkeln die Zukunft zu rauben. Wir dürfen es uns nicht erlauben, die Energiewende mit dem Hinweis auf Natur- und Artenschutz unzulässig zu behindern. Denn wenn das Klima mal gekippt ist, wird es auch keine Natur, keine Tier- und Pflanzenarten, wie wir sie heute bei uns kennen, zu schützen geben. Und wir dürfen uns nicht erlauben, aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit auf scheinbar einfache Lösungen reinzufallen.
Samstag, 24. September 2022
Es geht um die Energiewende!
Samstag, 17. September 2022
Strompreisrabatt Niederösterreich
Am 14. Juli präsentierten die NÖ-Grünen ein Stromkostenförderungsmodell, das vorsah, 80 Prozent des Jahresstrombedarfes zum „alten“ Preis zu garantieren. Das wurde von der VP-Mehrheit abgeschmettert. Ein paar Wochen später präsentierte die VP-Landesregierung aber einen nahezu identen Vorschlag und beschloss ihn auch gleich.
Dass die ÖVP Niederösterreich „vergisst“, auf die Urheberschaft hinzuweisen, ist schlechter Stil. Aber es ist mehr. Denn obwohl eine bundesweiten Strompreisbremse damals schon diskutiert und vor Doppelgleisigkeiten gewarnt wurde, wird der niederösterreichische Strompreisrabatt jetzt zusätzlich zur bundesweiten Unterstützung ausbezahlt. Weil in NÖ die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen dafür eine Rolle spielt – was an sich ja vernünftig ist - wird es dazu kommen, dass das Verbrauchen von Strom großteils kostenlos wird und teilweise noch bezahlt wird. In Zeiten, wo Strom knapp ist und Energie eingespart werden müsste, ist das nicht gerade intelligent.
Natürlich wird dieses Geld von vielen Menschen gebraucht, um die allgemeine Teuerung besser zu bewältigen. Und natürlich sind wir dafür, dass insbesondere Menschen mit geringem Einkommen dabei geholfen wird. Mit „Strompreisrabatt“ hat das jedoch nichts mehr zu tun. Aber die ÖVP Niederösterreich befürchtet angesichts verheerender Umfragewerte für die kommenden Landtagswahlen offenbar Schlimmes. Und so nennt sie sich jetzt „Niederösterreich Partei“ und versucht, durch das mit dem Füllhorn verteilte Steuergeld der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen. Was dadurch nicht besser wird, dass sie, wie auch die Bundes-ÖVP, seit Jahrzehnten etwa die Besteuerung hoher Erbschaften mit sinnbefreiten Argumenten ablehnt, obwohl die dafür vorgelegten Vorschläge 90 Prozent der Bevölkerung überhaupt nicht treffen würden.
Sonntag, 4. September 2022
Domino-Effekt
In unserer komplexen Welt hängen die Ursachen verschiedener Krisen voneinander ab. So führt ein Problem zum nächsten. Ein Beispiel gefällig?
In ganz China hat es für fast 70 Städte Hitzewarnungen mit erwarteten Temperaturen von über 40 Grad Celsius gegeben. In der chinesischen Provinz Sichuan mit etwa 84 Millionen Einwohnern ist die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Vergleichszeitraum der Vorjahre um 51 Prozent gesunken. Seit Wochen sengende Hitze, Fahrbahnen aufgeworfen wie Wellpappe, Wassermangel, Stromausfälle, extreme Dürre.
In vielen Teilen Chinas haben extreme Temperaturen, in anderen Landesteilen Regenfälle und Überschwemmungen zu Ernteausfällen geführt. Die anhaltende Hitze hat, wie bei uns, in Sichuan dazu geführt, dass der Pegelstand der Flüsse in Rekordgeschwindigkeit gesunken ist. Die Provinz mit 84 Millionen Einwohnern erzeugt ihren Strom überwiegend aus Wasserkraft. Durch den gesunkenen Pegel wird in den Wasserkraftwerken weniger Strom erzeugt, Sichuan ist vom Stromexporteur zum -importeur geworden. Die extreme Hitze hat andererseits zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Klimaanlagen in Büros und Haushalten geführt. Der stark gestiegene Stromverbrauch für Klimaanlagen hat damit das Energieversorgungsnetz weiter unter Druck gesetzt.
Deshalb hat Sichuan, ein Zentrum der Halbleiter-, Solar- und Lithiumindustrie, einen Produktionsstopp der meisten Fabriken für mindestens sechs Tage angeordnet. Das trifft auch viele internationale Großkonzerne wie Apple, große Chiphersteller wie Intel oder Texas Instruments und auch Foxconn, einen der größten Fertigungsbetriebe für elektronische Produkte weltweit. Lithium und seltenen Erden werden in Sichuan nicht nur abgebaut, sondern auch weiter verarbeitet. Etwa zu Photovoltaik-Paneelen, Magneten für Elektromotoren und Batterien zum Beispiel für Tesla. Auch das ist durch die Produktionsstopps betroffen. Insgesamt haben die extremen Auswirkungen des Klimawandels in China spürbare Folgen auf Produktionen und Preisentwicklungen, global und natürlich auch bei uns.
Weitere Details dazu hier.
Donnerstag, 1. September 2022
Ein Land ertrinkt – betrifft das uns?
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| Bild: DPA, Quelle: https://www.ipg-journal.de/regionen/asien/artikel/ein-land-ertrinkt-6160/ |
33 Millionen Menschen und 70% des Staatsgebiets betroffen.
Mehr als 1000 Tote.
10 Millionen Häuser zerstört.
Nach dem Verlust von Menschenleben, Wohnungen und Infrastruktur droht Pakistan nun auch die Beeinträchtigung der Ernährungssicherheit. Der Klimawandel führt dazu, dass mittel- bis langfristig weite Teile des Landes unbewohnbar sein werden, es drohen erzwungene Migration, Arbeitslosigkeit und Verlust der Lebensgrundlagen.
Der Klimawandel betrifft nicht nur Pakistan, sondern auch uns. Schon jetzt. Und in Zukunft noch viel stärker, wenn wir nicht schnellstens und massiv gegensteuern. Er ist eine Folge unseres globalen, auf grenzenlosem Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems. Wir müssen den Klimawandel radikal, an der Wurzel, bekämpfen. Dabei auf private Einsparungen zu setzen, bringt aber nicht viel. Nur staatliche und EU-weite politische Umsteuerung kann das schaffen. Die Rolle von uns Privaten ist es, dafür Druck aufzubauen, aber auch die Politik dazu zu ermutigen.
Mittwoch, 31. August 2022
Unser Wohlstand
Unsere bestehenden Vorstellungen von Wohlstand – vom Einfamilienhaus auf dem Land, vom Besitz eines Erst- und Zweitwagens und von billigen Flügen – werden sich verändern müssen. Weil diese Art des Wohlstands einfach zu ressourcenintensiv ist.
Wenn wir weiterhin am jetzigen Wohlstandsmodell festhalten, das uns billiges Fleisch, Benzin, Flüge und ein Eigenheim am Land verspricht, dann wird das durch den Klimaschutz unter Druck geraten. Und wir sollten die notwendigen großen Veränderungen nicht auf die Schultern der Einzelnen legen. Dafür, dass jeder Einzelne sagt, dass er sein Auto verkauft, weniger Fleisch isst oder weniger fliegt, braucht es die richtigen Bedingungen. Es ist die Aufgabe der Regierung, diese Umbauprozesse zu beschleunigen.
Freitag, 26. August 2022
Bremsen wir die Bremser!
Orkanböen, Unwetter, abgedeckte Häuser in Kärnten und der Steiermark.
Schmelzende Gletscher in Tirol.
Trinkwasser- Notversorgung in Vorarlberg.
Ausgetrocknete Seen und Tonnen toter Fische im Burgenland.
Ernteausfälle von 100 Millionen Euro.
30% weniger Stromproduktion wegen Wassermangel.
Und auch das ist Österreich:
Daniel Fellner, SPÖ-Landesrat in Kärnten „hasst Windräder“.
Josef Geisler, ÖVP-Landesrat in Tirol: „Windkraft in Tirol ist wirtschaftlich nicht sinnvoll.“
“Das Klimaschutzgesetz hat nicht die oberste Priorität”, sagt der ÖVP-Klimasprecher Johannes Schmuckenschlager gegenüber Ö1. Seit fast 600 Tagen wird das Gesetz nun schon ausgebremst.
In Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Kärnten stehen zusammen gerade mal zwei Windräder.
Die Emissionen sind um 4,8% gestiegen.
11,5 Hektar Boden werden täglich versiegelt.
Die Klimakatastophe passiert jetzt. In Österreich. Wann wachen die Verhinderer und Bremser in der Politik endlich auf? Wann wachen wir auf? Wann bremsen wir die Bremser?
Denn gelegentliche Einkäufe im Supermarkt, der seltene Verzicht aufs Auto, der Flug, der durch einen Klimaschutzbeitrag „klimaneutral“ werden soll: Das alles ist gut gemeint, bringt aber kaum etwas. Denn es sind zu wenige, die ihr Verhalten um zu wenig ändern. Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, dass ökologisches Verhalten belohnt und umweltschädliches Verhalten unattraktiv wird.
Montag, 27. Juni 2022
"Zeitnah" - Blackout-Vorsorge in Biedermannsdorf
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| Foto von Dids von Pexels |
Blackouts sind gerade nicht allgegenwärtig. Zum Glück.
Aber sie sind eine reale Gefahr auf die wir uns vorbereiten müssen. Als Staat, privat aber auch als Gemeinde.
Und wir haben das Gefühl, dass wir als Gemeinde nicht sehr gut vorbereitet sind. Es gibt vereinzelt Initiativen von Gemeindeorganen aber offenbar keine übergeordnete Strategie. Der Notfallplan ist im Grunde ein Telefonverzeichnis und damit bei einem Blackout innerhalb kürzester Zeit wertlos.
Seit Herbst 2021 stellen wir im Gemeinderat immer wieder die Anfrage an den Vorsitzenden des Sicherheitsausschusses eine Sitzung einzuberufen um uns diesem Thema strukturiert und produktiv widmen zu können. Bisher ohne Erfolg.
Bei der Gemeinderatssitzung am 31.3.2022 wurde auf die Frage nach einem Termin recht einsilbig mit "Zeitnah." geantwortet. Man sei noch auf der Suche nach einem Referenten.
Bei der Gemeinderatssitzung am 9.6.2022 habe ich darauf hingewiesen, dass "zeitnah" in meinen Augen schon lange vorbei ist. Und dass wir meiner Meinung nach keinen Referenten brauchen. Wir brauchen erst eine transparente Bestandsaufnahme.
Die Antwort fiel etwas gesprächiger aus. Ein baldiger Sitzungstermin wurde zugesichert.
Wir hoffen, dass das Versprechen auch eingehalten wird. Am besten noch vor der nächsten Gemeinderatssitzung im Herbst. Wenn uns übermorgen ein Blackout trifft wird "zeitnah" zu spät gewesen sein.






