Samstag, 8. Juni 2024

Link-Kisterl KW23


Wir wollen euch wöchtentlich eine Sammlung an Links zukommen lassen, die uns in den letzten 7 Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug.

Unsere einzige Regel: nur ein Satz Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

Wir versuchen redlich das Link-Kisterl immer Freitag Abend oder Samstag Vormittag zu veröffentlichen. Aber plant bitte nicht euer Wochenende danach ;)

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  • Der "Sonne und Stahl" Podcast hat sich in seiner dritten Staffel der Gentechnik gewidmet und vertritt dort eine Position die viele nicht als "klassisch Grün" ansehen würden aber mit der man sich auf jeden Fall auseinandersetzen sollte (zu dem Teham haben wir auch einen ausführlichen Beitrag verfasst)
    https://sonneundstahl.at/category/staffel-3/

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Die Belohnung danach

Sonntag, 2. Juni 2024

Link-Kisterl KW 22

Photo by Pixabay from Pexels

Wir wollen euch wöchtentlich eine Sammlung an Links zukommen lassen, die uns in den letzten 7 Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug.

Unsere einzige Regel: nur ein Satz Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

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Nur dieses mal: EU Wahlprogramme

Wahlprogramme sollten eine der Primärquellen sein nach denen wir unsere Wahlentscheidung fällen. Hört sich furchtbar an. Aber ist nicht so schlimm. Man muss sie nicht ganz lesen. Und nicht alle. Am besten 3 denkbare Parteien auswählen. Und 3 Themen, die man in der EU für wichtig erachtet. Dann kurz in den PDFs heraussuchen, was die Parteien selber dazu zu sagen haben. Schafft man in 15 Minuten . . . oder man bleibt länger hängen und schmökert ;)

Es folgen Links zu den EU-Wahlprogrammen aller in Österreich wahlwerbenden Parteien in alphabetischer Reihenfolge. Ausnahmslos direkte PDF Downloads (ich schicke Sie nicht auf die Partei-Homepage)

Belohnung zum Schluss


Samstag, 1. Juni 2024

Natura 2000 und ein Krankenhaus

 

Nicht nur die schwarze Koalitionsbremse pfeift auf den Schutz der Natur. Auch die SPÖ tut sich da schwer. Die sozialdemokratischen Landeshauptleute Michael Ludwig und Peter Kaiser sind bei der  EU-Renaturierungsverordnung zwar öffentlichkeitswirksam ausgeschert, vermeiden aber, den bisherigen Landeshauptleutekonsens dagegen rechtswirksam aufzukündigen.

Landeshauptmann Doskozil will gönnerhaft ein weiteres Krankenhaus für das Burgenland in Gols bauen. Eigentlich nicht in Gols, sondern weitab von bereits versiegeltem Boden am Ortsrand, im Grünen – auf Natura 2000-Gebiet.

Natura 2000 ist ein Rechtsakt der Europäischen Union, in dem ein von den EU-Ländern zu erreichendes Ziel definiert wird. Darin festgelegt ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der EU. Es soll wildlebende heimische Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume länderübergreifend schützen. Daraus ergibt sich, dass die Schwächung oder der Ausfall des Schutzes in nur einem solchen Gebiet die Funktion des gesamten Netzes negativ beeinflussen kann.

Widerstände, die vor allem Landeshauptleute gegen Versiegelungsobergrenzen und verbindliche, europäische Renaturierungsziele leisten, bestätigen: Ihnen ist die Verwirklichung möglichst vieler Bauprojekte als Denkmäler ihres segensreichen Wirkens wichtiger als jeder Naturschutz. Bürokratie oder Gefährdung der Landwirtschaft, für die bei der Renaturierung ohnehin Ausnahmen vorgesehen wären, dienen ihnen bei ihren Widerständen nur als Vorwand. 

https://diesubstanz.at/parteien/betonfraktion/

Weltmarktführer bei Kutschen?

Die globale Wirtschaft befindet sich gerade in einer neuen Industrialisierungswelle. Weltweit erleben wir einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung von Prozessen in allen Bereichen. Die technologische Veränderung, die damit einhergeht, markiert den Beginn einer neuen industriellen Revolution – der Ökologisierung.

Und Österreich? Im  Industrie-Rankings als beliebter Standort rutschen wir ab. Uns fehlen klare Rahmenbedingungen und mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energieträger und der Elektrifizierung aller Wirtschaftsbereiche. Aber mit den schwarzen Bremsern wird das kaum gehen.
Nach unserem Kanzler wollen wir sogar Weltmarktführer bei Verbrennern werden. Das könnten wir im Lauf der Zeit auch tatsächlich schaffen. Aber wir wären dann etwa so bedeutsam wie ein Weltmarktführer bei Kutschen.

https://www.newsflix.at/s/wollen-wir-weltmarktfuehrer-in-der-herstellung-von-kutschen-sein-120038620

Mittwoch, 29. Mai 2024

Wahnsinn: 330 Millionen Euro Unterstützung täglich für fossile Energie

 

Jeden Tag unterstützen die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten fossile Brennstoffe mit mehr als 330 Millionen Euro. Das sind 123 Milliarden Euro im Jahr. Im Gegensatz dazu betrugen die Förderungen für erneuerbare Energien 2022 nur 84 Milliarden und für Energieeffizienzmaßnahmen gar nur 32 Milliarden Euro.

Die EU will diesen Wahnsinn längst stoppen und schreibt seit 2022 den Mitgliedsstaaten jährliche Fortschrittsberichte über die Abschaffung  von  Energiesubventionen insbesondere für fossile  Brennstoffe vor. Aber es sind die Regierungen einzelner Mitgliedsländer, die jede Änderung unter Druck von Industrie und Lobbyisten verhindern. Die wollen ihr Geschäftsmodell weiter aufrechterhalten, ihre Profite heute sind ihnen wichtiger als eine lebenswerte Umwelt für unsere Kinder und Enkel. In Österreich ist es nicht die ganze Regierung, sondern die ÖVP, getrieben von Lobbies wie etwa der Industriellenvereinigung und dem Bauernbund, die dafür verantwortlich ist. Die SPÖ zögert, die FPÖ ist schlicht dagegen. Diese Kräfte stemmen sich gegen die Ambitionen der Grünen und das Wohl der Allgemeinheit.

Diese 330 Millionen Euro täglich könnten besser im Interesse der Menschen eingesetzt werden: Für die Errichtung leistbarer Wohnungen, für bessere Schulen, Gesundheits-  und Pflegeeinrichtungen, für eine massive Stärkung des öffentlichen Verkehrs abseits der Ballungsräume,  für den Ausbau der Windkraft und des Stromnetzes, um nur ein paar Bespiele zu nennen. Es ist unser aller Geld, das hier nur einigen Wenigen zugute kommt. Aber wir, die Vielen, können das ändern. Indem wir bei jeder Wahl jene stärken, die sich für eine solidarische Gesellschaft freier Menschen in einer intakten Umwelt einsetzen. Die erste Gelegenheit dazu ist am 9. Juni bei der Wahl zum Europäischen Parlament.

Die Grüne Vision: Eine solidarische Gesellschaft freier Menschen in einer intakten Umwelt.

Montag, 20. Mai 2024

Wie sehr wir die Welt verändern

Die Drehachse der Erde wanderte seit langer Zeit langsam vom magnetischen Nordpol in Richtung Süden. Aber vor etwa 25 Jahren hat sich diese Bewegung plötzlich auf eine östliche Richtung geändert. Wissenschafter der staatlichen Universität in Seoul haben dafür zwei von der Menschheit verursachte Gründe ausgemacht: Das beschleunigte Abschmelzen der polaren Eisschilde und der Gebirgsgletscher sowie kolossale Mengen an Wasser, die für Landwirtschaft und Haushalte aus dem Boden gepumpt werden. Der riesige Rückgang der Grundwasservorräte in bestimmten Regionen, darunter Indien und das Central Valley in Kalifornien, wurde auch von Satelliten, die Schwankungen der Erdanziehungskraft messen, aufgezeigt. Dadurch und durch das Abschmelzen des Eises hat sich die Verteilung der Masse auf dem Planeten so stark verändert, dass seine Drehung beeinflusst wurde.

Zwischen 1960 und 2000 hat sich die weltweite Grundwasserentnahme mehr als verdoppelt und beträgt nach Schätzungen von Wissenschaftlern etwa 20 Billionen Liter pro Jahr. Wo zu viel Wasser aus dem Boden gepumpt, aber nicht wieder aufgefüllt wird, kann Land absinken und dadurch Häuser und Infrastrukturen beschädigt werden. Auch schrumpft dann der  unterirdische Raum, der danach wieder Wasser aufnehmen könnte. Die Veränderungen in der Drehachse der Erde beeinflussen auch unsere satellitengestützten Navigationssysteme und die Genauigkeit von Karten-Apps.

"Wir haben wahnsinnig in die Natur eingegriffen und betreiben eigentlich schon Evolution", sagte Michael Wagreich vor einem Jahr im Interview. Er leitet das Institut für Geologie an der Universität Wien und setzt sich dafür ein, dass das Anthropozän als neues geologisches Zeitalter der Erdgeschichte anerkannt wird. 

https://www.nytimes.com/2023/06/28/climate/groundwater-earth-spin-axis.html
https://newsletter.falter.at/nZXYMBxU7m7ytG

Sonntag, 19. Mai 2024

Das Volk und die Bremser

Mehr als 80 Prozent der Österreicher sind der Meinung, man müsse erneuerbare Energien ausbauen, um unabhängig von Energieimporten zu werden. Ungefähr gleich viele finden es wichtig, Gebäude zu sanieren und fossile Heizsysteme auf nachhaltige Varianten umzustellen.  Fast 70 Prozent sind der Meinung, der Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas brächte mehr Sicherheit und Unabhängigkeit nach Europa. Und mehr als zwei Dritteln der Österreicher geht es mit dem erforderlichen Umstieg zu langsam. Das hat eine repräsentative Umfrage des Kontext-Instituts im Vorfeld der EU-Wahl ergeben.

Während also eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung die Klimakrise ernst nimmt, wenden Politiker von FPÖ und ÖVP häufig Verschleppungstaktiken und falsche Informationen an, um klimapolitische Maßnahmen und Entscheidungen hinauszögern. Gebremst wird auch von jenen, die noch immer vom Geschäft mit Öl, Kohle und Gas profitieren und deshalb daran festhalten wollen. Das zeigt eine andere Studie, die von FORESIGHT (früher SORA) durchgeführt wurde.

Die Umweltschutzorganisation WWF hat die EU-Parlamentsparteien aus Österreich befragt, wie sie zum Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas, zum Abbau klimaschädlicher Subventionen, zum Schutz der Natur und zum „Green Deal“ stehen. Die ÖVP gab keine Antwort, die Europäische Volkspartei (EVP) bekennt sich in ihrem Wahlprogramm zwar zur weiteren Umsetzung des Green Deals, lässt aber viele Umweltfragen offen. Die FPÖ hingegen will eine “Abkehr vom Green Deal”. Die Grünen wollen Klimaneutralität bis 2040 im EU-Recht verankern, SPÖ und NEOS wollen immerhin die Emissionen bis dahin um zumindest 90 Prozent verringern. Die ÖVP bleibt auch hier eine Antwort schuldig und die FPÖ spricht sich dagegen aus.

Quellen:
https://kontext-institut.at/inhalte/umfrage-eu-wahlen-2024-2/
https://kontext-institut.at/inhalte/kontextanalyse-klimadebatte/
https://www.moment.at/story/klima-check-welche-parteien-unterstuetzen-umwelt-und-klimaschutz-auf-eu-ebene/
https://www.moment.at/story/die-waehlerinnen-wissen-was-sie-wollen-aber-die-parteien-geben-es-ihnen-nicht/
Weitere Infos (Podcast)