Montag, 18. August 2025

Was in Österreich in den letzten 25 Jahren besser wurde.

Es ist nicht alles schlecht in Österreich, in vielen Bereichen geht es seit 2000 steil bergauf. In diesem Beitrag des „Profil“ werden etliche Beispiele angeführt. Besonders interessant: Entgegen den laufenden Horrormeldungen rechtsradikaler Demagogen haben sich die Verurteilungen wegen Straftaten gegen Leib und Leben seit 2000 fast halbiert. Ein anderes signifikantes Beispiel: Seit 2000 können wir im Durchschnitt  vier Jahre länger in (sehr) gutem Gesundheitszustand leben, auch die Lebenserwartung insgesamt ist etwa um diesen Betrag angestiegen.

Und nicht zuletzt: Österreich ist seit 2000 um fast 1,2 Millionen Menschen gewachsen. Dieser Zuwachs ist sehr wichtig für die Absicherung unseres Sozialsystems, denn damit konnte dessen Belastung durch den stetigen Anstieg der Zahl älterer Menschen abgemildert werden. Das wäre ohne Zuwanderung unmöglich gewesen.

Freitag, 15. August 2025

Link-Kisterl KW 33

 

Lesen:

  • Die Politik erklärt Teilzeit zur Ursache von Problemen, nicht zu deren Resultat. Hinter der Debatte um Teilzeitarbeit steckt auch Angst vor einer Verschiebung der Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt. 
  • Wie könnten Österreichs Lebensmittel günstiger werden? Wifo-Ökonom Baumgartner skizziert hier vier Möglichkeiten – und warum die Lösung vorerst im Energiesektor liegt. 
  • Lebensmittel sind in Österreich nachweislich teurer als in Deutschland. Beispiele aus Kroatien, Portugal oder Rumänien zeigen, dass gezielte, befristete und kontrollierte Eingriffe in Lebensmittelpreise funktionieren. 
  • Trotz der Zusammenlegung der neun Gebietskrankenkassen der österreichischen Bundesländer vor über fünf Jahren gibt es immer noch verschiedene Verträge zwischen Ärzteschaft und ÖGK, was Österreichs Gesundheitssystem zu einem der teuersten in ganz Europa macht, obwohl es immer mehr Einschränkungen bei den Gesundheitsleistungen gibt. Das liegt an den Blockaden der einzelnen Landesärztekammern, deren gesetzliches Vetorecht nach einem Vorschlag des Rechnungshofs abgeschafft werden sollt. 
  • Im Sommer 1981 kam Peter Rabl, dem damaligen Leiter des ORF-Wochenmagazins „Politik am Freitag“ die Idee,  drei Ausgaben seiner Sendung im August mit ausführlichen Interviews mit den Chefs der drei Parlamentsparteien zu füllen - ganz entspannt im Freien, in ihrem privaten Umfeld. Das war die Geburt der ORF-Sommergespräche, wie Sie hier, mit Links zu einem Video und einem Podcast, nachlesen können. 
  • Die FPÖ will, dass Lithium von der EU als „essentielles Spurenelement“ anerkannt wird und schreibt ihm unbelegte Heileffekte zu. Aber Lithium ist nicht ohne Grund als Nahrungsergänzungsmittel verboten, denn in falscher Dosierung kann es giftig sein.
  • Neue Kleidung zu kaufen obwohl die alte noch gut ist, ist eh total in Ordnung, die alte findet durch die Spende ja weitere Verwendung. Oder doch nicht?    
  • Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Pausen machen, gesünder leben,  bessere Entscheidungen treffen und sich vor Überkonsum schützen. Also: Los mit dem Faulsein! 
  • Batterien werden als Stromspeicher immer mehr zum zentralen Element unseres Alltags. Sie werden zunehmend leistungsstärker, langlebiger und verbreiteter – und müssen deshalb auch immer sicherer werden. Batterien stauchen, gegen Wände fahren lassen, drücken, quetschen und auf andere Arten bis zum Versagen belasten – das macht das Battery Safety Center an der TU Graz. 
  • Sind Klimaanlagen ein Übel, das nur die Symptome des Klimawandels bekämpft, ohne seine Ursachen zu beseitigen? Darüber ist in Frankreich eine politisch aufgeladene Debatte entbrannt. 
  • Zumindest in der Schweiz sind vor dem Gesetz alle ziemlich gleich: Wegen 77 km/h in einer 50-er Zone wurde ein Mann zu einer Strafe von insgesamt 95.000 Euro verurteilt. Der verurteilte Fahrer ist Multimillionär, und Verkehrsstrafen, die für alle gleich viel kosten, wirken für Millionär:innen nicht abschreckend. 

Hören:

  • Bedroht KI den Journalismus oder kann sie sein Hilfsmittel werden? Der investigative Datenjournalist und Pulitzerpreis Träger Christo Buschek plädiert in diesem Podcast für eine realistische Sicht auf die Möglichkeiten der KI bei Recherchen und warnt vor der Propaganda der Tech-Konzerne. 


Belohnung für hinterher:

Starker Mann?

 

Innenminister Karner inszeniert sich als starker Mann beim Sozialleistungsbetrug. Die seit 2018 existierende „Taskforce Sozialleistungsbetrug” hat 2024 über 23 Millionen Euro an Sozialleistungsbetrug aufgedeckt. Das sei nach Karner wichtig, um den Sozialstaat aufrechtzuerhalten. 

Leider sind der Innenminister und seine Parteifreunde blind bei ungleich ergiebigeren Möglichkeiten, den Sozialstaat abzusichern: 

  • Durch Steuerverweigerung und Steuerflucht internationaler Konzerne entgehen dem Staat jährlich etwa 1400 Millionen Euro.
  • Nicht ausgezahlte Überstunden machen 2300 Millionen Bruttoeinkommen aus, wodurch dem Staat 1300 Millionen Euro Steuereinnahmen entgehen.
  • Eine durchaus verschmerzbare Vermögensbesteuerung allein bei den zehn reichsten ÖsterreicherInnen könnte etwa 5500 Millionen Euro bringen.
https://morgen.moment.at/p/ein-millionaer-hats-schwaer

Freitag, 8. August 2025

Link-Kisterl KW 32

 

Mitmachen:

  • 24.000 Menschen sterben jeden Tag an den Folgen von Unterernährung, obwohl weltweit genug Kalorien produziert werden. 2,8 Milliarden Menschen können sich keine ausreichende Ernährung leisten, weil politische Maßnahmen fehlen, mit Lebensmitteln spekuliert wird und Konzerne profitieren, während Millionen hungern. Hier können Sie spenden.

Lesen:

  • Ex-Agrarkommissar Franz Fischler warnt vor falscher Panikmache – und erklärt hier, warum die Landwirtschaft umgebaut werden muss und die Ukraine der EU nicht beitreten kann, solange die Agrarpolitik bleibt, wie sie ist. 
  • Warum wir Reichtum eine Grenze setzen sollten und warum es niemand verdient, superreich zu sein: Das lesen Sie hier.
  • Dass die Kronen Zeitung immer wieder politische Kampagnen fährt, ist kein Geheimnis. Der Medien-Watchblog Kobuk zeigt mit einer aktuellen Recherche auf, wie sehr sich die Tageszeitung im Juli ganz im Sinne der FPÖ auf die “bösen NGOs” eingeschossen hat. 
  • Dauerhafter Frieden braucht einen Rahmen, der auch dem Nachbarn einen Platz und Lebensgrundlagen bietet. Hätte Israels Regierung so viel Energie in Verhandlungen mit den Palästinensern gesteckt wie in Militäraktionen, gäbe es längst einen Waffenstillstand – behauptet die frühere Außen- und Europaministerin Ursula Plassnik in diesem Kommentar.
  • Rechte Ökos verknüpfen Umweltschutz und rechtsextremer Ideologie. Das ist ein Phänomen, das  immer noch zu wenig Beachtung findet und hier in zwei Teilen erklärt wird. Zu Teil 1 und Teil 2.
  • Mit dem „Shared Value Visa“ lockt Russland westliche Migrant:innen mit „bestimmten“ Werten ins Land. Asylwerber:innen müssen lediglich schriftlich erklären, die Politik des Staates, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen, sowie Einstellungen, die den traditionellen russischen spirituellen und moralischen Werten widersprechen, abzulehnen und keine destruktiven Ideen und Werte zu vermitteln.
  • Löst China die USA als Supermacht ab, und welche Folgen hätte das für Europa, die Weltmacht USA und die globale Machtverteilung? Das lesen Sie in diesem Beitrag von KONTRAST.
  • In Helsinki gab seit einem Jahr keine Verkehrstoten mehr und das haben sie mit Tempolomits, verkehrsberuhigenden Maßnahmen und gut ausgebautem ÖPNV geschafft.
  • Bevor Dolby und Surround das Kino veränderten, musste man zuerst den Ton direkt auf den Film bringen. Was heute selbstverständlich ist, begann 1919 mit Hans Vogt, Joseph Massolle und Joseph Engl aus Deutschland und ihrer Erfindung, die schlussendlich Hollywood eroberte.
  • Das Gedankenexperiment, ob Nachbarschaften in Städten nicht besser wären, wenn immer mehrere zusammenhängende (!) Blocks einer Firma gehören würden, ist ein spannendes. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht eine Dystopie ist.
  • Eher Medienkritik als Linktip: Wenn Nayib Bukele behauptet "90 Prozent der entwickelten Länder erlauben eine unbegrenzte Wiederwahl ihres Regierungschefs" wäre es die Aufgabe von kritischem (und noch dazu öffentlich rechtlichem) Journalismus das nicht unkommentiert zu replizieren, sondern einzuordnen und einem Faktencheck zu unterziehen. Denn einer zweiminütigen Recherche zu Folge scheint das absoluter Humbug zu sein.

Anhören:

  • Vor einem Jahr hat der Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erstmals in einem Urteil eine Verletzung der Menschenrechte festgestellt. Lässt sich Klimapolitik über Gerichtsurteile beeinflussen, und inwieweit machen die Gerichte dann selbst Politik? 
  • In den USA unter Donald Trump attackiert eine Allianz aus Libertären und autoritären Nationalisten den Sozialstaat und die demokratischen Institutionen. Ob europas Rechte weniger radikal sind , wie Postfaschistin Giorgia Meloni glauben machen will, wird in diesem Podcast diskutiert.
  • Diese fantastische, kurzweilige und erhellende Gespräch mit Russland Korrespondenten Michael Thumann hat mir zwei Gedanken eingepflanzt: Ideen die mit "Russland tut das weil der Westen..." beginnen sind einengend, überheblich und sprechen. Russland eine souveräne Geschichte ab, und Putin ist auf viele Arten eine Disruption dieser Geschichte, keine Fortführung.
  • Wie sich eine Finanzbeamtin gegen eine mutmaßlich parteipolitische Stellenbesetzung wehrte – und dabei der Volkspartei-Spitze auf die Füße trat, hören Sie in diesem Podcast.
  • Wer sich für Integration interessiert, kennt wahrscheinlich Raul Krauthausen. In diesem fantastischen Gespräch erzählt er von seinem Newsletter, barrierefreien Schnelladern und behinderten Sportmuffeln.

Anschauen:

  • Warum antworten Politiker selten auf Fragen die ihnen gestellt werden, warum traut sich heute niemand mehr ohne Mediencoaching vor die Kamera, und ist das ein Grund für die Politikverdrossenheit? Wie sich Politiker inszenieren und kommunizieren, darüber sprechen Armin Wolf und Peter Filzmaier in diesem Video.

Belohnung für hinterher:

Sonntag, 3. August 2025

Erziehung zur Bestialität

 

Ende der dreißiger Jahre machten Menschen, die sich das zehn Jahre zuvor nicht hätten vorstellen können, eifrig bei der Vernichtung der Juden mit. In den neunziger Jahren beteiligten sich Menschen auf dem Balkan, die sich das zehn Jahre zuvor nicht hätten vorstellen können, an der systematischen Ermordung ihrer Nachbarn. Wie konnte das geschehen? Wie konnten so viele Menschen umgepolt und umerzogen werden? Und vor allem: Kann so eine Entmenschlichung heute noch passieren? Oder noch direkter gefragt: Kann man Trump, Kickl, Weidel und Co. vorwerfen, an sich anständige Leute zur Bestialität umzuerziehen?

Rechtspopulistische Agitation zielt nicht nur auf Meinungen, sondern verändert auch die emotionalen und impulsiven Dispositionen von Menschen. Sie kann aggressive, destruktive und sogar mörderische Impulse in Menschen verstärken, indem sie nicht nur bestehende Ressentiments und Vorurteile anspricht, sondern kollektive Emotionen wie Wut, Angst, Hass und Empörung bewusst schürt und eskaliert.  Ein konstantes oder sich steigerndes Bombardement mit Schreckensnachrichten versetzt die Empfänger in einen Zustand permanenter Erregung. So wird bei Menschen, die ursprünglich vielleicht weniger empfänglich für rohe Impulse waren, durch anhaltende Empörung, Angstkommunikation und die Konstruktion von Feindbildern zunehmend das Aggressionspotenzial und auch die Entsolidarisierung in der Gesellschaft gesteigert. 

Zentrale Mechanismen rechtspopulistischer Agitation sind: 

  • Die moralische Rechtfertigung aggressiven und destruktiven Handelns, etwa im Namen eines vermeintlich bedrohten „Volkskörpers“ oder anderer kollektiver Werte 
  • Die Konstruktion und Entmenschlichung von „Feindgruppen“ (z.B. Migranten, politische Gegner), wodurch Gewalt gegen diese Gruppen gerechtfertigt und erleichtert wird 
  • Das beständige Schaffen von Bedrohungsszenarien und vermeintlichen existenziellen Krisen, was die emotionale Bereitschaft zur Gewalt stärkt 
  • Das massenhafte Ansprechen unbewusster antisozialer Impulse, wie Rache- und Vergeltungsgelüste, sodass Individuen aggressiver, impulsiver und destruktiver handeln als zuvor 
  • Die gezielte Nutzung emotionsgeladener und polarisierender Sprache in sozialen Medien und traditionellen Medien, welche Eskalationsspiralen befeuern 

Während der Psychoanalytiker versucht, Neurosen, psychotische Störungen und die Spuren von Traumata im Individuum zu heilen, betreibt die populistische Agitation das Gegenteil: Sie schürt Wut und Verbitterung und will ihre Anhänger in vollends paranoide Charaktere verwandeln. Leo Löwenthal, eine der Zentralfiguren der später als „Frankfurter Schule“ bekannten Gelehrtengruppe, sagte: „Man macht die Menschen neurotisch und psychotisch und schließlich völlig abhängig von ihren sogenannten Führern“ und verstärkt ihre „mörderischen, aggressiven und destruktiven Impulse“.

Quellen und weitere Informationen:
https://misik.at/2025/07/rechtsextremismus-als-massenhysterie/
https://weltexpresso.de/index.php/zeitgesehen/33454-destruktive-sozialpsychologische-mechanismen
https://www.diakonie.de/diakonie_de/user_upload/diakonie.de/PDFs/Publikationen/2024_Handreichung_Rechtspopulismus_A5_3._Auflage.pdf
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/212353/volkes-stimme/
https://phaidra.univie.ac.at/open/o:1332431
https://www.doew.at/cms/download/c1g6t/DOEW_rex-barometer-2024.pdf
https://www.boell.de/sites/default/files/2024-11/leipziger-autoritarismus-studie-2024-vereint-im-ressentiment-autoritaere-dynamiken-und-rechtsextreme-einstellungen.pdf
https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/02_Wissenschaftsportal/03_Publikationen/AP70_Falsche_Propheten.pdf 

Freitag, 1. August 2025

Sicher vor Waffen!

 
Zum Stichtag 1. Juli 2025 gab es in Österreich exakt 1.523.377 legal erworbene und registrierte Schusswaffen und 375.435 registrierte Waffenbesitzer. Die Zahl der neu ausgestellten Waffenbesitzkarten ist in letzter Zeit stark angestiegen. So gab es Ende Juni 2025 fast 50 % mehr neue Waffenbesitzer als im Mai. Insbesondere bei Faustfeuerwaffen wurde ein Plus von rund 43 % verzeichnet. Zusätzlich gibt es in Österreich eine erhebliche Zahl illegaler Waffen, die alle ein ernstes Sicherheitsrisiko darstellen, etwa in emotionalen Ausnahmesituationen.

Nach dem mörderischen Schussattentat an einer Grazer Schule diskutiert die Regierung eine Verschärfung des Waffengesetzes. Vertreter der Opposition werfen der Regierung vor, es fehle der politische Mut zu einer wirklich umfassenden Verschärfung des Waffenrechts. Besonders die Grünen, aber auch die KPÖ und die SPÖ kritisieren das Maßnahmenpaket der Bundesregierung als zu oberflächlich und zu wenig ambitioniert. Es handle sich überwiegend um „kosmetische Korrekturen“, die nur an einzelnen Stellschrauben drehen würden, ohne das Grundproblem der hohen Verfügbarkeit privater Waffen wirklich zu adressieren. Nicht nur Fachleute merken an, dass der reine Fokus auf legale Waffen zu kurz greifen könnte, da ein erheblicher Anteil schwerer Straftaten weiterhin mit illegalen Schusswaffen begangen wird.

Die Grünen haben daher am 10. Juli 2025 im Nationalrat einen dringlichen Antrag zur umfassenden Verschärfung des Waffengesetzes eingebracht, in dem sie unter anderem die anonyme und straffreie Rückgabe illegaler Waffen fordern. Zudem fordern sie eine grundlegende Wende im österreichischen Waffenrecht, durch die Waffenbesitz zur Ausnahme wird. Der Antrag wurde zwar im Nationalrat behandelt, aber nicht angenommen.

Der Vorschlag der Grünen sieht im Rahmen eines Amnestieprogramms vor, dass nicht gemeldete Schusswaffen straffrei bei Waffenbehörden, der Polizei oder lizenzierten Waffenhändlern abgegeben werden können. Dafür sollen finanzielle Anreize bereitgestellt werden, vorzugsweise in Form von Gutscheinen statt Bargeld. Das Rückgabeprogramm für illegale Waffen soll über mehrere Monate laufen und wiederholt werden, um Vertrauen aufzubauen.

Ähnliche Programme in anderen Ländern dienen dabei als Vorbild. So wurden beispielsweise in Serbien im Jahr 2023 etwa 100.000 illegale Waffen eingesammelt und in Neuseeland innerhalb von sechs Monaten 56.000. Auch in Deutschland und Frankreich wurden in den vergangenen Jahren durch Amnestieprogramme Zehntausende Waffen aus dem Verkehr gezogen. Nach einem Massaker im Jahr 1996 wurden in Australien im Zuge einer Verschärfung der Waffengesetze 650.000 Schusswaffen zurückgekauft. Dadurch ging laut einer Studie die Zahl der Tötungsdelikte und Suizide mit Schusswaffen deutlich zurück.

Eine statistische Auswertung von ForscherInnen der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie des Zentrums für Medizinische Statistik der Medizinischen Universität Wien zeigt allgemein, dass strengere Waffengesetze mit einer Senkung der Mord- und Suizidraten durch Schusswaffen einhergehen.
 

Link-Kisterl KW 29-31

 

Urlaubsbedingt ist das Linkkisterl jetzt zwei mal ausgefallen. Daher gibts diesmal etwas mehr Inhalte, aus denen Sie sich rauspicken können, was Sie interessiert.

Lesen:

  • Ingrid Brodnig ist Journalistin, Buchautorin, Vortragende, Expertin für Social Media, Falschinformation, Hate Speech und Extremismus im Internet. In diesem Newsletter ging es um praktische Tipps, wie man gängige verharmlosende Argumente rund um die Klimakrise kontert. 
  • Millionen für Heute, oe24 & Co. und Krawallplattformen? Weniger Regierungsinserate, dafür mehr Förderungen, die an Qualitätskriterien gebunden sind, würde das leicht ändern, wenn die Politik das nur wollte.
  • Warum wir gerade dabei sind, den Kampf gegen Krebs zu gewinnen, lesen Sie in diesem NewsFlix- Beitrag: 
  • In jenen Bundesländern, in denen die FPÖ Teil der Landesregierung ist, wird gekürzt. Betroffen sind genau jene Bereiche, die für faire Bildungschancen, Betreuung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen entscheidend sind, die Kürzungen treffen besonders junge Menschen aus armutsgefährdeten Familien oder mit Migrationsgeschichte.  
  • Trump und die Neofaschisten aller Länder wollen die Menschen verrohen und ihnen die Empathie austreiben, was erschreckend gut funktioniert. Zum Artikel von Robert Misik
  • Warum Aufrüstung die Wirtschaft in der EU nicht wirklich voranbringt 
  • In Stavanger, Norwegen, fährt seit dem Jahr 2022 erstmals in Europa ein autonomer Bus mit Platz für 50 Fahrgäste im herkömmlichen Linienbetrieb durch das Stadtzentrum und auch durch einen Tunnel. Zu Chancen und Risiken autonomatisierter Mobilität lesen Sie in diesem VCÖ-Beitrag
  • Diese Entscheidung könnte die Wahllämpfe in Zukunft durchaus verändern. 
  • KI-Sprachmodelle wirken klüger, als sie tatsächlich sind, sie verstehen nicht, was sie tun, aber sie tun so, als würden sie verstehen. Selbst große KI-Modelle, die mit milliardenfachen Textdaten trainiert wurden, entwickeln kein tieferes Weltverständnis, sondern sind nur exzellente Mustererkenner, aber keine Theoretiker. 
  • Unter einflussreichen Menschen macht sich zunehmend die Ideologie des Longtermismus breit, die eine extrem ferne Zukunft für moralisch wichtiger hält als die Probleme heutiger Menschen. Der Historiker und Philosoph Émile Torres hat sich mit dem Phänomen beschäftigt.  
  • Warum Arbeit fast immer so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie man zur Verfügung hat, wird durch Parkinsons berühmtes Gesetz erklärt, das von Soziologen heute noch gern zitiert wird. Ursprünglich als Satire gemeint, trifft es einen wahren Kern und erklärt, warum Verwaltungen anschwellen, auch wenn es gar nicht mehr zu verwalten gibt. 
  • Wenige Tage nach der intensiven, rekordverdächtigen Hitzewelle, die weite Teile Europas überschwemmte, veröffentlichte eine Gruppe von Wissenschaftlern eine Schnellanalyse, in der sie abschätzt, inwieweit der Klimawandel die Zahl der Todesopfer durch die Hitzewelle erhöht haben könnte. Sie ergab, dass der Klimawandel die Zahl der Todesopfer des Ereignisses verdreifacht haben könnte. 
  • In Norwegen gibt es ein makaberes Problem mit Plastik. Mit in Plastik eingewickelten Leichen, um genau zu sein. 
  • Menschliche Gehirne, Plazentas und der Atem von Delfinen haben gemeinsam, dass sie Anzeichen von Plastikverschmutzung in Form von winzigen Partikeln, dem so genannten Mikroplastik enthalten. Eine am Mittwoch in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie schätzt die Menge an Nanoplastik, das noch kleiner als Mikroplastik und für das bloße Auge unsichtbar ist, auf mindestens 27 Millionen Tonnen in den nordatlantischen Meeren - mehr als das Gewicht aller wild lebenden Landsäugetiere 

Anhören:

  • Bei Florian Klenks Besuch im Bezirksgericht Wien-Meidling geht es um gestohlenes Parfüm, um drei Gramm Kokain, um einen Parkausweis auf dem Armaturenbrett – und immer wieder um die Frage: Was ist Gerechtigkeit? 
  • In diesem Podcast behandeln Wolfgang Maderthaner und Peter Lachnit am Beispiel von Deutschland und Österreich vor dem Zweiten Weltkrieg, wie leicht kann man die Demokratie abschaffen kann. Dabei muss man unweigerlich an die Umbrüche im heutigen Amerika unter Donald Trump denken. 
  • Wieso Männer die Verkehrswende blockieren, bespricht die Leiterin des FALTER-Naturressorts Katharina Kropshofer mit dem Wirtschaftswissenschafter Boris von Heesen, der sich auch mit toxischer Männlichkeit beschäftigt, in diesem Podcast. 
  • Friedrich Küppersbusch ordnet im Übermedien Podcast das Aus von Colberts Late Night Show ein. Ein Gespräch über Medien, Politik und deren Verflechtungen und Spannungen hüben wie drüben. 
  • Elefanten kommunizieren nicht nur mit Gesten und Lauten, sondern auch mit kontrollierten chemischen Signalen, Infraschall und seismischen Wellen, und sie sprechen einander individuell mit Namen an. Die Verhaltensbiologin Vesta Eleuteri gibt uns in diesem Podcast Einblicke in die Gefühls- und Lebenswelt von Elefanten. 
  • Um gute Entscheidungen zu treffen, reicht es nicht, viel zu wissen, man muss ja auch wissen, wofür man das verwenden will. In diesem Podcast geht es um Bedürfnisse und wie daraus die Ziele werden, die wir ansteuern. 

Anschauen:

  • Wie sehen die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen aus, die es Deutschland und Europa ermöglichen, klima- und umweltschonend zu wirtschaften und den Menschen eine lebenswerte Zukunft innerhalb der planetaren Grenzen zu ermöglichen. Darüber diskutieren Robert Habeck, versierter Politikexperte und Autor des Buchs „Den Bach rauf“, und Reinhard Schneider, Unternehmer und Autor des Buchs „Die Ablenkungsfalle“ 
  • Über den Abbau von Bankfilialen, die Erhöhung der Bankgebühren und Bankgewinne hören Sie in diesem kurzen Video