Dienstag, 13. Oktober 2020

Waschen mit Kastanien?

In letzter Zeit werde ich wieder häufiger zu unserem Waschmittel befragt. Deswegen dachte ich mir, verfass ich euch doch einen kleinen Beitrag dazu. Ich wurde zu unserem Kastanienwaschmittel schon die unterschiedlichsten Dinge gefragt, unter anderem sind 2 wohl oft sehr wesentlich für die Fragesteller:

  • Wird das überhaupt sauber?
  • Stinkt das nicht?

Da ich nun seit 3 oder 4 Jahren Kastanien (oder manchmal auch Efeu, zu dem schreib ich später noch was) verwende: Ja, ich glaub schon, dass ich & meine Kinder die letzten Jahre in halbwegs sauberer Kleidung herumgelaufen sind. Also JA, es wird sauber!

Da die Kastanie natürlich nicht nach Rosen oder Ähnlichem duftet, wird der Wäsche ätherisches Öl zugefügt beim Waschen. Da kann man sich dann sogar seinen Wäschegeruch selbst aussuchen. Also NEIN, es stinkt nicht!

So, und nun zum Wesentlichen:

  • Kastanien einsammeln
  • Kastanien halbieren (ev. auch vierteln)
  • etwas antrocknen lassen, dann lässt sich danach die Schale einfacher lösen bzw. schälen (die Schale würde beim Wäschewaschen färben und wäre daher nicht für weisse Wäsche etc geeignet)
  • die geschälten Stücke werden danach gemahlen - bei mir funktioniert das mit einer alten (elektrischen) Getreidemühle aus den 80ern wunderbar. Die neueren Mühlen sind für sowas aber aufgrund der geringen Watt-Anzahl oft nicht so geeignet. Als Alternative bietet sich da eine alte Kaffeemühle an (Flohmarkt z.B.)
  • die gemahlenen Kastanien werden bei uns nun auf ein mit Zeitungspapier belegtes Backblech ausgebreitet
  • Gut ausgebreitet trocknen sie von alleine, alternativ verwende ich auch oft die Restwärme unseres Backofens nach dem Kochen dafür.

Das Waschmittel hält sich bei uns ein ganzes Jahr bis ich wieder neues mache.
Für einen Haushalt mit 2 Kindern braucht es ca. 1 1/2 befüllte Milchflaschen. Auf dem Bild ist es jetzt in leere Ketchupflaschen z.b. abgefüllt.

Fürs Waschen nehme ich 1 EL Kastanienpulver, giesse den mit heissem Wasser auf (so werden die Saponine - also die Stoffe, die fürs Waschen benötigt werden - besser gelöst) und lasse das ganze einige Stunden stehen. (die Lösung würde sich so auch mehrere Tage im Eiskasten halten!).


Das ganze giesse ich dann durch ein Sieb ins Waschmittelpulverfach meiner Maschine und füge wie oben schon erwähnt noch einige Tropfen ätherisches Öl dazu (in das Weichspülerfach).

Wenn es mal ganz schnell gehen soll und ich keinen "Sud" hergerichtet hab, dann fülle ich 3 EL ca in ein kleines Leinensäckchen und gebe es direkt in die Maschine. Wichtig ist, dass es gut verknotet ist.

Und kurz noch zum Efeu. Auch Efeu enthält Saponine. Er eignet sich hervorragend fürs Waschen von dunkler Wäsche! 7 - 10 Blätter in einen Wäschesack direkt in die Maschine geben. Ätherisches Öl wieder statt eines Weichspülers und fertig ist die Sache!





Katrin Bermadinger

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Kuchen, Alkohol und Haselnüsse

Es gibt Tage, da braucht man ganz viel Kuchen - oder Alkohol (oder beides).
Unter anderem an den Tagen, an denen man gefragt wird, warum man denn die Haselnüsse nicht im Geschäft fertig kauft, sondern mühsam einsammelt. Im Geschäft gehts ja viiiiel schneller!!!!
(Übrigens muss ich sie daheim auch noch aufknacken. Schon echt arg, dass ich dann daheim noch genötigt werde mit meinem Sohn Zeit zu verbringen, um gemeinsam Nüsse aufzuknacken.) Hm.

Ich möchte nicht unhöflich klingen, aber so schauts aus:

  • Ich weiss wo meine Nüsse wachsen. (Du kannst vmtl nur das Land auf der Verpackung lesen,.)
  • Mein Kind kann ne Hasel von ner Birke unterscheiden nennt sich learning by doing/watching. (Ich möchte jetzt nicht anfangen damit, wieviele Erwachsene dazu nicht in der Lage sind)
  • Ich will meine Nüsse nicht in Plastik verpackt. (Sonst produziere ich Müll und das ist irgendwie gegen meine Prinzipien)
  • Ich möchte mein tägliches Schrittziel erreichen. Nein, nicht im Fitnesscenter, wo ich dafür noch bezahlen muss, damit ich mich bewegen darf. Einfach so, draussen, frische Luft und sowas.

Und für genau so Situationen sammeln wir Haselnüsse. Damit ich mir einfach nen Keks (mit Haselnüssen) bei solchen Fragen reinschieben kann.


 

 

 

 

Katrin Bermadinger


Mittwoch, 2. September 2020

Zu Rechtsstaat, Meinungsfreiheit, Lügenpresse, dunklen Machenschaften und Coronaleugnern:

 

Sogenannte „Querdenker“ haben am vergangenen Wochenende in Berlin im Rahmen einer extrem rechten, verschwörungsideologischen Kundgebung gegen Corona-Schutzmaßnahmen protestiert und versucht, den Reichstag zu stürmen. Im Vorfeld hat das deutsche Verwaltungsgericht entschieden, dass die Freiheit, auch nicht mehrheitsfähige, abstruse und irreführende Meinungen ausdrücken zu dürfen, nicht eingeschränkt werden dürfe und diese Kundgebung daher zu genehmigen sei.

Zu dieser Gerichtsentscheidung, zu dem Gedankengut der Demonstranten und deren inkonsistenter Argumentation hat Heinz Peglau einen bemerkenswerten Kommentar auf Facebook verfasst. Da es auch bei uns Menschen gibt, die ähnlich denken, haben wir Peglau´s Kommentar mit seiner Einwilligung hier veröffentlicht.
Foto: Adam Berry in der „Tiroler Tageszeitung“ vom 31.8.

Montag, 10. August 2020

Grenzenlose Globalisierung


Containerschiff
 
Im Folgenden ein Ausschnitt aus einem Gespräch mit Edward Goldsmith aus ”Politik des Herzens” (ISBN-13: 978-3866631014):
 
Die Globalisierung der Wirtschaft ist wohl die besorgniserregendste Entwicklung überhaupt. Denn sie verstärkt all die negativen Trends. Als die deutsche Regierung den GATT- Vertrag unterschrieb, hat sie buchstäblich ihre eigene arbeitende Bevölkerung abgeschrieben, denn sie vermittelt ihr damit: “Werte Leute, wir brauchen euch nicht länger als Produktivkräfte, denn in China und Indien ist die Produktion viel billiger. Und wir brauchen euch auch nicht mehr als Konsumenten, weil wir jedes Produkt auch in Japan oder Amerika loswerden. Weil ihr eigentlich überflüssig seid, können wir uns auch den Sozialstaat nicht mehr länger leisten. Denn könnten wir dann mit einem so teuren Sozialsystem noch mit den Chinesen konkurrieren, die zwanzigmal weniger verdienen?” Also muss der Sozialstaat abgebaut werden. Menschen verlieren ihre Arbeit und werden keinen Sozialstaat mehr haben, der sie auffängt. Das wird nicht nur die Arbeiter treffen, sondern auch die Kleinbauern, den Mittelstand, den kleinen Ladenbesitzer. Und das kann nicht gut gehen. Es ist nicht straflos möglich, einen so großen Teil der Gesellschaft an den Rand zu drängen.
 
Wir müssen die Dinge, die wir brauchen, im eigenen Land herstellen. Es darf keine Rolle spielen, dass sie woanders billiger zu kriegen sind. Wir brauchen eine gesunde lokale Ökonomie. Denn nur sie ist in der Lage, die Arbeitsplätze, die gebraucht werden, zu erhalten. Wenn wir zulassen, dass kleinere Unternehmen verschwinden, damit die großen kapitalintensiven Unternehmen ihren Platz einnehmen, dann zerstören wir damit immer mehr Arbeitsplätze. Gleichzeitig verlagern die großen Unternehmen ihre Produktion immer öfter ins Ausland. Wir werden bald nur noch ein paar Mega- Konzerne haben, die verzweifelt auf dem ganzen Globus nach den billigsten Arbeitskräften und den laxesten Umweltgesetzen suchen, um dort billig zu produzieren und den Weltmarkt mit Gütern zu überschwemmen, die unter letztlich unfairen Bedingungen hergestellt worden sind. All das führt dazu, dass immer größere Teile der Gesellschaft ausgegrenzt werden.

Wenn Menschen krank werden, dann hat das eine Menge Gründe: Sie ernähren sich von vergiftetem und völlig leblosem Junk- Food, das in Fabriken hergestellt wird. Sie trinken hoch belastetes Wasser, atmen verschmutzte Luft, sind einem enormen Stress ausgesetzt und bewegen sich kaum. Das sind völlig offensichtliche Gründe, über die jedoch kaum jemand zu reden wagt. Und die Gründe für den Stress werden weiter zunehmen, die Qualität der Nahrungsmittel wird weiter abnehmen, das Wasser wird immer mehr vergiftet, wenn wir uns weiter in dieser Richtung “entwickeln”. Wenn wir die Problem wirklich (auf eine neue Art) lösen wollen, dann müssen wir sie aus der Perspektive eines anderen Weltbildes anschauen und verstehen lernen.

Alle traditionellen Gesellschaften glaubten daran, dass man einem bestimmten Weg folgen müsse, um die kritische Balance der Welt zu erhalten……Wenn also eine schwierige Situation eintrat- sei es eine große Flut oder Epidemie- dann fragten sich die Menschen, wie es zu diesem Ungleichgewicht hatte kommen können und inwieweit sie von dem ausgeglichenen Weg abgekommen waren, mit dem die kritische Balance hätte erhalten werden können. Und die einzige Lösung bestand immer darin, wieder auf den Weg des Ausgleichs zurückzukehren. Der wissenschaftliche Mensch von heute mag über so eine Sicht der Dinge lächeln. Nichtsdestotrotz ist sie im Grunde richtig und die wissenschaftliche Interpretation ist falsch.  Wenn wir heute riesige Überflutungen in Bangladesh haben, dann liegt das daran, dass man zuvor die Wälder im Himalaja und anderswo abgeholzt hat. Die Folge dieses Kahlschlags ist die Erosion der Böden, die Erde wird in die Flüsse geschwemmt, wo sie das Flussbett erhöht und dann logischerweise Überflutungen auslöst. Natürlich wäre die technologisch und wissenschaftliche Antwort auf dieses Problem der Bau von Dämmen. Aber das funktioniert nicht, es macht die Situation im Gegenteil nur noch schlimmer. Die einzige mögliche Lösung für dieses Problem wäre die Wiederaufforstung der Himalaja- Wälder. Bei anderen Problemen ist es ähnlich: Wenn wir vor einer epidemischen Zunahme der Kriminalität stehen, liegt das an der vorangehenden Zerstörung von Familien und sozialen Gemeinschaften. Die einzige Antwort auf das Problem ist also die Wiederherstellung von gesunden Familien und Dorfstrukturen.

Das Verrückte ist doch, dass wir den Planeten zerstören, die Wälder vernichten, die Flüsse kaputt machen, die Arten vernichten und die Erde unbewohnbar machen, ohne dabei ein einziges “Gesetz” zu brechen. Es mag zwar kriminell sein, jemandem die Handtasche zu klauen, aber es ist völlig legal, den Planeten unbewohnbar zu machen und Arten zu vernichten. 
 
Edward René David Goldsmith (* 8. November 1928 in Paris; † 21. August 2009 in Siena) war ein englisch-französischer Umweltschützer, Schriftsteller und Philosoph, der für seine kritischen Ansichten gegenüber der Industriegesellschaft und der freien Marktwirtschaft bekannt wurde.

Donnerstag, 6. August 2020

Verkehrssituation Friedhofsweg und Krautgärten

Die Verkehrssituation am Friedhofsweg sowie in den oberen Krautgärten ist für viele Biedermannsdorfer*innen problematisch. Immer wieder kommt es dazu dass Fahrzeuglenker*innen am Friedhofsweg zu schnell unterwegs sind oder die Strecke über den Leo Eichinger-Ring als Umfahrung der beiden Ampeln Richtung Wr. Neudorf nutzen.

Bereits im Sommer 2016 hat eine Interessensgemeinschaft von Anrainer*innen der Krautgärten versucht, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung bzw. zur Verhinderung des Ampelumfahrens umsetzen zu lassen. Umgesetzt wurden leider nur die Verschwenke durch Blumentröge sowie die Neuerrichtung des Schrankens. Wie zu erwarten war, sind diese Maßnahmen nicht ausreichend.

Als die oberen Krautgärten aufgeschlossen wurden, haben wir GRÜNEN vorgeschlagen, den Leo Eichinger-Ring als Wohnstraße anzulegen. Der Vorschlag fand damals leider keine Mehrheit. Der Vorsitzende des Bauausschusses hat allerdings in Aussicht gestellt, dass zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Bewohner*innen dies wünschen würden, die Diskussion erneut geführt werden könnte.

Zahlreiche Bewohner*innen der oberen Krautgärten haben sich nun wieder einerseits an uns und auch an die Gemeinde gewandt mit der Bitte, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung umzusetzen.

In der letzten Gemeinderatssitzung am 25. Juni 2020 haben wir einen Dringlichkeitsantrag eingebracht in welchem wir den Vorsitzenden des Sicherheitsausschusses aufgefordert haben, gemeinsam mit der Bevölkerung Maßnahmen zu erarbeiten. Unser Antrag wurde zwar (mit einer seltsamen Begründung) abgelehnt, der Sicherheitsausschuss aber dennoch mit der Ausarbeitung von Maßnahmen beauftragt. Nach wie vor fordern wir die Einbindung der Bevölkerung zur Erarbeitung von Lösungen von Beginn an.

Freitag, 3. Juli 2020

Was lange währt...



Die Gemeinde bietet allen Biedermannsdorfer Familien eine Förderung für Lern- und Sportcamps, sowie für Kurse innerhalb Österreichs während der Ferien. Die Höhe beläuft sich auf maximal 100 Euro pro Kind. Es gibt diese erweiterte Form der Förderung seit 2019. Über weitere Sozialleistungen informieren Sie sich bitte im Gemeinde-„Newsflash“.

Ich betone speziell diese Leistung hier in diesem Medium, weil es mich natürlich immer freut, wenn Grüne Ideen umgesetzt werden. Anfangs bestand die Förderung ja nur innerhalb Biedermannsdorfs und auch da nur für einige Vereine. Unser diesbezüglicher Antrag im Jahr 2017 wurde damals noch abgelehnt.

Karl Wagner

Stop Corona


Das Corona-Virus wird uns noch weiter beschäftigen. Nach der Lockerung der strengen Beschränkungen wird  das Auftreten lokaler Infektionsballungen wahrscheinlicher, wie sich zuletzt unter anderem schon in Linz gezeigt hat. Umso wichtiger ist es, in solchen Fällen die Infektionsketten rasch identifizieren und unterbrechen zu können. Die „Stop Corona-App“ des Roten Kreuzes kann dabei gute Dienste leisten und helfen, eine weitere Ausbreitung oder gar wieder exponentielle Anstiege der Infektionsraten zu vermeiden.

„Stopp Corona“ funktioniert als Kontakt-Tagebuch, das die engeren sozialen Kontakte anonymisiert nur auf dem eigenen Smartphone speichert und im Fall des Falles informiert, wenn die Gefahr einer Infektion besteht. Führende Datenschützer haben die Ausführung der App unter die Lupe genommen, getestet und auch hinsichtlich der Datensicherheit sehr gut bewertet.

In der neuesten Version  werden Kontakte automatisiert gespeichert, was die Benützung nun viel einfacher macht. Jedes Handy, das die Corona-App installiert hat, erkennt im Hintergrund ein anderes Gerät in der Nähe, das die App ebenfalls gespeichert hat. Besteht dieser Kontakt über einen gewissen Zeitraum, tauschen die beiden Geräte eine anonymisierte Information aus und speichern diese lokal ab. So „weiß“ Handy A, welche anderen Handys über einen längeren Zeitraum in seiner Nähe waren. Infiziert sich nun der Besitzer von Handy A, kann das Gerät an alle Handys, die länger in seiner Nähe waren und die App installiert haben, eine Warnung schicken. Die Besitzer der anderen Handys bekommen eine Push-Nachricht und können sich testen lassen. Weder die Handys noch die Besitzer oder Behörden wissen, wo das Treffen stattgefunden hat oder wer die beteiligten Personen sind. Klar ist nur, dass die Handy-Besitzer über längere Zeit und über eine relativ kurze Distanz Kontakt zu einander hatten und dass dabei eine Ansteckung passiert sein könnte.

Die Verwendung der App ist freiwillig. Niemand wird dazu gezwungen, das Programm zu installieren. Aber je mehr Personen diese App verwenden, umso einfacher können  Infektionsketten unterbrochen werden und umso schneller wird man nach einer möglichen Infektion gewarnt. Daher empfehlen wir, die Anwendung herunterzuladen und zu installieren. Falls auf einem Android-Handy eine ältere Version dieser Software gespeichert ist, muss diese vorher deinstalliert werden.

Alle anderen Empfehlungen zur Verhinderung von Infektionen (Handhygiene, Abstand halten und die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes, wo das nicht möglich ist) bleiben davon unberührt und sind, ebenso wie die behördlich verordneten Maßnahmen, auch weiterhin einzuhalten.