Es ist erfreulich, dass das Projekt Sanierung und Erweiterung unserer Volksschule langsam Form annimmt. Die Komission, die für die Vergabe des Planungs- und Ausführungsauftrags verantwortlich ist, hat am 30. September die eingereichten Projektentwürfe beurteilt und gereiht. Wenn alles nach Plan läuft, kann der Gemeinderat Ende des Jahres den Planungsauftrag beschließen. Geplante Fertigstellung der Schule ist 2028.
Wer mehr zum Ablauf des Verfahrens wissen möchte, findet in der aktuellen Gemeindezeitung auf Seite 6 eine ausführliche Zusammenfassung von Baureferent GR Wolfgang Steindl zu den bisherigen und den nächsten Schritten.
Für uns war unabhängig vom konkreten Ergebnis vor allem entscheidend: Welche Kriterien muss das ausgewählte Projekt erfüllen, damit am Ende eine wirklich zukunftsfitte Schule dabei rauskommt?
Eine Schule für die nächsten Jahrzehnte.
Wir müssen heute schon berücksichtigen, unter welchen Bedingungen Kinder und Pädagoginnen und Pädagogen künftig wahrscheinlich lernen und arbeiten werden.
Eine hitzeresiliente Schule braucht gut geplante außenliegende Beschattungen, eine durchdachte Anordnung und Größe der Fenster aber auch Möglichkeiten zur Nachtlüftung und Nachtkühlung. Geeignete Baustoffe und Bauteile sowie ausreichend beschattete Außenbereiche sind genauso wichtig wie eine energieeffiziente und vor allem wirksame Kühlmöglichkeit, wo passive Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen. All das muss von Beginn an mitgedacht werden.
Das ist keine Panikmache, das ist vorausschauendes Planen.
klimaaktiv als Qualitätsmaßstab
Der klimaaktiv-Kriterienkatalog sollte ein wichtiger Maßstab für Planung und Ausführung sein. Dabei muss es nicht unbedingt um eine formale Zertifizierung gehen. Entscheidend ist, dass die dahinterstehenden Qualitätskriterien berücksichtigt werden.
Neben Energieeffizienz und Sommertauglichkeit gehören da auch gute Raumluft, viel Tageslicht und eben eine möglichst klimafitte Ausführung dazu.
Wichtig ist auch die Auswahl der Materialien: möglichst langlebig, schadstoffarm und ressourcenschonend. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur einen niedrigen Energieverbrauch im fertigen Gebäude, sondern beginnt bereits bei der Planung und der Wahl der Baustoffe.
Praktisch planen und Synergien nutzen
Eine weitere Anforderung die an die Planungsbüros gestellt wurde ist, dass die Schule praktisch und flexibel geplant sein soll.
Räume und Funktionen sollten so angeordnet werden, dass Synergien genutzt werden können. Das betrifft beispielsweise die Einbindung der Gemeindebibliothek, aber auch Mehrzweckräume oder Bereiche, die für unterschiedliche pädagogische und außerschulische Nutzung geeignet sind.
Die Schule wird wie gesagt für Jahrzehnte gebaut und sollte auf veränderte und neue Anforderungen reagieren können, ohne gleich wieder große Umbauten notwendig zu machen.
Gute Lernbedingungen gehören auch dazu: angenehme Akustik, gute Raumluft, ausreichend Tageslicht ohne die Räume aufzuheizen und attraktive, möglichst grüne und beschattete Außenbereiche.
Wir haben jetzt die Chance, durch die Sanierung und Erweiterung eine Schule zu machen, die tatsächlich für die kommenden Jahrzehnte gerüstet ist.
Nachhaltigkeit, Hitzeschutz, hohe Aufenthaltsqualität, praktische und flexible Nutzung sowie der verantwortungsvolle Umgang mit den bestehenden Freiräumen müssen dabei von Anfang an mitgedacht werden.
Eure Simone Jagl
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