Unsere Politik pflegt eine irritierende Abneigung gegenüber dem Expertentum. Das ist ein gefährlicher Fehler. Denn Wissenschaft ist die Lösung, nicht das Problem.
Bundeskanzler Karl Nehammer behauptet, man sei in den Krisenjahren zu "expertenhörig" gewesen
und bezweifelt wissenschaftliche Beweise für Untergangsszenarien infolge des Klimawandels. In Niederösterreich wurde eine Landesregierung ins Amt gehievt, in deren Arbeitsübereinkommen der Nutzen von Impfungen infrage gestellt ist. Und im Expertengremium Gecko, das wissenschaftliche Entscheidungsgrundlagen zum Umgang mit der Pandemie erarbeitet hat, hatten sämtliche Wissenschafterinnen und Wissenschafter wohl ihre Gründe, nicht mehr weitermachen zu wollen. Das "Ende der Pandemie" war es nicht.
Wir haben einen Innenminister, der Wissenschaft und Fakten als unterschiedliche Kategorien betrachtet und Landeshauptleute, die lieber nicht zuviel auf Experten hören wollen. Und in kaum einem Land ist Wissenschaftsfeindlichkeit auch in der Bevölkerung so ausgeprägt wie in Österreich,
Im Vergleich zu den gesellschaftlichen Verwerfungen, die im Hinblick auf nötige Strategien gegen die Konsequenzen des Klimawandels auf uns zukommen, waren die Debatten um Schutzmasken und Covid-Impfungen Peanuts. Wenn wir diesen Umwälzungen gewachsen sein wollen, müssen wir solide wissenschaftliche Erkenntnisse als Entscheidungsgrundlage akzeptieren – und die Belastbarkeit von Evidenz nicht um politischer Showeffekte willen chronisch aushöhlen.
Wir alle sind aufgefordert, Meinungen nicht mit wissenschaftlich belegten Fakten sowie Korrelation nicht mit Kausalität zu verwechseln und uns aus dem bequemen Schneckenhäuschen liebgewordener Vorurteile hinauszubegeben in die Welt oft sehr komplexer Zusammenhänge. Nur so werden wir die Zukunft gut bewältigen können.
Montag, 27. März 2023
Wissenschaft ist die Lösung, nicht das Problem
Samstag, 25. März 2023
Letzte Chance für unser Klima?
Um sie doch noch zu erreichen, müsse nach dem aktuellen IPCC- Bericht das Energiesystem laut den Wissenschaftern auf 100 Prozent erneuerbare Energien umgestellt werden. Weltweit müsse in den Klimaschutz drei bis sechs Mal so viel investiert werden wie derzeit.
"Wir haben alle Handlungsoptionen, um unsere CO2-Emissionen zu halbieren und auf den Pariser Pfad zu kommen: Erneuerbare Energien ausbauen, raus aus fossilen Energieträgern, Verbesserung der Biodiversität, klimafreundliches Mobilitätsverhalten, klimafreundliche Ernährung: Hierzu braucht es jedoch Regulatorien", erklärt der Wiener Klimaforscher Daniel Huppmann vom Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg. "Wir sehen den Klimawandel viel, viel stärker als vor achteinhalb Jahren. Wir spüren die Auswirkungen und wissen, dass sie mit jedem bisschen Erwärmung massiv ansteigen werden. Gleichzeitig haben wir es noch in der Hand, dagegen vorzugehen und das Allerschlimmste abzuwenden", sagte Matthias Garschagen, Inhaber des Lehrstuhls für Anthropogeographie der Universität München (2).
Ja, noch hätten wir es in der Hand. Aber Niederösterreich wird mit dieser machtgeilen Regierung nicht viel dazu beitragen. Und Österreich insgesamt? Mit dieser stockkonservativen, lobbygesteuerten ÖVP? Mit dieser irrationalen, manipulativen FPÖ? Mit einer Bevölkerung, die diese Parteien mehrheitlich wählt, obwohl sie damit ihren eigenen längerfristigen Interessen schadet?
Sonntag, 19. März 2023
Erforderlicher Landverbrauch für die Dekarbonisierung der Stromerzeugung.
Kritiker von Wind- und Solarenergie äußern regelmäßig Bedenken darüber, wie viel Land für die komplette Dekarbonisierung der Stromerzeugung durch Photovoltaik und Windenergie benötigt würde. Glücklicherweise ist die Antwort: relativ wenig. Eine aktuelle Studie des National Renewable Energy Laboratory (NREL) für die USA zeigt, dass weniger als 1 Prozent der Fläche benötigt würde - eine Fläche, die mit dem derzeitigen Fußabdruck der fossilen Brennstoffindustrie vergleichbar oder sogar kleiner ist.
Ein wesentlicher Grund für den relativ geringen Flächenbedarf liegt darin, dass nur 2 Prozent der Gesamtfläche eines Windparks von der Windkraftinfrastruktur eingenommen werden, während die restlichen 98 Prozent für Landwirtschaft, Weideflächen oder andere Zwecke zur Verfügung stehen. Auch bei Photovoltaikanlagen ist durch Agri-PV eine solche Doppelnutzung möglich, für die Nutzung von Solarenergie auf Dächern wird überhaupt kein Land benötigt.
Am wichtigsten ist jedoch vielleicht die Tatsache, dass der Ersatz fossiler Brennstoffe durch Wind- und Solarenergie den Flächenbedarf für den Abbau, die Bohrung, den Transport, die Produktion und die Nutzung fossiler Brennstoffe drastisch reduzieren wird. Land, das für diese Aktivitäten - und für die Entsorgung von Kohleasche und anderen Abfällen - genutzt wird, verursacht oft erhebliche langfristige Umwelt- und Gesundheitsprobleme für die lokalen Gemeinschaften.
Würde das bisherige Ausmaß der Verbrennung fossiler Energieträger jedoch beibehalten, wären durch den dadurch weiterhin verursachten Klimawandel auf jeden Fall erhebliche Schädigungen der Natur, der Artenvielfalt und unserer Lebensqualität zu erwarten.
Donnerstag, 16. März 2023
Ohne Komfortverlust Energiebedarf halbieren!
Völlig ohne Komfortverlust könnte unser Primärenergiebedarf mindestens halbiert werden, wenn bereits bestehende Technologien genutzt werden. Denn derzeit werden von uns nur 38%, also knapp mehr als ein Drittel unseres Primärenergieverbrauchs als Nutzenergie verwendet – der Rest sind Verluste, im wahrsten Sinn des Wortes – finanziell und ökologisch.
Eine Energiewende würde mehr bedeuten als einfach nur Strom aus regenerativen Quellen herzustellen. Sie würde bedeuten, mittels dieses Stroms all das zu tun, was wir aktuell mit Öl, Gas und Kohle machen – aber mit ungleich besserem Wirkungsgrad.
Das Gerede von der Technologieoffenheit ist ein absoluter Nebenschauplatz, um nicht zu sagen eine Nebelgranate. Auch den Weg zurück in die Steinzeit müssten wir nicht antreten. Alle, die uns das einreden, die auf kommende technische Lösungen setzen, tun dies meist wider besseren Wissens, um mächtige Lobbies und deren Geschäftsmodelle zu unterstützen. Sie setzen auf die Angst der Menschen vor Veränderungen.
Die Klimakrise ist wie ein Hausbrand, und die langfristig ohnehin stattfindende Umstellung auf klimaneutrale Technik ist wie ein angekündigter, fetter Wolkenbruch, der das Feuer in ein paar Stunden sowieso löscht. Die Frage ist nur, ob da dann noch ein Haus steht.
Gönnen Sie sich statt einer TV-Berieselung dieses Video: „Die Energiewende zu Ende gedacht — Was wird sich für uns ändern?“
Samstag, 11. März 2023
Das Ende der Illusionen - und was jeder von uns deshalb tun müsste.
„Die zentrale Frage ist nicht, wie der Wohlstandsverlust noch verhindert werden kann, sondern wie wir ihn fair verteilen. Es sollte unstrittig sein, dass starke Schultern mehr von dieser Last tragen müssen. Daher war es richtig, die Sozialleistungen mit der Inflation steigen zu lassen. Gleichzeitig müssen aber Besserverdienende und Unternehmen einen überproportionalen Anteil leisten. Diese haben oft genug von Teuerungshilfen mit der Gießkanne und von generösen Corona-Unterstützungen profitiert, ohne dass dies notwendig gewesen wäre.“
Wer dem ersten Satz des Zitats nicht zustimmen will, kann im Profil vom 5. März eine bestehende Analyse von Gabriel Felbermayr, dem Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) und Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, nachlesen. Er spricht eine unangenehme Wahrheit aus. Wir dürfen diese Wahrheit nicht wegschieben, ihr nicht nur mit Emotionen begegnen, sondern müssen nüchtern und nachdrücklich die richtigen Konsequenzen von der Politik einfordern.
https://www.profil.at/wirtschaft/gabriel-felbermayr-zur-teuerung-das-ende-der-illusionen/402354261
Mittwoch, 8. März 2023
Wofür arbeiten wir?
"In den vergangenen drei Jahrzehnten haben die Löhne in der gesamten industrialisierten Welt mit den Produktivitätsgewinnen und den Renditen auf Kapitalvermögen nicht mehr Schritt gehalten."
Barbara Prainsack, Professorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, in "Wofür wir arbeiten", ISBN-13: 978-3710606885
Nicht Roboter, die Digitalisierung oder der Wettbewerb sind an den Problemen der Arbeitswelt schuld. Auch, dass Leistung sich lohnen würde, gilt nicht mehr. Warum lassen wir es zu, dass Vermögen und Einkommen in unserem Land so ungleich verteilt sind? Warum akzeptieren wir, dass immer mehr Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können? Prainsack fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen, das allen Menschen zusteht. Das wäre der erste Schritt für eine Neubewertung von Arbeit als Schlüssel für umfassende Transformationsprozesse.
Denn: Arbeit ist keine Ware, deren Preis und Wert von Marktmechanismen definiert wird. Arbeit ist eine gesellschaftlich wertvolle Tätigkeit. Und wenn wir nachhaltiger leben wollen, dann muss die Reform der Arbeit auch Teil des europäischen Green Deal werden.
Montag, 6. März 2023
Radbörse 2023
Am 22. April 2023 findet von 8:30 bis 14:00 Uhr unsere Radbörse vor der Jubiläumshalle statt.
Fahrräder, Radanhänger, Scooter, Kinderfahrzeuge, Fahrradzubehör, das alles kann bei unserer Fahrradbörse verkauft, getauscht oder günstig erworben werden.
Die Annahme startet um 8:30 Uhr, der Verkauf um 9:30 Uhr. Wenn Sie ein Rad zum Verkauf anbieten, legen Sie den gewünschten Verkaufspreis fest. 10% des Verkaufspreises werden einbehalten und kommen einem Sozialprojekt zugute. Nicht verkaufte Räder oder die Verkaufserlöse können von 13-14 Uhr abgeholt werden.
Fahrrad-Checks: Komm mit deinem Fahrrad vorbei! „Bikefloh“ (Ing. Göd) führt gerne kleine Service- und Reparaturarbeiten durch.
Radlstammtisch: Wie komme ich wohin? Was brauche ich? Schaffe ich das? Man hat viele Fragen wenn man mehr Wege mit dem Fahrrad meistern will. Wir haben nicht alle Antworten aber viele Tips.






