Stromerzeugung:
Der Umbau der Energieversorgung auf nachhaltige Energiequellen kann schnell gehen, wenn die Politik ernsthaft will. Das sieht man in England. 2012 wurden dort fast 40 Prozent der Elektrizität aus Kohle erzeugt, vier Jahre später waren es nur noch 10 Prozent und nun schließt am 30. September das letzte Kohlekraftwerk. Damit wird Großbritannien das erste G7-Land, das auf Kohle verzichtet. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil an Atomstrom um fünf Prozentpunkte, der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung stieg von 5 auf 30 Prozent und der Anteil von Bioenergie hat sich verdoppelt.
Gas hat leider immer noch einen Anteil von etwa 35% an der Stromversorgung, aber immerhin.
Emissionen durch den PKW-Verkehr:
Neun von zehn neue angemeldeten Autos in Norwegen haben einen vollelektrischen Antrieb. Und im gesamten PKW-Bestand haben e-Autos schon einen größeren Anteil als Benziner. Nur Autos mit Dieselmotor gibt es noch mehr – noch. Denn ab 2025, also in wenigen Wochen, sollen dort gar keine Verbrenner mehr verkauft werden.
Von der Straße auf die Schiene:
Aber auch bei uns gibt es Positives zu vermelden: 2023 war ein Rekordjahr für Österreichs Bahnen im Personenverkehr. Und eine Umfrage des VCÖ ergab, dass sich 58 % der Bahnreisenden heute für Strecken in den Zug setzen, die sie früher mit dem Auto gefahren sind. 2.160 Kilometer fährt jeder Österreicher im Durchschnitt auf Schienen, doppelt so viele wie im EU-Schnitt, gleichzeitig wird bei uns weniger mit dem Auto gefahren als im Durchschnitt der EU.
Samstag, 21. September 2024
Gute Nachricht: Es gibt drei gute Nachrichten!
Link-Kisterl KW 38
Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten 7 Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.
Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.
Lesen:
- Mobilitätstag am 22. September in Wiener Neudorf. Zum Blog von Herbert Janschka
- Wie und warum sich Niederösterreich von Wien trennte, mit dem es bis 1922 eine Einheit bildete, und ein eigenes Bundesland wurde, kann man in diesem Artikel der Wiener Zeitung nachlesen.
- Warum ist Migration im Wahlkampf ein Dauerbrenner, warum punkten rechte Parteien mit dem Thema, indem sie uns Angst machen, warum sind wir für Fremdenfeindlichkeit so anfällig? Und warum diese Einstellung früher zielführend war, aber heute eine Fehlanpassung ist, die die Lösung wirklich großer Probleme behindert, lesen Sie in diesem Interview mit dem Ökologen Tom Oliver.
- Ein beispielloses Ausmaß an „Scheinheiligkeit und Doppelzüngigkeit“ ortet Oliver Vitouch, Präsident der Universitätenkonferenz (uniko) und Rektor der Uni Klagenfurt, angesichts vieler politischer Reaktionen auf das aktuelle Hochwasser und den Einfluss des menschengemachten Klimawandels. Beitrag des ORF Kärnten
- In der neuen EU-Kommission bleibt Klimaschutz eine zentrale Aufgabe, allerdings soll die Dekarbonisierung mit Industrialisierung verknüpft werden. Dies zeigt sich auch in der personellen Besetzung dreier KommissarInnen. Zum Klimareporter- Artikel mit etlichen weiterführenden Links:
- Eine Formel-1-Rennstrecke auf nur 1700 Quadratmetern (kein Fehler!) gibts im Miniatur Wunderland Hamburg. Und die Boliden sausen autonom, also ohne Fahrer, im Kreis herum! Zum Bericht der Elektronkpraxis.
Hören:
- Vor welchen Hürden stehen junge Menschen mit psychischen Erkrankungen in Österreich? Und wie können sie diese überwinden? Zum Podcast der WZ.
- Staat oder privat? Ein Streitgespräch über den Staat und die Wirtschaft, soziale Ungleichheit, ökonomisches Wachstum und Sicherheit, moderiert von Eva Konzett und Christina Vettorazzi im Falter Radio
Schauen:
- Lohnnebenkosten zu senken wird oft so verkauft, als führte das zu mehr Netto-Lohn, würde aber zwingend zu einer Schwächung des Sozialstaats führen. Warum Lohnnebenkosten für uns alle gut sind und was die neuen Vorschläge von NEOS und ÖVP bedeuten, wird in diesem Video erklärt
- Kabarettist Lukas Resetarits im Interview über Politik und Medien. Deftige Aussagen, die aufrütteln. Zu einem Interview von kontrast.at
Belohnung für hinterher:
- Achtung. Nachdem Sie dieses Video gesehen haben werden Sie sich einen laufenden Couchtisch wünschen: https://m.youtube.com/watch?v=xKDY4yWxfJM&t=17s&pp=2AERkAIB
Donnerstag, 19. September 2024
OMV-Profite 10x so groß wie der Katastrophenfonds!
Nach der aktuellen Hochwasserkatastrophe stockt die Regierung den Katastrophenfonds mit Steuermitteln von 660 Millionen auf eine Milliarde Euro auf. Das ist gut, aber wer soll das bezahlen?
Im Vergleich: Allein die OMV hat in den vergangenen drei Jahren einen Nettogewinn von 10 Milliarden Euro eingefahren – also das 10fache des gesamten Katastrophenfonds. Ein Gutteil davon wurde mittels Sonderdividenden an Aktionär*innen ausgeschüttet. Etwas mehr als 30% davon kamen so zwar wieder an den österreichischen Staat, der Rest ging an die Abu Dhabi National Oil Company, an institutionelle Investoren, Privatanleger und Streubesitz. Gleichzeitig nahmen die CO₂-Emissionen der OMV laut Greenpeace in den vergangenen Jahren weiter zu. Und die OMV hält noch immer an neuen fossilen Großprojekten wie dem Neptun Deep Gasprojekt im Schwarzen Meer fest.
Laut Studien werden allein Hochwasserschäden bis 2065 300 Mio. bis 1,8 Mrd. Euro an jährlichen Kosten verursachen. Werden die Verursacher der Klimakrise nicht zur Kasse gebeten, zahlen die Menschen doppelt: Einmal für hohe Energiepreise der Energiekonzerne und ein weiteres Mal mit Steuergeld für die Folgen der Klimakrise.
Quelle
Mittwoch, 18. September 2024
Das Wetter, das Klima und wir.
Das Wetter hat nicht verrückt gespielt, es hat getan, was die Wissenschaft uns seit 40 und mehr Jahren vorhergesagt hat: Dass es extremer wird, dass auf mehr Hitze mehr Regen oder Schnee folgt.
Trotzdem hat das, dank großer Teile von Politik und Medien, im Wahlkampf bisher nahezu keine Rolle gespielt. Wir wollen weiterhin fossile Energieträger verbrennen, statt unsere Wirtschaft und unseren Verkehr nachhaltig umzustellen. Wir bauen die Alternativen, die wir kennen und schon haben, nicht schnell genug aus. Wir betonieren die Natur täglich Fußballfeld für Fußballfeld zu.
Schlimmer noch: Große Teile der Politik sind zum bloßen Verwalten der Klimakrise übergegangen, anstatt entschlossen deren Ursachen anzugehen. Es ist für sie ja auch öffentlichkeitswirksamer, Hilfszahlungen und höhere Hochwasserdämme zu versprechen, als sich in mühsamen Verhandlungen mit Grundbesitzern über Renaturierungsmaßnahmen zu einigen; als den Lockungen und Wünschen von Großindustrie, Lobbyisten und potentiellen Spendern zu widerstehen; als sich mit renitenten Landesfürsten und Ortskaisern zu streiten und notfalls deren Kompetenzen zu beschneiden, um zum Wohl der Allgemeinheit und der Umwelt wirksame Schritte zur Bekämpfung der Ursachen der Klimakrise umzusetzen.
Und wir, die Bevölkerung (um nicht zu sagen das „Volk“)? Nach vielen Meinungsumfragen sind wir in großen Teilen schon weiter als viele Politiker, wären für wirksame Maßnahmen durchaus zu haben – zumindest, solange diese nicht negativ an unseren eigenen Alltag anstreifen. Wenn wir das aber befürchten, weil es in düsteren, faktenbefreiten oder zumindest einseitigen Szenarien heraufbeschworen wird? Dann glauben doch viele wieder an jene, die behaupten, den menschengemachten Klimawandel gäbe es nicht oder er sei in Wirklichkeit nicht so schlimm, und wir mögen doch bitte nicht auf hysterische Ideologen hereinfallen.
Wir brauchen mehr Mut. Mut, um Realitäten anzuerkennen, auch wenn sie uns nicht gefallen; Mut, um, wenn es nötig ist, das eigene Verhalten zu verändern – nicht zuletzt auch an der Wahlurne.
Siehe auch https://www.moment.at/story/hochwasser-wahlkampf/
Sonntag, 15. September 2024
Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 11. September 2024
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| Ein Konzert - von Giovanni Cariani (©wikimedia) |
Die Gemeinderatssitzung vom 11.9.2024 war ausnehmend gut besucht. Auch einige neue Gesichter. Danke.
Einige der Punkte habe ich länger beschrieben . . . darum fasse ich mich hier besonders kurz.
1. Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit und Eröffnung
Wie immer mit Beginn des neuen Schuljahres wurden in den dritten Klassen der Volkschule Bürgermeister und Vizebürgermeister gewählt. Diese eröffneten die Sitzung und stellten gleich einen Antrag auf Subvention eines Herzenswunsches der Klassen.
Einstimmig angenommen.
2. Genehmigung des Sitzungsprotokolls der Gemeinderatssitzungen am 10.07.2024
Wir hatten keine Einwände.
Erst unter diesem Punkt wurde unser Dringlichkeitsantrag den Bericht von KDZ (Tagesordnungspunkt 15) behandelt.
Dem Antrag wurde einstimmig die Dringlichkeit zuerkannt und die entsprechende Diskussion als Punt 14A in die Tagesordnungspunkt aufgenommen.
3. Bericht des Bürgermeisters
Die Sanierung der Rotkreuzstelle geht gut voran. Es wird mit einer Neueröffnung am 24.11. gerechnet.
Die Gärtnerei Ostermann hat den Vertrag mit Biedermannsdorf (Pflege der öffentlichen Beete usw) mit 31. August gekündigt . . . der Bürgermeister wollte gleich weiter zum nächsten Punkt.
Es gab dann aber doch einige Rückfragen:
Wann die Kündigung gekommen sei? : "vorige Woche". Erstaunlich. D.h. sie geschah rückwirkend. Ob das vor oder nach der Gemeindevorstandssitzung am vorherigen Mittwoch gewesen war, waren nicht geistesgegenwärtig genug zu fragen.
Ob er wisse warum die plötzliche Kündigung erfolgt sei? : Nein. Es sei nur der kurze Brief gekommen. Sich mit Ostermann ins Einvernehmen zu setzen fand er unnötig. Hat es uns aber auf unser Drängen hin versprochen. Wir sind gespannt.
Wie es jetzt weiter geht? : aktuell stemmt der Bauhof die nötigsten Arbeiten. Ein Gremium/Ausschuss wird sich mit der nötigen Ausschreibung befassen.
... sehr eigenartige Sache. Die rückwirkende Kündigung durch Ostermann einerseits erscheint ein harter unnötig brüskierender Schritt zu sein. Das Verhalten des Bürgermeisters (über diesen Punkt drüber huschen wollen. Nicht mit Ostermann geredet haben) andererseits wirkt . . . weiß nicht wie.
Egal. Weiter im Text.
Die Hort-Containerklasse ist toll klimatisiert und alle gehen gern hin (Anmerkung als Vater eines Kindes dort die ich bei der Sitzung nicht gemacht habe: najo. Ja, die Klimatisierung passt. Aber es fällt den Kindern schon auf, dass der Raum sehr karg ist. Und reden wir im Winter vielleicht nochmal).
Aufstockung des Werkraumes erfolgt Ende September/Anfang Oktober und wird zwei Tage in Anspruch nehmen.
Wie die Volksschule bis dahin im Werkunterricht verfährt haben wir offen gesagt übersehen zu fragen.
Der Gemeinderat Luisser berichtet, dass auf Landesebene vor einem Hochwasser gewarnt wird (das uns schon langsam im Griff hat, während Sie das lesen) und fragt, ob Vorkehrungen getroffen werden:
Bauhof prüft Bäche wegen Verklausungen.
Am nördlichen Ende der Perlasgasse gibt es vom letzten Hochwasser bereits einen Schacht so dass man Pumpen deutlich schneller zum Einsatz bringen könnte als beim letzten mal.
Unsere Kerstin Haas-Maierhofer regt an, die Bevölkerung auch proaktiv zu informieren und zu warnen. Sinnhaftigkeit und Machbarkeit werden lange diskutiert. Am Ende kommt man überein, in enger Zusammenarbeit mit Kerstin Haas-Maierhofer eine Aussendung zu gestalten, zu drucken und mit gemeinsam mit dem Grünen Infobrief (der sowieso am Freitag geplant war) austragen zu lassen.
Das Ergebnis sollten Sie schon im Briefkasten gehabt haben.
4. Bericht des Umweltgemeinderates
Umweltgemeinderat Karl Wagner stellt seinen Umweltbericht vor, den sie in seiner ganzen Länge unter diesem Link lesen können und sollten.
Ich möchte nur zwei Punkte herausgreifen:
Echte Naturräume gibt es in Biedermannsdorf nur noch entlang der Bäche.
Vergleiche mit dem Bericht des Vorjahres sind schwer, weil sich sowohl Bezeichnung als auch Inhalt der verschiedenen Landschaftstypen geändert haben. Wenn dieser Bericht ein drastischeres Bild der Natur zeichnet als der des vorigen Jahres, dann liegt das nicht (nur) daran, dass viel verbaut wurde, sondern auch an eben diesen strengeren Kriterien.
5. Bericht der Obfrau des Prüfungsausschusses
Karl Wagner hatte Manuela Ronne (FPÖ) tags zuvor im Ausschuss vertreten und tat dies auch hier.
Der Radweg über die A1 hat (zuzüglich ca. 25T€ der Firma Ostermann) rund 352T€ gekostet.
Dem gegenüber steht eine Summe aus verschiedenen Fördertöpfen von etwa 383T€.
Wohlgemerkt: nicht alle diese Förderungen können hundertprozentig dem Radweg zugerechnet werden (zB allgemeine Bedarfszuweisung für Beleuchtung) und wir werden nicht unbedingt alle Förderungen bekommen. Aber die größten und wichtigsten sind schon da und der überwiegende Teil des Radweges wird wohl nicht von Biedermannsdorf(ern) bezahlt werden.
Klosterbad und Badeteich haben in diesem Jahr 57T€ eingenommen.
Dem gegenüber stehen Ausgaben von 123T€ (148T€ waren budgetiert).
ca 211 Saisonkarten wurden an Nicht-Biedermannsdorfer ausgegeben.
Die Frage ob die oben genannten Ausgaben bereits den Kartenautomaten, Ticketingsystem und neues Tor beinhalten bleibt unbeantwortet, man ist sich aber relativ sicher, dass dem nicht so ist.
Der Ausschuss wird sich des Themas wohl noch einmal annehmen und dann auch die Tageskartenverkäufe analysieren.
Gemeinderat Luisser beginnt eine Diskussion, ob viele Ortsfremde den Badeteich "überlaufen".
Gemeinderat Steindl beendet sie mit dem Hinweis, dass es früher an heißen Tagen genau so voll war und man von Wiener Kennzeichen nicht auf Nicht-Biedermannsdorfer schließen kann.
6. Eröffnungsfeier Rad & Gehweg Bewusstseinsbildenden Maßnahmen
Eine Eröffnungsfeier mit Gewinnspiel ist für den 12.10.2024 um 14:00 anberaumt.
Um 11T€ Förderung zu bekommen müssen 3.600€ für "bewusstseinsbildende Maßnahmen" ausgegeben werden. Diese fließen zur Gänze in die zu gewinnenden Preise.
Der Bürgermeister spendet Bier. Brot und Aufstriche werden durch den Gemeinderat bereit gestellt und zu einem geringen Preis verkauft.
Einstimmig angenommen.
7. Baurichtlinien
Die späte Abarbeitung und das darum (aus unserer Sicht) mangelhafte Endergebnis haben wir bereits im Vorfeld kritisiert und hier nicht extra angebracht. Wolfgang Steindl kündigt einen Ausschuss im nächsten Jahr an in dem wir weiter daran arbeiten können.
Gemeinderat Luisser führt eine Liste an Punkten an, die er an den neuen Baurichtlinien frag- oder kritikwürdig hält.
Gemeinderat Steindl beantwortet diese mit dem Hinweis, dass es zu spät ist und Gemeinderat Luisser in keiner der entsprechenden Ausschusssitzungen zugegen war.
Abstimmung: GR Luisser: Enthaltung. Alle anderen: dafür.
8. Grundstücksnummer 228/2 - Änderung des Flächenwidmungsplans
Am Ostermann Grundstück soll ein Gebäude als Wohngebäude umgewidmet werden.
Einstimmig.
9. Änderung des Bebauungsplans
Selbes Grundstück wie in Punkt 8. Aber der Bebauungsplan muss geändert werden, damit auch das Dachgeschoss des Gebäudes ausgebaut werden darf.
Einstimmig.
10. Anschaffung Ö-Klo
Es ist zum Heulen. Aber beginnen wir von vorne.
Im Gegensatz zu uns haben alle umliegende Gemeinden zumindest auf einigen ihre Spielplätze ein Toilettenanlage.
Wir hatten ein Angebot der Firma Ö-Klo eingeholt. Für 755,60€ im Monat hätten wir ab sofort zwei Toilettenanalgen auf zwei Standorten unserer Wahl haben können. Nach unseren Erkundigungen ist man in den Nachbargemeinden sehr zufrieden damit.
Unser Gemeinderat Martin Firsching trug den Antrag vor.
Nach einer eher kurzen aber zunächst noch offen wirkenden Diskussion meinte der Bürgermeister "stellt's euren Antrag". Wir wissen mittlerweile schon was das heißt. Die Entscheidung war längst gefallen. Die Mandatare von SPÖ und ÖVP hörten auf, auf Fragen zu reagieren. Sehr sehr brav.
Abstimmung: Grüne und FPÖ dafür. SPÖ und ÖVP dagegen.
Der Bürgermeister beteuerte nochmal er fände das "eh nicht schlecht" aber der Zeitpunkt sei nicht gut.
Ich denke er kann kaum glauben, dass man Kinder von jetzt bis in den Frühling "abschaltet" und nicht mehr mit ihnen raus geht (falls doch: wir haben versucht ihm das zu erklären). Oder dass in den dunklen Monaten die Fähigkeit "es zusammen zu zwicken" auf magische Weise steigt.
Ist wohl eher aus wahltaktischen Gründen kein guter Zeitpunkt. 5 Monate vor der Gemeinderatswahl ein Projekt einer anderen Fraktion durchgehen lassen? Da könnte man ja nicht mehr sagen, die würden nur reden . . .
11. Anrufsammeltaxi
Auch so ein Thema.
Die Umsetzung des Anrufsammeltaxis durch Postbus ist nicht gut und soll neu ausgeschrieben werden.
Vizebürgermeister Spazierer hat (etwas eigenmächtig) bereits eine Stellungnahme versendet, dass wir nur ein Interesse daran haben an der Ausschreibung (!) teilzunehmen, wenn alle anderen Gemeinden es auch tun.
Er weiß sehr genau, dass einige große Gemeinden bereits angekündigt haben nicht teilzunehmen. Und dass auch das letzte mal nicht alle Gemeinden von Anfang an bei der Ausschreibung dabei waren, dann aber doch umgestimmt werden konnten. Das Projekt war ihm recht offenkundig nie ein Herzensanliegen.
Vizebürgermeister Spazierer gibt außerdem an, dass eine Interessenbekundung dann rechtlich bindend für die spätere Umsetzung ist . . . das erscheint uns recht absurd. Der Wortlaut der vorgefertigten Interessenbekundung stützt diese These nicht. Es gelingt uns immerhin Gemeinderat Michelfeit (ÖVP) von diesem Standpunkt zu überzeugen.
Wichtiger Punkt: dieses mal könnte auch VOR sich bei der Ausschreibung
bewerben, deren Anrufsammeltaxi System bereits in einigen Modelegionen sehr gut funktioniert.
Um das ganze Projekt nicht im Vorhinein durch unsere de facto Absage in der Ausschreibungsphase zum Scheitern zu verurteilen, bringt Kerstin Haas-Maierhofer den Antrag ein, die Interessenbekundung erneut zu versenden mit der einzigen Vorbedingung, dass Postbus diesmal nicht mit der Umsetzung betraut wird und dann gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt abzuspringen.
Abstimmung: Grüne dafür, Joseph Michelfeit enthalten, alle anderen dagegen.
Vizebürgermeister Spazierer bringt den Antrag ein, bei der aktuellen Stellungnahme (wir nehmen nur an der Ausschreibung teil, wenn ALLE daran teilnehmen).
Abstimmung: Grüne und Joseph Michelfeit enthalten (7), alle anderen (9) dafür.
12. Lärmverringernde Maßnahmen – Tempolimit A2
Karl Wagner stellt den Antrag vor. Es soll mit den Umweltgemeinderäten umliegender Gemeinden eine ARGE Tempolimit gegründet werden, die weitere Schritte und vor allem erst mal eine Resolution erarbeiten sollen.
Bürgermeister Wimmer weist darauf hin ob wir eh mitbekommen hätten, dass er und Vizebürgermeister Spazierer eine Volksbefragung initiiert hätten.
Wir weisen ihn darauf hin, dass dieser Tagesordnungspunkt älter ist als seine Bekanntmachung (wenn auch nur um einen Tag. Unter uns: ich denke er wollte uns da das Heft aus der Hand nehmen).
Nach einiger Diskussion stimmen wir zu, den Antrag zurück zu ziehen und nach der Befragung neu zu stellen.
13. Lärmverringernde Maßnahmen- Lärmarme Altglas Container
Dieser Punkt wäre fast von der Tagesordnung genommen worden, weil nicht alle Unterlagen rechtzeitig beschafft werden konnten.
Ergebnis der Diskussion:
wir haben bereits eine ältere Generation lärmarmer Altgals Container. Gemeinderat Wolfgang Steindl wird erfragen, ob der Umstieg auf neuere Generationen mit Kosten verbunden sind.
Wir ziehen den Antrag zurück und stellen ihn gegebenenfalls wieder.
14. Subventionen
An Subventionen wurden unter anderem beschlossen Zuwendungen für den Elternverein der Volksschule und Parteien-Ausbildungs-Zuwendungen (der genaue Name ist mir gerade nicht erinnerlich) für ÖVP und SPÖ.
Wir haben bereits in der Vergangenheit kritisiert, dass Vereine die laut Bürgermeister "ned von do" sind (wir erinnern uns: da fallen auch das Hospiz Mödling und Frauenhäuser darunter) erst am Ende des Jahres bedient werden "wenn noch Geld da ist".
Neu ist aber, dass diese Anträge nicht einmal mehr verlesen und offiziell "verschoben" werden. Sie werden einfach nicht mehr vorgetragen. Die Entscheidung fällt also nicht mehr der Gemeinderat sonder scheinbar der Bürgermeister.
Ich ärgere mich sehr über mich selber, da nicht härter dagegen argumentiert zu haben.
# 14A. Aufnahme des Tagesordnungspunkt 15 in den nichtöffentlichen Teil
Der KDZ Bericht, der eine Bestandsanalyse des Gemeindeamts und einen Verbesserungsplan darstellen soll, sollte laut Tagesordnung im nicht-öffentlichen Teil vorkommen. Wir haben nach Lektüre des Berichts keine Veranlassung (Datenschutz, Personenrecht,o.ä.) gesehen und darum den Dringlichkeitsantrag gestellt, diesen Punkt öffentlich zu behandeln.
In der folgenden Diskussion, wird zB angeführt, dass im Bericht auch die Namen der Mitarbeiter vorkommen (in einem Organigramm). Das ist einigermaßen absurd. Namen allein sind nicht datenschutzrelevant und können auch von der Gemeindehomepage bezogen werden . . .
Erst nach einiger Diskussion wird uns hier von Max Holler eine zufriedenstellende Begründung gegeben:
den Mitarbeitern des Gemeindeamtes war im Vorfeld der Befragungen einen gewisse Vertraulichkeit zugesichert worden.
Mit dieser Begründung (und auch, da der Bericht keine "smoking gun" zu enthalten scheint, die es unbedingt öffentlich zu adressieren gälte) entschließen wir uns den Antrag zurück zu ziehen.
Aber eines (und das haben wir auch öffentlich angesprochen) kann man nicht oft genug betonen:
Laut den Deckblättern der Berichte war der Status Quo Bericht im 27.11.2023 fertig und der finale Bericht am 11.1.2024.
Am 17.1.2024 erzählt uns Vizebürgermeister Spazierer es habe in der Woche zuvor ein Gespräch mit KDZ gegeben, sie hätten schon was "zusammen geschrieben". Im Mai wäre das dann fertig.
Der Bericht war aber schon in der Woche zuvor fertig. Und erst jetzt, 8 Monate später, bekommen wir ihn zu Gesicht.
Es erfordert die Aufbietung all meines guten Willens nicht zu glauben, dass uns Vizebürgermeister Spazierer uns ins Gesicht . . . die Unwahrheit gesagt hat.
Und ich würde es auch nicht so herausstellen, wenn es das erste mal wäre, dass uns Dokumente und Studien lange vorenthalten werden (siehe zB Verkehrsstudie zu Schulweg).
17. Allfälliges
Richtig gelesen. Tagesordnungspunkt 17.
Es kommt selten vor aber Gemeinderat Luisser hatte einen Gedanken, dem ich zustimme: er schlägt vor, den Punkt Allfälliges VOR den nicht-öffentlichen Teil zu ziehen, so dass die Gäste dann heim gehen können ohne etwas zu verpassen.
Finden wir gut. Am Ende der Sitzung kommt dann auch überein, das immer so zu halten.
Gemeinderat Gschaider berichtet, dass die Nordwestliche Ecke des Hortspielplatzes frisch angesät und abgesperrt ist. Da dieser Bereich aber seit Jahren im Winter immer ein Gatschfeld ist, trägt der den Vorschlag einiger Hortbetreuerinnen vor, diesen Teil des Spielplatzes als Hartplatz auszuführen und so witterungsbeständig zu machen.
Der Infrastrukturausschuss wird sich des Themas annehmen.
Gemeinderat Firsching trägt eine Liste von Punkten vor, die uns in der Vergangenheit zugesagt/versprochen worden waren und erfragt deren Status:
- eine Bevölkerungsentwicklungsanalyse im Generationenausschuss (GR Hildegard Kollmann): war für "nach dem Sommer versprochen". Wird frühestens im Oktober angegangen
- Präsentation der ausgearbeiteten Verkehrskonzepte für Schulweg, Friedhofsweg und Leopold Eichinger-Ring vor der Bevölkerung (GR Harald Meixner): noch nicht gemacht oder angegangen (ehrliche Antwort)
- Vergaberichtlinien für Gemeindewohnungen sind seit dem letzten Sozialausschuss (22.3.2024) offen (GR Joseph Spazierer) : "zeitnah" . . .
- Laut Beschluss von 12.3.2024 solle der Sozialausschuss sich mit eventuellen regelmäßigen Öffnungszeiten des Jugendtreffs beschäftigen (GR Joseph Spazierer) : hat sich mit GR Max Holler ausgetauscht. Kein Datum für Sozialausschuss...
- Der Sicherheitsausschus soll sich laut GR-Beschluss vom 17.1.2023 mit den Parkplätzen rund um den Bereich Dr. Fuhrich (Josef Bauer-Straße; parkende Autos verstellen ständig den Gehweg) beschäftigen (GR Harald Meixner) : es wurde Kontakt mit einer Bodenmalerfirmer aufgenommen. Kommt in den nächsten Ausschuss. Kein konkretes Datum.
Das Bürgerradar (erinnert sich wer?) geht noch immer nicht. Laut BGM ist es geplant und in Arbeit aber es wurden noch keine passende Firma gefunden (die alte gibt es nicht mehr).
Zur Erinnerung: das Radar ist seit mindestens 2 oder 3 Jahren defekt.
15. Bericht KDZ – nicht öffentlicher Teil
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16. Personelles – nicht öffentlicher Teil
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Samstag, 14. September 2024
Gute Nachricht: Die Chancen werden besser!
Die Klimakrise wird zwar schlimmer, aber die Aussicht, dass wir sie lösen können, wird besser. Meldungen, die gemessen an der Größe der Klimakrise für sich alleine stehend viel zu banal sind, zeigen, wenn wir uns die Details anschauen: Es geht wirklich voran. Beispiele gefällig?
- China ist längst zum Zugpferd der Energiewende geworden.
- Das vergleichsweise sonnenarme Deutschland wird zum Solar-Champion.
- Entwicklung in ärmeren Ländern muss nicht immer bedeuten, dass sie erst mal Kohle verstromen. Länder wie Brasilien bauen erneuerbare Energien in Rekordgeschwindigkeit aus.
Natürlich gibt dabei ein paar Wenns und Abers, aber keine entscheidenden Einschränkungen. Und natürlich dürfen wir nicht die Hände in den Schoß zu legen. Aber diese Fortschritte sollen uns ein Motivationsschub und eine Bestätigung sein, dass wir die Kurve in eine lebensfreundliche Zukunft noch schaffen können, wenn wir weiter dran bleiben! Weitere Details in zehn Grafiken.
Jeder ist aufgerufen, dazu beizutragen, dass uns die Wende gelingt: Durch persönliches Verhalten, durch Engagement, auch Andere zu nachhaltigerem Verhalten zu bewegen und nicht zuletzt auch durch seine Entscheidung in der Wahlkabine.
Link-Kisterl KW 37
Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten 7 Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Diesmal ist auch etwas zum Mitmachen dabei. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.
Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.
Lesen:
- Es gab Unterrichtsminister, die zeit ihres Lebens unterschätzt wurden und Arbeiterkindern exzellente Schulbildung ermöglichten. Und dann gibt es Unterrichtsminister wie Martin Polaschek, der in den letzten fünf Jahren gerade einmal seine Haare unter Kontrolle bekam. Zu einer nicht gerade schmeichelhaften Bewertung im „Falter“.
- Auch wenn es der Bildungsminister anders sieht: Österreichweit fehlen hunderte Lehrer, und es gibt immer weniger Lehrer-Stellen, wo wirklich das Lehren im Mittelpunkt steht. Eine Bestandsaufnahme von Niki Glattauer.
- Unzufriedenheit mit der Demokratie ist nach Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflationsrekord die neue Normalität in Österreich, der damit verbundene Rechtsruck könnte auch die Demokratie gefährden. Warum autoritäre Tendenzen dennoch nicht in Stein gemeißelt sind, lesen Sie hier.
- Die Solarenergie erfreut sich schon seit Jahren wachsender Beliebtheit, aber 2023 wurde ein neuer Rekordwert von 428 Gigawatt weltweit neu installiert. Das sind 76 Prozent mehr als im Jahr 2022 und mehr als doppelt so viel wie die jüngsten Wachstumsraten der Branche. Zum Bericht von Canary Media (englischsprachig)
- Was lange als Verlegenheitslösung für daheim galt, hat sich zum Kult entwickelt, Filterkaffee ist der heißeste Trend am Vienna Coffee Festival – sogar einen Weltmeister in dieser Disziplin haben wir. Zum Beitrag auf NewsFlix
- Nur in der Slowakei und in Mexiko sind Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern geringer als in Österreich, wo sie bei nur 0,6 Prozent des BIP liegen, während es im Schnitt der OECD 2,5 Prozent sind. Würden sie auf dieses Niveau angehoben, so nähme der Staat um die sieben Milliarden mehr ein, um die man Steuern auf Arbeit senken könnte.Zum Blogbeitrag von P.M. Lingens
- In einem politischen Entscheidungsjahr wie diesem muss man Prioritäten setzen. An erster Stelle hat die Verteidigung der Demokratie zu stehen. Zu einem Essay von Alexander Pollak
- Philosoph Jason Stanley und Historiker Timothy Snyder diskutierten in Wien über die Macht von Verschwörungserzählungen und den Wert von gutem Journalismus., Zum Standard-Artikel, der auch einen Link zu einem ziemlich langen Video enthält.
- Ungefähr ein Drittel der Wahlberechtigten denkt sich nichts dabei, einer Partei die Stimme zu geben, die Österreich zur Festung erklären und Menschenrechte neu formulieren will, und die ehemals christlichsoziale Partei will sie rhetorisch dabei übertreffen, aber mit dem Spitzenkandidaten der Faschisten nicht koalieren, wohl aber mit den übrigen Faschisten, denn da seien viele Vernünftige darunter. Zu einer Rede von Armin Thurnher bei einer Sonntagsdemo in Hohenems:
- 10 Minuten Zeit nehmen und Biedermannsdorf beim Fahrradklima-Test der Radlobby bewerten: https://www.radlobby.at/fahrradklimatest
- Der Arlberg trennt geografisch und mental Vorarlberg von Hinterarlberg – sprich Tirol vom Rest von Österreich. Ein amüsanter, lehrreicher Artikel übers „Ländle“.
Hören:
- Am 4. März 1933 starb die noch junge österreichische Republik einen stillen Tod, was mit Geschäftsordnungsdebatten im Parlament begann, endete mit dessen Abschaffung. Ein Lehrstück zur Warnung im Podcast von Michael Nikbakhsh mit Christa Zöchling.
Sehen:
- Philosoph Jason Stanley und Historiker Timothy Snyder diskutierten in Wien über die Macht von Verschwörungserzählungen und den Wert von gutem Journalismus. Zum Video
- Die Wahlprogramme von ÖVP und FPÖ sind fast deckungsgleich, beide wollen, dass die Reichsten der Gesellschaft weniger Steuern zahlen müssen. Das Ergebnis wäre aber, dass Geld für Schulen, Spitäler oder Kindergärten fehlt, wichtige Sozialleistungen gekürzt oder die Steuern für den Rest der Bevölkerung erhöht werden müssten. Zum Video, in dem Stephan Schulmeister die Pläne von ÖVP und FPÖ analysiert.
- Seit Jahren kursieren im Netz regelmäßig neue Fake-Videos von bekannten ORF-Menschen, in denen sie angeblich für irgendwelche großartigen Geldanlage-Möglichkeiten, für Krypto-Währungen, Abnehmmittel oder was auch immer werben. Selbstverständlich sind alle diese Werbevideos Fakes, die noch teilweise sehr schlecht gemacht sind, in Zukunft aber immer schwerer als Fälschungen erkannt werden können. Hier gehts dazu zu zwei Videos von jeweils acht Minuten Dauer:
Mitmachen:
- Das „Netzwerk Chance Demokratie“ will reale und virtuelle Räume für Debatten über eine konstruktive Demokratie schaffen, die nicht untergraben werden kann. Gesucht werden Bürgerinnen und Bürger, die sich am Schutz und der Entwicklung der Demokratie aktiv beteiligen, statt nur zuzuschauen. Zur Website






