Sonntag, 15. Dezember 2019

Auf der Suche nach Rechtfertigung.

Je deutlicher sich die Klimakrise ankündigt, je nachdrücklicher sich die seriöse relevante Wissenschaft weltweit in den politisch-gesellschaftlichen Diskurs einbringt, je zahlreicher die Anzeichen der Politik werden, sich nun doch aufzuraffen und zu handeln, desto aggressiver und manchmal fast schon panisch werden die Rückzugsgefechte der Verhinderer, Leugner und Lügner.

Armin Falk, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität in Bonn und Direktor des briq-Insituts (Institute on Behavior and Inequality – Institut für Verhalten und Ungleichheit) hat dazu eine Theorie, die mir angesichts eigener Erfahrungen logisch erscheint
.
Maßnahmen gegen die Klimakrise haben immer mit Kooperation zu tun. Denn der Einzelne muss sein Verhalten ändern, den Nutzen hat die Allgemeinheit. 
Klimafreundliches Verhalten ist daher besonders schwer für egoistisch veranlagte Menschen. Fühlen sie sich unter Druck gesetzt, suchen sie nach passenden Geschichten, um ihre egoistische Handlungsweise zu rechtfertigen. Vor sich und anderen.

Sonntag, 8. Dezember 2019

Es ist alles sehr kompliziert



Wieder ein Beispiel, was andere Gemeinden durch Verhandlungen mit Bauträgern und dem Abschluss von Baurechtsverträgen erreichen konnten:

  • Reduktion der Wohnflächen von 54600qm auf 32500qm
  • eine finanzielle Beteiligung seitens der Grundstückseigentümerin an Infrastruktur,
  • die Zusage, Kinderbetreuungsplätze zu errichten,
  • 28 öffentlich nutzbare Kfz-Stellplätze,
  • ein E-Carsharing-Stützpunkt
  • Rechtssicherheit durch den Baurechtsvertrag

Ein Positivbeispiel?

Einerseits ja. Andererseits ist an dem ausgehandelten Kompromiss auch einiges zu kritisieren: Die geplante Wohnfläche ergibt etwa 450 Wohnungen, das heißt etwa 650 zusätzliche Autos im Ort, von denen etwa 500 Autos täglich in der Früh in einem engen Zeitfenster wegfahren und damit zusätzlichen Verkehr produzieren werden. Was heißt das für die bereits angespannte Verkehrs- und Stausituation? Werden den zukünftigen BewohnerInnen Jahreskarten für die Badner Bahn oder andere öffentliche Verkerhsmittel zur Verfügung gestellt, damit sie in vielen Fällen auf die Verwendung des eigen (Zweit-) Auto oder gar aufs Auto selbst verzichten können?

An diesem Fall sieht man zweierlei:

  • Eine Gemeinde hat, wenn sie will, sehr wohl die Möglichkeit, erhebliche Anpassungen eines geplanten Bauvorhabens zu erreichen, die im Interesse ihrer Bevölkerung liegen.
  • Insbesondere die durch eine starke Ausweitung der Bevölkerungsanzahl verursachte Steigerung des Individualverkehrs ist extrem problematisch, deren negative Auswirkungen für Bevölkerung und Umwelt gehörten weitestgehend minimiert.

Welche Lehren ließen sich aus diesem Beispiel für Biedermannsdorf ziehen?

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Die Panikmacher der Klimakrise


Kürzlich durfte ich mich von berufener Seite darüber belehren lassen, dass ich zu den Panikmachern gehöre, wenn ich vor den Folgen der Klimakrise warne. Nun - ich glaube, es ist in dem Fall ganz nützlich, einmal die Quellen meiner Kenntnisse zu veröffentlichen. Also nicht ich - auch nicht die Grünen sind gemeint mit Panikmachern, sondern die nachfolgend Genannten.

Da wäre einmal der das Climate-Change-Center-Austria. Dort wirken folgende Institutionen mit:
Gesundheit Österreich GmbH,
Helmholtz Zentrum für Umweltforschung,
Medizinische Universität Wien,
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit,
Österreichische Akademie der Wissenschaften,
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung,
Technische Universität Graz,
Universität Augsburg,
Universität für Bodenkultur,
Universität Wien,
University of Nottingham,
Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz,
Wirtschaftsuniversität Wien,
Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital,
World Health Organization
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Dann hätten wir da noch den IPCC (Intergovernmental Paneel on Climat Change). Der IPCC ist eine Organisation der UNO. Gegenwärtig hat er 195 Staaten als Mitglieder. Tausende von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt arbeiten ihm zu.

Nicht zu vergessen den Astrophysiker Harald Lesch oder Helga Kromp-Kolb, Em. Univ. Prof. Meteorologin, Klimaforscherin und Wissenschaftlerin des Jahres 2005.

Das also sind jene Lügner und Betrüger, die uns ständig vorjammern, wir würden unsere Zukunft aufs Spiel setzen, wenn wir unser gegenwärtiges Leben so beibehalten, wie es ist.

Dies nur zur Orientierung.

Karl Wagner

Klimaschutzmanifest Biedermannsdorf - Es gibt eine Heimat ...


Biedermannsdorf beschloss am 4.12. mit den Stimmen der ÖVP, SPÖ und Grünen auf unsere Initiative hin ein Klimaschutzmanifest. Ich bin sehr froh über die Übereinstimmung, die ich in den vorangegangenen Arbeitskreisen vorfand.

Anlässlich der Eröffnung der Madrider Klimakonferenz betonte unser Bundespräsident, dass das Jahr 2020 ein Jahr der Entscheidung werden wird. In welche Richtung auch immer, füge ich hinzu. Er sagte auch, wir müssen für unsere Enkel sorgen. Aber so weit in die Zukunft müssen wir gar nicht gehen. Wenn es schlimm wird, werden schon unsere Kinder Probleme haben. Oder sogar - und das passiert bereits - wir selbst. Der Landwirt, dessen Erdäpfelernte dem Drahtwurm zum Opfer fiel, hat das extremer Trockenheit, verbunden mit großer Hitze zu verdanken. Der Waldbesitzer, dem der Borkenkäfer seine Fichten auffrisst, verdankt diese Misere dem gleichen Grund. Ebenso der Hausbesitzer, der sein Hab und Gut in einen Berghang versinken sieht, weil der Permafrostboden auftaut. Sie alle sind österreichische - niederösterreichische - Opfer der Klimakrise.

Van der Bellen erwähnte auch die vielen Verbündeten außerhalb der Politik wie Fridays-for-Future, oder die Katholiken mit ihrem Papst Franziskus. Zweifellos wichtige Verbündete. Neu hinzugekommen ist die Wissenschaft, die sich deutlicher denn je in die Diskussion einschaltet. Ihre Warnungen sind nun beim besten Willen nicht mehr zu überhören.

Freitag, 29. November 2019

Leben am Abgrund?


Konsum muss nun mal sein. Wir müssen essen, brauchen Kleidung und vieles Andere mehr. Andererseits: Jede Art von Konsum schadet Klima und Umwelt. Jedes Produkt verbraucht beschränkte Ressourcen, verursacht in Produktion und Transport CO2-Emissionen, egal ob das T-Shirt in Portugal oder Bangladesch genäht wurde, und belastet bei seiner Entsorgung wahrscheinlich die Umwelt.

Es ist nicht schwer zu verstehen. Unser Lebensstil ist nicht im Einklang mit Mutter Erde. Die Konsequenz ist logisch und einfach: Wir müssten anders leben. Auch das wäre nicht schwer, wenn es nicht mächtige Gewohnheiten und vermeintliche Sachzwänge gäbe. Fehlt uns die Fantasie, uns Neues, ein nachhaltiges Leben vorstellen zu können?

Manches ginge leicht: Brauchen wir Zwiebel aus China, Äpfel aus Chile, Wein aus Südafrika? Müssen wir bis zu 50% unserer Lebensmittel wegschmeissen? Dann wird’s schon schwieriger: Brauchen wir alles, was wir uns vermeintlich supergünstig am Black Friday oder bei anderen Gelegenheiten krallen können? Wie nötig, die Not wendend, be-nötig-en wir überhaupt vieles von dem, was wir zu brauchen glauben - oder geglaubt haben? Die acht reichsten Menschen auf der Erde besitzen so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der gesamten Erdbevölkerung. Sind sie deshalb fünfhundert Millionen mal glücklicher als diese ärmere Hälfte? Unterliegen wir unserem durch die Evolution angezüchteten Jagd- und Sammlertrieb? Was ist unsere vermeintliche Vernunft wert, wenn wir nicht in der Lage sind, aus erkannten Fakten die richtigen Schlüsse zu ziehen? Was ist unser angeblich freier Wille wert, wenn wir es nicht schaffen, diese Schlüsse dann auch in Taten umzusetzen? Und wären wir es unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln nicht schuldig, ihnen eine Welt zu hinterlassen, in der sie zumindest gleich gut leben können werden wie wir selbst?

Was heißt: Ein gutes Leben? Ein gutes Leben für alle? Und wer sind „alle“?

Die Diskussion sei eröffnet. Ihre Meinung ist interessant. Lassen Sie von sich hören! Bitte um zahlreiche Kommentare!


Montag, 11. November 2019

Gemeinderatswahl 26. Jänner 2020

Die Gemeinderatswahlen in NÖ finden am 26. Jänner 2020 statt.

Hier einige wichtige Informationen dazu:

Wer ist in Biedermannsdorf wahlberechtigt?

  • Österreichische Staatsbürger*innen, die in Biedermannsdorf mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet sind,
  • Staatsbürger*innen anderer EU Staaten, die in Biedermannsdorf mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet sind,
  • vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen sind und
  • bis zum Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben.

ACHTUNG: Der Stichtag für die Aufnahme ins Wähler*innenverzeichnis war der 21. Oktober 2019. Sollten Sie sich erst nach diesem Stichtag in Biedermannsdorf angemeldet haben, sind Sie noch nicht in Biedermannsdorf wahlberechtigt.
Um sicher zu gehen, dass Sie in Biedermannsdorf wahlberechtigt sind, haben Sie die Möglichkeit von Montag, 11. November bis Montag, 18. November 2019 am Gemeindeamt Einsicht ins Wähler*innenverzeichnis zu nehmen.

Wahllokal Biedermannsdorf - Sprengel und Öffnungszeiten

Biedermannsdorf ist in drei Sprengel unterteilt. Die Wahllokale befinden sich in den Clubräumen der Jubiläumshalle sowie im Hort der Volksschule (Eingang neben der Jubiläumshalle). Einige Wochen vor der Wahl erhalten Sie eine Wahlinformation zugeschickt, auf welcher ersichtlich ist, zu welchem Sprengel ihre Straße gehört. Außerdem sind neben den Eingängen zu den Wahllokalen Listen mit den Straßennamen der jeweiligen Sprengel ausgehängt.

Die Wahllokale in Biedermannsdorf werden am 26. Jänner 2020 von 7:00 bis 16:00 geöffnet sein.

In mehreren Gemeinden wahlberechtigt

Österreichische und EU Staatbürger*innen sind lt. § 17 NÖ Gemeindewahlordnung in  NÖ Gemeinden wahlberechtigt, in denen sie einen ordentlichen Wohnsitz (Haupt- oder Nebenwohnsitz) angemeldet haben. Daraus folgt, dass Personen, die in NÖ Gemeinden sowohl Haupt- wie auch Nebenwohnsitz haben, auch in mehreren NÖ Gemeinden wahlberechtigt sind.

Montag, 4. November 2019

Der Nationale Energie- und Klimaplan


Der überarbeitete „Nationale Energie- und Klimaplan“ (NEKP) Österreichs, der Ende dieses Jahres der Europäischen Kommission übermittelt werden muss, liegt seit heute zur Begutachtung auf. Er enthält nach wie vor viel Papier, aber wenig Konkretes und teilweise nach wie vor Kontraproduktives.

Auf Seite 15 wird zum Beispiel für den Verkehr eine „Erhöhung des Anteil von
erneuerbarer Energie im Verkehr im Jahr 2030 auf mindestens 14% durch den Einsatz von
Biokraftstoffen und der Steigerung des E-Mobilitätsanteils“ angepeilt. Dafür sollen „Kontraproduktive Anreize und Subventionen“ identifiziert werden – als ob diese nicht schon längst feststünden – und danach stufenweise, also möglichst langsam und schonend für die davon möglicherweise Betroffenen, abgebaut werden.  Biokraftstoffe im PKW- und LKW- Verkehr bringen überhaupt keine Entlastung bei Luftschadstoffen und Lärm, schaffen dafür aber durch den erforderlichen Intensivanbau geeigneter Pflanzen neue Probleme.

Eine „effiziente Güterverkehrslogistik sowie die Stärkung des schienengebundenen öffentlichen Verkehrs“ wird sogar als ein „Leuchtturmprojekt“ bezeichnet. Die Güterverkehrslogistik soll allerdings nur durch Förderungen verbessert werden, Maßnahmen, die auf eine grundsätzliche Reduktion des Transportaufwands hinauslaufen, sind nicht zu finden. Und für die explizit genannte „Verlagerung von der Straße auf die Schiene“ sind die geplante Waldviertelautobahn und Stilllegungen und teilweiser Abbau von existierenden Nebenbahnen nicht gerade leuchtende Beispiele.

Grundsätzlich wird  im NEKP die „starken Diversifizierung der Zuständigkeiten in
Angelegenheiten der Klimapolitik“ in Österreich erwähnt. Diese äußert sich auch in der Zusammensetzung des „Nationalen Klimaschutzkomitees“, in dem „neben den zuständigkeitsrelevanten Bundesministerien u.a. die neun Bundesländer, die Sozialpartner, die im Nationalrat (Parlament) vertretenen politischen Parteien, sowie Interessensgruppierungen der Wirtschaft und Umwelt-NGOs vertreten sind“. Dass dieser Zuständigkeitsdschungel allerdings ein Mitgrund für Österreichs vergleichsweise schlechtes Abschneiden bei der Reduktion von Treibhausgasen sein könnte und daher auch an diesen Strukturen grundsätzliche Änderungen anzudenken und umzusetzen wären, ist aus dem NEKP nicht ersichtlich.