Sie erinnern sich vielleicht: Umweltministerin Gewessler reichte einen, nach langen Verhandlungen
ohnehin schon verwässerten Entwurf des österreichischen Energie-
und Klimaplans bei der EU ein. Europaministerin Karoline Edtstadler
(ÖVP) zog ihn wieder zurück, weil er nicht mit anderen Ministerien
abgesprochen worden sei. Dabei wäre dieser Entwurf, zusammen mit den
Stellungnahmen der EU dazu, ohnehin erst endgültig zu verhandeln
gewesen. Bei Ablauf der Frist lag damit kein Vorschlag aus Österreich
vor, weshalb ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen
Österreich eröffnet wurde.
Nun haben 55
WissenschaftlerInnen den zurückgezogenen Vorschläge zum NEKP
untersucht und kamen zum Schluss: Mit nur 35 Prozent statt 48 Prozent
Emissionseinsparungen hätte er ohnehin nicht gereicht, die
vorgeschriebenen Klimaziele zu erreichen. Sie haben nun Empfehlungen
vorgelegt, die vor allem die Bereiche Verkehr, Raumplanung und
Stadtentwicklung, Energie, Industrie und Infrastruktur, Gebäude,
Land- und Forstwirtschaft, Landnutzungsänderungen und Bioökonomie
betreffen.
Außerdem haben die
WissenschaftlerInnen festgestellt: Die Maßnahmen würden demnach
überwiegend auf hohe oder sehr hohe Akzeptanz der Bevölkerung
treffen. “An der Bevölkerung liegt eine zu langsame Umsetzung der
Klimapolitik damit nicht”, mahnt Sigrit Stagl vom Institut für
Ökologische Ökonomik an der WU Wien.
https://ccca.ac.at/wissenstransfer/stellungnahme-nekp-2023