Dienstag, 4. Juli 2017

Irreführung Grundeinkommen?

Pinocchio, Holzpuppen mit langer Nase
Führt die Diskussion um ein (bedingungsloses) Grundeinkommen in eine Falle? Dafür könnte sprechen, dass diese Diskussion auch immer mehr von Top-Managern und Superreichen befeuert wird.

Als Begründung für die Notwendigkeit eines (bedingungslosen) Grundeinkommens wird meist der durch die fortschreitende Automatisierung verursachte Verlust von Arbeitsplätzen genannt. Will damit nur das „dumme“ Volk schnell ruhiggestellt werden, damit es nicht etwa fordert, an den Erträgen der Digitalisierung angemessen beteiligt zu werden? Wären nicht höhere Löhne die unbedingt nötige Maßnahme, um negative Folgen der Automatisierung auf den Arbeitsmarkt zu verhindern? Ist Verzicht ökologisch wertvoll? Würde Verzicht bei uns nicht bloß zu mehr Produktion und weniger Konsum führen? Wäre das Ergebnis nicht, dass Länder wie z.B. Deutschland vor allem für den Export produzieren und große Überschüsse im Außenhandel anhäufen? Damit wäre ökologisch alles so schlecht wie vorher, aber andere Länder geraten in große Probleme, weil sie Arbeitsplätze verlieren und sich verschulden. Und wer wären wohl die Nutznießer einer solchen Konstellation?

Wer die Welt retten will, muss aufhören zu produzieren und dafür sorgen, dass politisch Vorkehrungen getroffen werden, dass das geschieht. Mit dem Konsumieren hat es dann automatisch ein Ende, weil da, wo nichts ist auch nichts konsumiert werden kann. An einer Beteiligung der Arbeitnehmer an der digitalen „Dividende“ führt kein Weg vorbei. Bekommen die Arbeitnehmer, was ihnen zusteht, können sie sich auch teurere, aber umweltgerecht produzierte Güter kaufen. Dazu ist aber unabdingbare Voraussetzung, dass die Regierungen in der Lage sind, den ökologischen Umbau mit so starken Anreizen zu versehen, dass er sich gegen billige herkömmliche Produktion durchsetzen kann.

Extrakt aus "Makroskop"

Bitte um Kommentare, was Sie von bedingungslosem Grundeinkommen, Grundsicherung oder anderen Alternativen halten!

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