Donnerstag, 19. Dezember 2019

An Fridays-for-Future - durchbrecht den Kreis!



Wenn ich mir eure Aktionen ansehe, denke ich an meine eigene Jugend zurück. Meine Freunde und ich waren verdammt unzufrieden mit dem, was die Alten vollführten. Vietnamkrieg, Rassendiskriminierung, Nazis, wohin man sah, Unverständnis, Unnachsichtigkeit. Wir ließen uns die Haare wachsen, hörten die Musik der Rolling Stones, Jimmy Hendrix, Janis Joplin, usw. Wir kleideten uns bunt, wir setzten dem Materialismus der Alten die Liebe entgegen. Oder das, was wir damals dafür hielten. Hauptsache, wir unterschieden uns von dem, was wir vorfanden Vieles von dem, was wir damals vertraten wie Gewaltlosigkeit, Toleranz und Gerechtigkeit war richtig. Andererseits fehlte es uns an Verständnis für die Alten. Genau das, was wir ihnen vorwarfen. Wir bekamen das auch zu hören.
Sie sagten, sie hätten keine Zeit für Gefühle, sie müssten schließlich alles wieder aufbauen. Alles war ja kaputt, das Land lag darnieder, sie hatten schwere Aufbauarbeit zu leisten. Sie schufteten Tag und Nacht um – ja, um was? Um wieder aufzubauen, was sie vorher zerstört hatten?

„Ihr habt die Welt in die Luft gesprengt, jetzt bringt sie wieder in Ordnung“, war unsere Antwort. Nicht gerade von Feingefühl getrieben, denn wir missachteten all jene, die gelitten hatten, die im Gefängnis oder gar im KZ saßen, die im Widerstand waren oder die einfach nur mitgemacht hatten weil sie zu schwach waren, sich aufzulehnen. Zu schwach, ihr Leben zu riskieren. Wer kann es ihnen vorwerfen?

Ich denke an die vielen, die auf die Straße gegangen sind. Man nennt sie die 68-er. Die meisten von ihnen gehören heute zu genau jenem Establishment, gegen das sie damals demonstrierten und kämpften. Viele von ihnen verraten heute die Ideale ihrer Jugend. 

Und so schließt sich der Kreis. Meine Großeltern-Generation hat einen Krieg gegeneinander geführt, meine Eltern-Generation und wir selbst führen Krieg gegen die Natur. Der Unterschied ist gravierend. Denn einen Wiederaufbau gibt es diesmal vielleicht nicht. Wenn wir nicht sofort Frieden schließen, werden wir alle – ob jung oder alt - verlieren.

Also ist es unsere Aufgabe, Frieden zu schließen, um die Chance wahrnehmen zu können. Frieden mit der Natur, Frieden miteinander, Frieden mit uns selbst.

Und ihr? Werdet ihr euch treu bleiben? Werdet ihr den Kreis durchbrechen?

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