Dienstag, 19. März 2019

Die Jugend sieht nicht mehr zu


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Muss die Jugend wirklich taten- und wehrlos zusehen, wie wir ihre Zukunft an die Wand fahren? Nein! Der erhobene Zeigefinger mancher Erwachsener, der die Schulpflicht einmahnt, ist scheinheilig und entbehrlich. Die Jugend an ihre Pflichten zu erinnern darf man dann, wenn man seinen eigenen Pflichten nachkommt. Jede Erziehungsmaßnahme ist erst dann wirksam, wenn man das, was man weitergeben will, vorlebt.

die Jugendlichen, die demonstrieren gehen, sind verantwortungsbewusster als viele von denen, die jetzt von Schulpflicht faseln. Die sollten sich lieber solidarisch erklären und mitgehen.

Und die gesetzliche Schulpflicht? Was spricht dagegen, eine Demo im Fach politische Bildung unterzubringen? Dann ist das Unterricht und der Fall ist erledigt. Aber dazu müssten sich natürlich wieder einmal Erwachsene zu wirksamem Klimaschutz bekennen. Und Mut beweisen.

Klimaschutz hat auch Platz in den Fächern Physik, Chemie, Erdgeschichte oder Naturkunde. Warum den Unterricht nicht mal einfach auf die Straße verlegen?

Karl Wagner

Sonntag, 17. März 2019

Gemeinderatssitzung am 14. März 2019


Bereits eine Woche vor der Gemeinderatssitzung haben wir mit Unterstützung durch die FPÖ die Aufnahme von 2 Tagesordnungspunkten für diese Gemeinderatssitzung verlangt.

Am 14. März wurden nun im Gemeinderat einige teilweise langjährigen Forderungen der Grünen beschlossen:

  • Die  wesentlichsten Verhandlungsziele für das Bauprojekt am Gelände des ehemaligen Kinderheims müssen durch den Gemeinderat beschlossen werden.
  • Der Kinderspielplatz in den Oberen Krautgärten wird endlich öffentlich zugänglich
  • 100 Euro Förderung von Sport-, Lern- Freizeitcamps gibt es nun auch für Angebote außerhalb Biedermannsdorfs
  • Errichtung einer eingezäunten Hundeauslaufzone  im Oberort

Zu Beginn der Sitzung hielt der Gemeinderat eine Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen, langjährigen Gemeinderat Peter Gschaider ab. Die Frau Bürgermeisterin berichtete danach unter  anderem über geplante baumpflegerische Maßnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Kinderheims (Kronenrückschnitt und Totholzentfernung), über die geplante Verlegung einer Radarbox von der Josef-Bauer Straße in die Achauer Straße und von einer Schutzchlorierung unseres Trinkwassers, die die EVN in den nächsten Tagen für die Dauer von ca. zwei Wochen durchführen wird. In der Achauer Straße soll die Errichtung eines Fußgängerübergangs beantragt werden. Die Ergebnisse einer noch durchzuführenden Verkehrszählung (Fußgänger und Fahrzeuge) sind dafür ein wesentliches Kriterium.

Einer der von uns erzwungenen Tagesordnungspunkte betraf das Bauprojekt der ARE auf dem

Umweltbericht Biedermannsdorf 2018



Während der Gemeinderatssitzung am 14.3.2019 präsentierte ich als Umweltgemeinderat pflichtgemäß den Gemeindeumweltbericht 2018.

Der Bericht bezog sich aus aktuellem Anlass ausschließlich auf den Klimaschutz. Wie wir wissen, ist die Situation ernst. Alle - Bund, Länder UND Gemeinden, sowie alle Bürgerinnen und Bürger sind angehalten, ihre Verantwortung wahrzunehmen.

Meine Aufgabe als Umweltgemeinderat ist es, Empfehlungen auszuarbeiten. Positiv ist zu sehen, dass das Land Niederösterreich die Gemeinden hierin in Gestalt der e.N.u. (Energie- und Umweltagentur Niederösterreich) sinnvoll unterstützt.

Mittwoch, 13. März 2019

Die Föhren und die BürgerInnennähe

Bild könnte enthalten: Himmel, Wolken, Baum und im Freien


Nachdem Ende Februar von der Gemeinde Entwarnung für die bis zu 50 Jahre alten Föhren auf der Spitzwiese gegeben wurde, war die Fällung von sechs dieser Bäume in der Gemeindevorstandssitzung vom 7.März 2019 doch wieder auf der Tagesordnung.

Donnerstag, 7. März 2019

Die Natur im Fokus


Alte Bäume brauchen wir heute mehr denn je. Gott sei Dank, sind viele Medien auf das Klimathema aufgesprungen und nehmen die Gefahren ernst, vor denen uns die Wissenschaft nun schon seit Jahrzehnten warnt.

Es gibt - sei es wegen fehlender Information, sei es, dass tatsächlich zu wenig getan wird -  ein immer deutlicheres Misstrauen in der Bevölkerung, dass die Gemeindepolitik in Bezug auf den Erhalt unserer Naturreservate sich nicht sonderlich von der Nationalpolitik unterscheidet. Zumal derzeit umfangreiche Rodungen infolge der neuen Wasserleitungsverlegung durchgeführt werden (müssen).

Einer der letzten Kommentare sei hier wiedergegeben:

Dienstag, 19. Februar 2019

Föhrenwald Spitzwiese


In den letzten Tagen wandte sich Umweltgemeinderat Karl Wagner mit einem Schreiben an die Bewohner der Spitzwiesensiedlung.

Veranlasst wurde die Aktion durch eine Befragung durch die Gemeinde, in der Anrainerinnen und Anrainern die Möglichkeit geboten wurde über die Frage der Fällung der Föhren und Neubepflanzung im Bereich des Spielplatzes Spitzwiese zu entscheiden.

Lesen Sie hier das Schreiben von Umweltgemeinderat Karl Wagner, welches an alle Haushalte in Weidengasse, Schöffelgasse, Wiesengasse und Bachgasse erging.

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner der Spitzwiesensiedlung,
kürzlich erhielten die Anrainerinnen und Anrainer der kleinen Föhrenallee am Spielplatz ein Schreiben der Gemeinde. Darin werden jene, die ein Fällen dieser Bäume und stattdessen eine Ersatzpflanzung wünschen, aufgefordert, dies mit ihrer Unterschrift zu bestätigen. Ich selbst hatte keine Kenntnis von diesem Schreiben und erfuhr durch Zufall davon. 
Da Bäume von einer Klimawirksamkeit wie diese Föhren durchaus als Allgemeingut gesehen werden können, setze ich Sie hiermit von dieser Aktion in Kenntnis. Es ist mir ein Bedürfnis, einige Überlegungen anzustellen. 
Bäume entziehen der Atmosphäre 1,9 Tonnen klimaschädliches CO2 je einer Tonne gewachsenem Holz.  
Also die Ansicht, einen gesunden, alten Baum, der stört, weil er die Nadeln in meinem Garten fallen lässt oder die Dachrinne verstopft kann man ruhigen Gewissens fällen, wenn man einen jungen nachpflanzt, ist irrig. Denn es dauert viele Jahrzehnte, bis der Nachwuchs die gleiche Leistung bringt wie die Alten.  
Ein hundertjähriger Baum ist erst nach hundert Jahren vollständig ersetzt (Föhren werden bis zu 700 Jahre alt). 
In Zeiten der sommerlichen Hitzewellen und Trockenperioden sind schattenspendende Bäume ein Segen. Im vorliegenden Fall vor allem für die Kinder am Spielplatz.  
Weiters stellen die Föhren hier auch eine Barriere gegen die negativen Auswirkungen der Starkstromleitung dar. 
Ich habe durchaus Verständnis für die Nöte der unmittelbar angrenzenden Anrainerinnen und Anrainern. Offenbar entziehen Föhren im Umkreis von einigen Metern dem Boden Nährstoffe und Licht, sodass der Rasenanbau schwierig ist. Davon konnte ich mir auch vor Ort ein Bild machen. Nachdem ich den Umweltausschuss der Gemeinde mit diesem Thema konfrontiert hatte, brachte man dort einem Fällen der Bäume eher wenig Verständnis entgegen. Auch diese Reaktion verstehe ich.  
Dass aber die Frage nun lautet: „Alle weg oder keiner“, entzieht sich meinem Verständnis wiederum. Angesichts der vorerwähnten Fakten sollte es möglich sein, im Interesse der Menschen und der mit ihnen verbündeten Bäume einen Kompromiss zu finden. 
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ich werde in den nächsten Tagen bis einschließlich kommenden Mittwoch, 20. Februar 2019 in ihrer Siedlung unterwegs sein um Ihnen die Gelegenheit zu geben das Thema  mit mir persönlich zu besprechen.  

Hier gibt es ebenfalls die Möglichkeit das Schreiben herunterzuladen und bis 21.2.2019 unterschrieben dem Gemeindeamt oder Umweltgemeinderat Karl Wagner zu übermitteln.

Sonntag, 17. Februar 2019

Ortsentwicklung - anderswo und bei uns

Blick auf den geplanten Öko-Park zwischen B17 und Eumigstraße,
nördlich des Sportplatzes bis zur SCS. Das Eumig-Haus ist
deutlich zu erkennen, ansonst dominiert der geplante Wald
aus etwa 15.000 Bäumen.

Am 11. Februar hat Bürgermeister Janschka vor etwa 300 Besuchern das Ortsentwicklungskonzept für Wiener Neudorf vorgestellt. Dabei wurde der Unterschied in Professionalität, Transparenz und Langfristigkeit der Planung, wie so etwas anderswo betrieben wird, zu der Vorgangsweise bei uns in Biedermannsdorf leider wieder mehr als deutlich.

Das Ortsentwicklungskonzept in Wiener Neudorf wurde in den letzten drei Jahren mit Unterstützung von Orts- und Verkehrsplanern entwickelt. Es hat einen Zeithorizont von 20- 30 Jahren und basiert auf einem vorher ausgearbeiteten Grünraum- und Verkehrskonzept. Alle Grundeigentümer, die bei der Umsetzung des Konzepts betroffen sein werden, wurden voll eingebunden und ins Boot geholt, wodurch spätere gerichtliche Auseinandersetzungen weitestgehend vermieden sein sollten.

Bemerkenswert ist, welche Zugeständnisse betroffenen Grundeigentümern und potentiellen Bauträgern abgerungen werden konnten. Hier einige Beispiele:

  • ABB hat im November 2018 seinen Firmensitz in einen Neubau nach Wiener Neudorf verlegt. Viele Mitarbeiter pendeln nun täglich von Wien zu ihrem neuen Arbeitsplatz. ABB bezahlt allen Wiener Mitarbeitern eine Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel. Bis jetzt haben sich 80 davon betroffene Familien von ihrem bisherigen Zweitauto, in manchen Fällen sogar vom einzigen Auto getrennt und sparen sich dadurch monatlich mehrere hundert Euro.
  • An der Stelle des ehemaligen Versteigerungshauses soll ein größeres, mehrstöckiges Gebäude mit Wohnungen und Büros errichtet werden. Die geplante Anzahl an Wohnungen wurde von 140 auf 80, die Höhe von 32 auf 14 Meter  reduziert. In der Tiefgarage wird es nur etwa 100 Stellplätze geben, die aber nicht fix zugeordnet sind. So stehen diese hauptsächlich untertags den Beschäftigten der dort eingemieteten Firmen und abends und nachts den dortigen Bewohnern zur Verfügung. Den Bewohnern wird eine Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel sowie Leihfahrräder und e-Carsharing zur Verfügung gestellt werden.
  • Das riesige Gelände nördlich des Sportplatzes (etwa 380.000 m2) soll von der B17 bzw. der Badnerbahn bis zur Palmersstraße und nach Norden bis zur SCS in einen Öko-Park ausgebaut werden. Die Projektbetreiber müssen vorher alle Straßen, Fuß- und Fahrradwege und vor allem einen Wald mit etwa 15000 Bäumen errichten. Der zusätzliche Verkehr, der dort durch Firmenansiedlungen entsteht, wird streng limitiert.

Hier finden Sie nähere Details, hier den Blogbeitrag von Bürgermeister Herbert Janschka.

Und bei uns in Biedermannsdorf?
Die Verhandlungen mit der ARE betreffend die Verbauung des Geländes des ehemaligen Kinderheims werden von einem kleinen Personenkreis um Bürgermeisterin Dalos ohne vorherige Beratungen in den zuständigen Ausschüssen und ohne Information des Gemeinderats geführt und basieren daher auch nicht auf Beschlüssen des dafür eigentlich zuständigen Organs.

Gleiches gilt für die geplante Verbauung eines etwa 6000 m2 großen Grundstücks entlang der Wiener Straße. Hier wurde noch dazu in der Sitzung vom Dezember 2018 der Gemeinderat bewusst falsch informiert. Unsere ausdrückliche Anfrage, ob es bereits Vorgespräche mit potentiellen Bauwerbern gäbe, wurde fast entrüstet verneint. Wenige Tage später konnte man in den Gemeindenachrichten und in der NÖN nachlesen, dass es “natürlich” solche Vorgespräche schon gäbe- wieder ohne vorherige Befassung von Ausschüssen oder Gemeinderat. Unser  Zusatzantrag, , dass “noch vor Gesprächen mit potentiellen Bauträgern und Projektpartnern im Bauausschuss eine Zieldefinition erfolgen muss”, wurde einstimmig angenommen, obwohl zumindest Bürgermeisterin Dalos und GGR Heiss damals bereits solche Vorgespräche mit Bauträgern geführt hatten und gewusst haben, dass dieser Zusatzantrag nicht erfüllbar sein würde.