Sonntag, 12. März 2017

So werden wir verschaukelt!

Die Lebensmittelkonzerne gaukeln uns minimale Zucker- und Fettgehalte vor, indem sie sich eines Tricks bedienen. Wie der geht?

Zwar müssen die sieben wichtigsten Nährwerte (Zucker, Fett, Salz, Brennwert, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Eiweiß) angegeben werden – allerdings nur auf der Rückseite im Kleingedruckten!

Auf der Vorderseite dürfen Hersteller weiterhin Zuckerbomben gesundrechnen und fettige Snacks als leichte Kost maskieren. Der ganz legale Rechentrick dabei: Die Nährwerte sind vorne auf eine Portion  bezogen. Und wer bestimmt, wie groß eine Portion ist? Die Industrie natürlich!
 
Im foodwatch-Realitätscheck sieht die Portionsgröße dann so aus: Laut Nestlé sind mickrige 30 Gramm Frühstücksflocken eine "Portion". Das ist doch lächerlich! Doch der Trick hat System: Mit einer Mini-Portion klingt auch der Zuckergehalt "pro Portion" harmlos: Gerade mal 8,6 Gramm. Und die Portionsgröße der Schokokekse von Real beträgt schlanke 19 Gramm, was einem einzigen Keks entspricht. Mit diesem Rechentrick enthält "eine Portion" gerade einmal 95 Kilokalorien, wie die Verpackung verspricht. Nicht umsonst hat die Lebensmittelindustrie eine Milliarde Euro ausgegeben, um ihr irreführendes Kennzeichnungsmodell durchzusetzen.
 

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