Freitag, 24. März 2017

unsere Vorstellung von echter Familienförderung

Eine Gruppe Jugenlicher steht eng zusammen in einem Kreis und blickt erwartungsvoll nach unten.
S. Hofschlaeger  / pixelio.de


In der letzen Gemeinderatssitzung vom 16. März 2017 haben wir einen Ergänzungsantrag zum Tagesordnungspunkt "Sportförderung Ferienaktion" eingebracht, da wir der Meinung sind, dass die derzeitige Förderung viele Biedermannsdorfer Familien benachteiligt.

Das Postfaktische Zeitalter scheint in Biedermannsdorf angekommen zu sein

Bereits während der Sitzung wurde unser Antrag (absichtlich?) missinterpretiert und seither verbreitet sich das Gerücht, wir Grünen hätten einen eigenartigen Antrag zur Förderung von Auslandssprachreisen für Kinder eingebracht. Das ist falsch. Im Wortlaut unseres Antrages werden Auslandssprachreisen nicht einmal erwähnt.

Es ist bedauerlich, dass einige Gemeinderätinnen und Gemeinderäte beim Vortragen unseres Antrages anscheinend nicht oder nicht gut zugehört haben. Gerne wollen wir dieses Missverständnis aufklären.

Die Fakten:


Wer bis jetzt gefördert wird


Biedermannsdorfer Familien, deren Kinder Sportcamps in Biedermannsdorf besuchen, werden von der Gemeinde gefördert. Für den Besuch eines Tenniscamps im Rahmen des Ferienspiels werden € 100,- gewährt, für andere Sportcamps € 50,-. Diese Förderaktion wird jährlich neu im Gemeinderat beschlossen.

Eine Förderung von Familien, deren Kinder Sportcamps außerhalb Biedermannsdorfs, bzw. generell Lern- oder Freizeitcamps besuchen, ist nicht vorgesehen.

Das ist unserer Meinung nach eine Ungleichbehandlung von Biedermannsdorfer Familien.

Wir fordern Förderung aller Familien

Aus diesem Grund haben in der vergangenen Gemeinderatssitzung beim entsprechenden Tagesordnungspunkt einen Ergänzungsantrag eingebracht. Das heißt, dass wir diese Förderung prinzipiell natürlich gut finden, wir allerdings eine Ausweitung auf Ferienangebote außerhalb Biedermannsdorfs fordern.

Unser Ergänzungsantrag lautete daher: "Wir stellen (...) den Antrag, (...), die Sportförderung Ferienaktion ab Sommer 2017 dahingehend abzuändern, dass alle von Biedermannsdorfer Familien eingebrachten Anträge zur Förderung von Sport-, Freizeit- und Lerncamps, (...), mit 20% der Kosten, maximal jedoch € 100,- pro Kind und Jahr, zu fördern." An sich unmissverständlich formuliert.

Den vollständigen Antrag finden Sie unter dem Artikel.

Richtlinien dazu sollten im dafür zuständigen Ausschuss für Soziales (Vorsitz SPÖ) gemeinsam von allen Fraktionen erarbeitet werden.

Antrag wurde abgelehnt

Der Antrag wurde aus unserer Sicht absichtlich missinterpretiert, verdreht und aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt.

Einer davon war, und dieser wurde vor allem von Seiten der ÖVP vorgebracht, dass man Auslandssprachreisen nicht fördern will. Auslandssprachreisen werden, wie sie unten im Originalantrag lesen können, gar nicht erwähnt. Wenn es jedoch ein Herzenswunsch der Koalitionsparteien gewesen wäre, Auslandssprachreisen von der Förderung auszunehmen, so hätte darüber im Sozialausschuss diskutiert und abgestimmt werden können.

"Es gibt ja eh den Sozialfonds"

Eine von der SPÖ vorgebrachte Begründung für die Ablehnung unseres Antrages war, dass es für finanzschwache Familien ohnehin die Möglichkeit der individuellen Förderung über den Sozialfonds gäbe.

Erstens fragen wir uns, wie Biedermannsdorfer Familien zu dieser Information kommen, wenn sie sie brauchen, denn auf der Homepage der Gemeinde ist zum Sozialfonds keine Information zu finden. Und nur wenige betroffene Familien werden zur Gemeinde gehen und aufs Geratewohl als Bittsteller vorsprechen.

Unsere Frage danach, wie viele Familien in den vergangenen Jahren diese Möglichkeit in Anspruch genommen hätten, konnte vom Vizebürgermeister nicht beantwortet werden.

Zweitens sollte gerade der SPÖ bekannt sein, dass betroffene Familien umso eher Förderangebote annehmen,

  •  ·       je niedrigschwelliger diese zu beantragen sind,
  • ·        je weniger sie in der Allgemeinheit der Antragsteller auffallen
  • ·        und je weniger sie dadurch den Status "sozial schwach" erhalten.

Ausschuss beauftragt

Und nicht zuletzt wurde Unverständnis darüber geäußert, dass wir mit der Erarbeitung von Richtlinien einen Ausschuss beauftragen wollten und nicht schon in unserem Antrag Richtlinien vorgegeben hätten.
Ja, das stimmt.
Das ist nämlich unsere Auslegung der, von den Koalitionparteien vielstrapazierten Aussage, dass wir alle gemeinsam für Biedermannsdorf arbeiten wollen.
Zumal dies lt. NÖ Gemeindeordnung auch die Aufgabe von Ausschüssen ist und auch in Biedermannsdorf in der Vergangenheit immer wieder in Anträgen die Ausarbeitung von Details an Ausschüsse übertragen wurde.

Kinderförderung im Sinne von ÖVP und SPÖ

ÖVP und SPÖ fördern Kinder lieber durch die Installierung von WLAN am Naherholungsgebiet Badeteich.

Wer Kinder im Alter zwischen Volksschul- und Oberstufenalter hat, weiß, dass sich übermäßige Handynutzung vor allem durch scheinbar überall und jederzeit verfügbares mobiles Internet zu einem sozialen Problem auswachsen kann.

Nebenbei erwähnt hätten um die € 10.000,-, die dieses Projekt kostet, 100 Familien individuell gefördert werden können.


Hier der vollständige Antrag:


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