Mittwoch, 26. April 2017

Die großen Umweltzerstörer


Die großen Umweltzerstörer der Welt - und was wir damit zu tun haben
Am 26. April fand ein vom Katholische Bildungswerk der Pfarre Wiener Neudorf organisierter  Vortrag von Univ. Prof. Helga Kromp-Kolb statt. Das Thema  war „Die großen Umweltzerstörer der Welt - und was wir damit zu tun haben“.  Helga Kromp-Kolb zeigte in ihrer unnachahmlich stringenten, trotzdem leicht verständlichen Argumentation, wie gravierend die Umwälzungen unseres Lebensstils sein müssen, die wir in den nächsten 15- 20 Jahren umzusetzen haben, um ein Kippen der fragilen Balance unseres Ökosystems halbwegs zu verhindern. Sie zeigt aber auch auf, dass „die großen Umweltzerstörer“ nicht einfach die großen Konzerne, sondern letztlich wir alle als  Konsumenten von Produkten und Energie und als Produzenten von Abfall sind. Daher ist auch wirklich jeder von uns aufgefordert, seinen Beitrag zu der erforderlichen Transformation zu leisten.

Wir können uns nicht mehr den Luxus leisten, zu überlegen, wie wir verhindern können,  dass das, was wir im Moment haben, nicht weniger wird und wie wir es gegenüber Menschen verteidigen, die uns etwas davon wegnehmen wollen. Der nicht nachhaltige Verbrauch von Ressourcen,  die Überlastung der Umwelt mit nur langsam abbaubaren Schadstoffen und der sich rasant beschleunigende Klimawandel werden in jedem Fall zu drastischen Veränderungen führen. Wir stehen nicht mehr vor der Frage, ob alles so bleiben soll, wie es ist, oder nicht. Wir stehen nur mehr vor der Frage, ob sich diese Veränderung durch Gestaltung oder Zerfall vollziehen wird.

Videos von Vorträgen von Prof. Helga Kromp-Kolb:

3 Kommentare:

  1. Ein beeindruckender Vortrag! Mehr Lebensqualität statt immer höherer Lebensstandard. Das Gemeinwohl im Vordergrund, miteinander Lösungen suchen, die Zukunft für kommende Generationen im Auge.

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  2. Gisela Aichholzer3. Mai 2017 um 12:19

    die klima- und nachhaltigkeitsforscherin kromp-kolb zeigte in ihrem vortrag die umfassenden auswirkungen des klimawandels auf unseren planeten auf: artensterben, wetterextreme wie überschwemmungen und dürre, gefährdung der welternährung, klimaflüchtlinge. sie zeigte auf, wie gefährdet unser ökosystem - als lebensgrundlage - bereits ist und wie die großen probleme nicht nur alle zusammenhängen sondern einander bedingen: der aufwendige lebensstil der industrie- und schwellenländer, damit einhergehend der extreme ressourcenverbrauch führt zu schadstoffemissionen, die vom planeten nicht mehr integrierbar sind. darüber hinaus gefährdet sind die ozeane und gletscher, die biodiversität, welternährung, die energie- und globale wasserversorung uvm., die gefährdung des ökosystems als unsere lebensgrundlage schlechthin führt in weiterer folge zu sozialer polarisierung, arbeitslosigkeit,destabilisierung der ökonomie und zerbrechen politischer strukturen.

    sie machte allerdings deutlich, dass die neuen technologien den immer aufwendigeren lebenstil, den wir "pflegen" nicht kompensieren können, daß die beschädigung des planeten nur gestoppt werden könne durch einen notwendigen kulturwandel, durch eine lebensstiländerung der industrieländer: wir müssen weg vom extremen fleischkonsum, der intensiven mobilität sowie unseres bedarfs "des alles haben wollen". denn für unseren lebensstil zahlen wir den preis der lebensqualität, gemessen an zufriedenheit und glück, so die klima- und nachhaltigkeitsforscherin. sie wies auch darauf hin, dass es nicht so einfach sei, lebensgewohnheiten zu ändern! wir in der westlichen welt würden dabei allerdings auch viel gewinnen: gute menschliche beziehungen, mehr gesundheit und selbstbestimmung, mehr frei verfügbare zeit, ein friedvolleres miteinander sowie eine intakte natur.

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  3. Siehe dazu auch dieses Interview, erschienen im Standard:
    http://derstandard.at/2000051000362/Klimaforscherin-Wir-verschlafen-wichtige-Entwicklungen

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