Sonntag, 8. Oktober 2017

Was ist dirty?

Viel lesen und hören wir derzeit von "Dirty Camgagning". Vom Sauberen zum Schmutzigen. Fernab jeglicher Sachinformationen, die in Wirklichkeit für die Wahlentscheidung am 15. Oktober maßgeblich wären. Nichts über den Schutz sozialer Errungenschaften, nichts über imperialen Lebensstil, nichts über Vermögenskonzentrationen einiger weniger.

25 Jahre Artensemble Biedermannsdorf


Der 25. Geburtstag des Art-Ensembles Biedermannsdorf verlief ganz nach dem bewährten Muster dieses künstlerisch anspruchsvollen und bereits weit über die Grenzen Biedermannsdorfs hinaus bekannten Chors.
Kunst, Optimismus und Humor stellten eine wohltuende Verbindung her zwischen Gästen und DarbieterInnen, die in einem zusätzlich laufenden gut moderierten Vortrag Bilder und Videos aus 25 Jahren Art-Ensemble sahen.
Stunden und Tage voller Erfolge, voll Lachen, aber auch mit Gedenken an Mitglieder, die nicht mehr unter uns sind, zogen vorüber.

Was wir nicht sahen, aber ahnen konnten, waren die enorme Kraft, Disziplin und harte Arbeit, die hinter diesem 25-jährigen Feuerwerk an Erfolgen stehen müssen.

Bemerkenswert und sehr erfreulich ist auch der deutliche Zuwachs an Jugend, die den Weiterbestand sichert. 

Die Gruppe Gemeinsam rundete mit wie immer ausgezeichneten Spezialitäten die Qualität dieses Abends gekonnt ab.

Danke für die Einladung!

Freitag, 6. Oktober 2017

Radständer und Bodenversiegelung im Vorbeigehen



Erfreulich ist, dass es zumindest die Wildenauer-Bushaltestelle noch vor Beginn der kalten Jahreszeit zu neuen Radständern gebracht hat.
Ausgemacht und budgetiert für 2017 waren noch die Standorte Eltern-Kind-Zentrum und zwei weitere Haltestellen. Und das, wenn möglich, innerhalb der Radsaison.
Diese Standorte waren unsere Minimalforderung für heuer; neue Ständer wären auch bei der Volksschule, am Sportplatz und vor der Jubiläumshalle notwendig.
Aber wie heißt es so schön? Gut Ding braucht Weile. Neue Radständer sind anscheinend ein Vorhaben, das viel schwieriger umzusetzen ist, als vermutet. Seit über zwei Jahren blockieren ÖVP und SPÖ ein zügiges Vorankommen, während im gleichen Zeitraum hunderttausende Euro für Straßenbau und -erhaltung und für Parkplätze ausgegeben wurden.

Noch weniger erfreulich als die Hinhaltetaktik der ÖVP, ist die entgegen der mündlich getroffenen Vereinbarung erfolgte Versiegelung der Fläche bei der Wildenauer-Bushaltestelle. Problematische Bodenversiegelung in Österreich?*) Nie gehört.
Zur Erinnerung: in Österreich wird täglich eine Fläche in der Größe von ca. 30 Fußballfeldern versiegelt; das heißt zubetoniert, asphaltiert oder sonst wie verbaut. Und das mit weitreichenden Folgen:
  • Der Boden wird undurchlässig.
  • Niederschlag kann nicht mehr versickern.
  • Lebensraum für Bodenlebewesen und Pflanzen geht verloren.
  • Das Fehlen von Versickerungsfläche erhöht die Gefahr von Überschwemmungen.
  • Grundwasserbelastung und Stoffkonzentration steigt, da bei punktueller Versickerung des Niederschlages weniger Nähr- und Schadstoffe im Boden gefiltert werden.
  • Der natürliche Wasserkreislauf ist gestört.
Schade ist auch, dass die Gemeinde für die entfernte Esche keinen Ersatz gepflanzt hat. Das Grundstück auf dem sich die Haltestelle befindet, ist zwar Privatbesitz, trotzdem hätte die Gemeinde versuchen können, sich mit dem Besitzer auf eine Neupflanzung zu einigen. Unserer Meinung nach ist jeder einzelne Baum im urbanen Raum unentbehrlich, da Bäume wesentlich sind für ein positives Mikroklima.
Die umgeschnittene Esche war übrigens von einem Pilz befallen, der sich in Europa seit gut 10 Jahren rasant ausbreitet und ganze Eschenbestände dahinrafft.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Landwirtschaften im Speckgürtel

Landwirtschaften im Speckgürtel. Schöpfungsverantwortung heute
Im Pfarrsaal der Pfarre Laxenburg fand heute eine von Reinhard Paulesich organisierte und moderierte Veranstaltung statt. Unter dem Titel „Landwirtschaften im Speckgürtel. Schöpfungsverantwortung heute“ kam nach einleitenden Kurzreferaten von Kim Meyer-Cech (Lektorin Raumplanung BOKU), Michael Hüttenender (Bio-Landwirt in Guntramsdorf) und Peter Markom (Gutsverwalter Laxenburg) eine lebhafte Diskussion mit etwa 40 Teilnehmern zustande. Auch GGR Simone Jagl und vor allem Ing. Wolfgang Glasl lieferten Debattenbeiträge.

Angesprochen wurde die durch die fortschreitende Bodenversiegelung zurückgehende Versorgungssicherheit mit landwirtschaftlichen Produkten, die Wichtigkeit der Bodenerhaltung auch als CO2- und Wasserspeicher und die Stellung der Landwirte im Spannungsfeld zwischen Konsumenten und Politik.

Dipl.-Ing. Dr.nat.techn.  Kim Meyer-Cech sprach die Besonderheit des Speckgürtels als eigenständigen landwirtschaftlichen Raum an, in dem die Landwirtschaft unterschiedliche Funktionen erfüllt und einerseits mit spezifischen Nachteilen zu kämpfen hat, andererseits auch besondere Vorteilen, hier vor allem die Nähe zu Konsumenten und die Möglichkeit der Direktvermarktung, lukrieren kann.

Peter Markom erwähnte, dass Konkurrenz- und Preisdruck zu Mehrproduktion und Wachstum, andererseits aber auch zu Nebenberufen und Grundverkäufen zwingen, um wirtschaftlich überleben zu können. Das oft erwähnte Defizit der Bauernpensionskassen sei hauptsächlich auch durch die immer geringer werdende Anzahl aktiver Bauern als Beitragszahler verursacht.

Michael Hüttenender erwähnte die unterschiedlichen Standards zwischen Österreich und der EU bzw. dem Rest der Welt und den Preisdruck, der im globalen Wettbewerb durch die fehlende Kostenwahrheit von Transporten entsteht. Er meinte, dass Lebensmittel aus konventionellem Anbau in Österreich Biolebensmitteln aus Spanien oder China vorzuziehen seien.

In der Diskussion ergab sich unter anderem, dass der durch nationale und EU- Gesetze vorgegebene administrative Aufwand für kleine Landwirte kaum leistbar sei und daher Viele zum Aufgeben zwinge.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Schulstart

Glücklicherweise kommen die Listen für das benötigte Schulmaterial schon ziemlich zeitgleich mit dem Urlaubsgeld im Juni. Mit 2 Kindern komme ich da auf ca 250,-

In den ersten Schulwochen scheint es jedoch kein Ende zu nehmen. Kaum habe ich dem jüngeren Kind (3. Klasse Volksschule) die Elternvereinsbeiträge und Klassenkassabeiträge mitgegeben steht auch schon das ältere Kind (2. Klasse AHS) auf der Matte: "Mama, auch bei mir wäre noch Elternverein und Klassenkassa zu bezahlen. Und vergiss nicht das Öffi-Ticket zu kaufen. Die Hausschuhe sind übrigens zu klein, die Hallenschuhe für Turnen auch. Und wenn wir schon dabei sind - die Laufschuhe für draussen sind echt schon voll kaputt. Und weißt eh - Skikurs ist auch bald fällig." Der September lässt die Bankomatkarte glühen.

Die Kosten in der Volksschule halten sich im Vergleich zur Sekundarstufe (AHS, NMS) geradezu in Grenzen. Während in der 1. Schulstufe "nur" die Schultasche und in der 3. eine Projektwoche zu finanzieren ist, haben wir es ab der 5. Schulstufe schon mit jährlichen Öffi-Tickets, Sport- und/oder Sprachwochen, sowie Anschaffungen von Computer/Laptop und Taschenrechner mit weit höheren Kosten zu tun. Die Lernbegleitungen und Nachhilfekosten lassen wir mal aussen vor.

Erfreulicherweise fördert die Gemeinde Biedermannsdorf seit vielen Jahren jeden Taferlklassler mit € 100,-. Leider hat sich dieser Betrag aber niemals geändert. Die finanziellen Anforderungen der Schulen jedoch schon. In der Gemeinderatssitzung im Mai gab es bereits den Antrag diese Förderung zu erhöhen. Dies wurde von SPÖ und ÖVP abgelehnt, in der selben Sitzung aber die Errichtung von WLAN am Badeteich in der Höhe von € 10.000,- beschlossen.

Man kann sich ungefähr ausrechnen was eine zusätzliche Förderung von Schülern der 5. Schulstufe, bzw eine Anhebung für Taferlklassler ausmachen würde, wenn Biedermannsdorf pro Jahrgang ca 25 Kinder zählt.


Dienstag, 3. Oktober 2017

Steuerlügen und Wahlversprechen

Rattenfänger von Hameln
Vorsicht Falle: Die Steuerlüge
  • Mehr netto vom brutto? Klingt doch gut. Zweifellos!
  • Bezieher niedriger Einkommen und der Mittelstand sollten steuerlich entlastet werden? Richtig super!
  • Wohlstand muss stets das Ergebnis von Arbeit sein!
Diese Ziele sind sicherlich zu unterstützen. Allerdings werden im laufenden Wahlkampf Wähler oft bewusst getäuscht, indem Maßnahmen vorgeschlagen werden, die das Gegenteil erreichen. Und dazu wird noch behauptet, Spitzenverdiener und Besitzer größerer Vermögen trügen ohnehin einen Großteil zur Staatsfinanzierung bei und dürften unmöglich weiter belastet werden. Die Realität sieht anders aus:

Betrachtet man die Gesamtbelastung durch Steuern und Abgaben für verschiedene Einkommensschichten, so zeigt sich:
  • Haushalte mit den geringsten Einkommen (die untersten 10%) tragen mit 40% ihres Einkommens zum Gemeinwohl bei
  • Haushalte mit den höchsten Einkommen (die obersten 10%) liefern 44% davon für das Gemeinwohl ab, also nur unwesentlich mehr.
Die Belastung durch Steuern und Abgaben ist also für alle unselbstständig Beschäftigten in etwa

Montag, 2. Oktober 2017

Abfalltrennung ist Ressourcenschonung



Bei der Gemeinderatssitzung am 29.6.2017 wurde beschlossen, die Kosten für die Müllabfuhr erstmals seit 2011 anzuheben. Die Erhöhung ist sowohl der Inflation, aber leider auch der verschlechterten Abfalltrennung geschuldet. Das ist eine nicht zu beschönigende Tatsache.

Es stimmt, dass wir beim Einkauf ohne viel Zutun oft mehr Verpackung als Ware im Einkaufswagen vorfinden.
Es stimmt auch, dass uns umweltbewusstes Einkaufen viel an Kreativität abverlangt, denn die Verpackungs- und Werbeindustrie ist hier in mächtiger Gegner.
Es stimmt aber ebenso, dass ohne das Bestreben Abfall zu vermeiden, sowohl die Abfalltrennung als auch die Abfallbeseitigung aufwändiger und unsere Umwelt geschädigt wird.

Denn der Begriff "Abfall" trifft nicht für alles zu. Viele sind unwillkürlich versucht, durch diese abwertende Bezeichnung dem Thema weniger Bedeutung zuzugestehen. Das ist falsch. Denn viele Materialien, die ein Sammelzentrum erreichen, sind "Wertstoffe", die einer Wiederverwendung zugeführt werden können. Eine sorgfältige Trennung wirkt daher dem Raubbau an Ressourcen entgegen, der heute noch immer betrieben wird. Eines der größten Probleme unserer Zeit.

So gesehen ist die Abfallwirtschaft ein Spiegelbild des Stellenwerts, den wir unserer Umwelt beimessen. Der oft traurige Anblick öffentlicher Müllinseln gibt uns hier eine Auskunft, die uns auffordert, unser Verhalten zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern.

Wir werden daher künftig das Thema

Abfallvermeidung - Abfalltrennung - Abfallverwertung

wieder mehr fokussieren.

Einen Schritt in diese Richtung gibt es bereits in Form der Trennbroschüre


der vom Bezirk Mödling herausgegeben und an alle Haushalte verteilt wurde. Sollte noch Bedarf bestehen, kann man sich im Gemeindeamt an den Restbeständen bedienen. Sie finden darin eine Fülle von Materialien und Gegenständen von A bis / mit den dazugehörigen Fraktionsbezeichnungen zum Nachschlagen.

Wenn Sie sich für Müllvermeidung interessieren, hier einige Tipps mit dem Schlagwort Zero Waste:

Buch: Zero Waste - weniger Müll ist das neue Grün von Shia Su.
Blog von Annemarie und Matthias aus Wien.
Zeor Waste Austria  - ein Projekt von Helene Pattermann um Menschen zusammenzubringen, nachhaltige Lösungen, Lebensstile und Projekte zu fördern und bekannt zu machen.
Blog einer Familie in Deutschland, die müllfrei lebt.

Wichtig ist noch, all jenen zu danken, die durch ihr vorbildliches Verhalten eine weitere Verschlechterung der Situation verhindern.

Danke im Voraus auch all jenen, die diesen Artikel aufmerksam lesen und daraus Konsequenzen im Sinne der Umwelt und der Zukunft unserer Kinder ziehen.