Montag, 30. Dezember 2024

Tempolimit 80 km/h auf der A2 - gut oder nicht - warum diese Diskussion?

Foto von einer Autobahnbrücke aus aufgenommen von einem Teil der A2 Südautobahn auf Höhe Biedermannsdorfs. Auf dem Foto ist es Tag und es sind viele Fahrzeuge zu sehen, die in beiden Richtungen auf der Autobahn fahren. Auf einem Überkopf Verkehrsleitsystem ist die Beschränkung auf 80 km/h zu sehen.

Seit einigen Tagen gilt auf dem Abschnitt der A2 auf Höhe Biedermannsdorf ein Tempolimit von 80 km/h. Wir haben darüber berichtet, gleich nachdem ich die Info vom Verkehrsministerium bekommen habe. Diese Maßnahme hat angeregte Diskussionen auf diversen Social Media Plattformen ausgelöst. Einerseits gab es sehr viel Zuspruch, vor allem von Anrainerinnen und Anrainern. Gleichzeitig gibt es auch Kritik.
Ja, ich finde, dass wir auch kritische Stimmen hören sollten. Gleichzeitig kommt diese Kritik nicht nur, aber großteils von Personen, die gar nicht hier leben. Ich wage zu behaupten, dass der überwiegende Teil der Biedermannsdorferinnen und Biedermannsdorfer die Maßnahme befürworten.

Ich versuche hier, die Kritikpunkte zu beleuchten.

Die Seuchen unserer Zeit.

 

Laut Wikipedia ist eine Seuche eine „gehäuft auftretende Erkrankung zahlreicher Lebewesen an einer bedrohlichen und hochansteckenden Infektionskrankheit.“ Danach leben wir tatsächlich in einer verseuchten Welt.

Das sind die Seuchen unserer Zeit:

  • Der Neoliberalismus, der uns einredet, der Markt als übernatürliches, nicht in Frage zu stellendes Wesen trage automatisch zum Wohl aller bei und sorge für Gerechtigkeit, jeder staatlich gelenkte ökonomische Ausgleich sei hingegen des Teufels.
  • Kommunikationsplattformen, auf denen Irrglaube verbreitet und Wahrheiten verdreht und die von den größten Egoisten (Trump, Musk usw.) zu deren privatem Wohl und Machterhalt betrieben werden.
  • Falsche Propheten in der Politik, die, ebenfalls zum eigenen Vorteil, mit Emotionen an den Hausverstand appellieren, Wissenschaft verleugnen und ihren Gläubigen eine rosige Zukunft ohne eigene Anstrengung versprechen
  • Die Verächtlichmachung von Solidarität, die eigenes Wohl und Befindlichkeit über alles stellt.

Was hilft in einer verseuchten Welt? Überlegtes Vorgehen, strikte Hygiene und die Stärkung der eigenen Abwehrkräfte. Überlegung, wer was behauptet und welcher Eigennutz hinter der aufgestellten Behauptung steckt. Die Prüfung jeder Behauptung auf ihren wahren Kern hinter   emotionalisierenden Hüllen. Das Bemerken des Hinkens hinter jedem Vergleich. Die Erkenntnis, dass vorgefasste Meinungen die Wahrheit vernebeln, also als Vor-Urteile vor einem rationalen Urteil stehen.

In diesem Sinne: Gesundheit und alles Gute im Neuen Jahr!
(Frei nach Armin Thurnher)

Freitag, 27. Dezember 2024

Link-Kisterl KW 52

 

Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten sieben Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: Maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.

Lesen:

  • Die Weltlage ist durchwachsen, doch 2024 ist auch reichlich Gutes passiert. Katharina Kropshofer hat Gedanken zusammengetragen, die Zuversicht bringen.
  • Was im Naturschutz bislang tabu war, scheint heute wie der letzte Ausweg: in die Evolution eingreifen. Sollten wir Pflanzen und Tiere genetisch manipulieren, um sie zu retten? Zum Treibhauspost-Newsletter.
  • Am 6. Dezember 2024 präsentierte Ursula von der Leyen in Montevideo voller Stolz eine neue politische Einigung zum EU-Mercosur-Abkommen. Die bereits früher geäußerte Kritik wurde entweder nicht verstanden, ignoriert oder bewusst nicht eingearbeitet. Zur aktuellen Kritik von Attac. Zu früheren Beiträgen in unserem Blog.
  • Der Wiener Neudorfer Bürgermeister Herbert Janschka über Tempo 80 auf der A2 und wie es so plötzlich kommen konnte.Zum Beitrag in seinem Blog.

 Mitmachen:

  • netzpolitik.org gehört zu den verdientesten und fundiertesten Publikationen über Netzpolitik. Um ihr Spendenziel zu erreichen müssen sie bis 31. Dezember noch 190.000€ einnehmen. Hier können Sie helfen.
  • Am 12.1. findet in Kärnten eine Volksbefragung zu einem Windkraftverbot statt, die von FPÖ und Team Kärnten initiiert wurde. Inhaltlich halten wir ein Nein zu Windkraft für blanken Wahnsinn, und wenn sie Freunde oder Verwandte in Kärnten haben, wäre jetzt der Zeitpunkt, um mit ihnen darüber zu sprechen. Zu weiterführenden Informationen auf den Seiten der Kärntner Grünen. 

Hören:

  • Der "Das Orakel" Podcast mit Meinungsforscher Peter Hajek. Diesmal nicht mit einer konkreten aktuellen Analyse, sondern einem allgemeinen Bildungsauftrag zu Meinungsforschung, wann Umfragen gut sind, was man von ihnen erwarten kann und was nicht.
  • Allen, die sich für Netzpolitik interessieren (oder wissen wollen was das ist), kann dieses englischsprachige Interview mit Meredith Whittaker (Präsidentin der Signal Foundation) nicht laut genug empfohlen werden. Über ihre Zeit bei Google, Prinzipien in einem prinzipienfreien Geschäftsfeld, den Signal Messanger und die EU als Regulator des Internets.

Anschauen:

  • Martin Moder in seinem Format MEGA (Make Europa Gescheit Again) über die HPV Impfung, deren Wirksamkeit und einen gut vernetzten Scharlatan. Und wie immer mit einem wunderschönen Hemd.
  • Die Feiertage können eine besonders schwierige Zeit für Menschen sein die allein, depressiv oder einfach an einem schwierigen Punkt in ihrem Leben sind. Nicht nur für die ein Geschenk: Al Greens Version von R.E.M.s "Everbody hurts"

Montag, 23. Dezember 2024

Keine Trendwende beim Güterverkehr!

Im Jahr 2022 wurden knapp 85 Prozent der Güter auf der Straße transportiert – und nur etwa 15 Prozent über die Schiene. Berücksichtigt man neben der Gütermenge auch die Transportentfernung, liegt der Anteil der Schiene immerhin bei knapp 30 Prozent, da sie vor allem für Transporte über größere Entfernungen genutzt wird. Ziel ist laut Masterplan Güterverkehr des Lebensministeriums aber ein Anteil von 40 Prozent bis 2040.

Die neuesten Zahlen der Statistik Austria zeigen für 2023 keine Trendwende, sondern sogar einen leichten Rückgang des Schienengüterverkehrs in der Güterverkehrsentwicklung.

Der hohe Anteil des Straßengüterverkehrs hat zahlreiche negative Auswirkungen wie Lärmbelastung, Luftverschmutzung, Staukosten und CO2-Emissionen. Er verursacht damit externe Kosten für die Allgemeinheit. So beliefen sich laut Umweltbundesamt die Kosten für CO2-Emissionen des Straßengüterverkehrs auf Autobahnen und Bundesstraßen im Jahr 2021 auf 319 Millionen Euro, die Kosten für Lärmbelastung auf knapp 80 Millionen Euro. Insgesamt werden die externen Kosten bis 2024 auf 613 Millionen Euro geschätzt. Bisher mangelt es im Straßengüterverkehr an Kostenwahrheit, denn die Unternehmen müssen diese externen Kosten, die sie beim Transport ihrer Güter verursachen, nicht vollständig bezahlen. Nur knapp die Hälfte dieser externen Kosten des Straßengüterverkehrs wird angelastet. Und: Wir können den Güterverkehr nur dann klimafreundlicher machen, wenn einerseits emissionsärmere Fahrzeuge eingesetzt werden und andererseits der Güterverkehr anteilig von der Straße auf die Schiene verlagert wird.

Natürlich kann man auch fragen: Müssen wir wirklich so viel auf Kosten endlicher Ressourcen produzieren? Könnten wir nicht lokaler produzieren? Güter haltbarer machen und länger nutzen? Sie weniger Modetrends unterwerfen? Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Quellen:
https://kontext-institut.at/inhalte/guetertransport-strasse/
https://www.bmk.gv.at/dam/jcr:2a0bcf9b-e7b7-4aea-952e-5e716b7401bc/viz_2011_kap_7.pdf

Sonntag, 22. Dezember 2024

80er auf der A2 ist durch

Trocken und technisch: der wichtige Teil des Bescheides vom Umweltministeriums an die ASFINAG

 

Manche Brötchen bäckt man am besten ganz ruhig und unaufgeregt: Der 80er auf der A2 ist durch.

Was ist geschehen?

In den letzten Monaten wurden im Umweltministerium ohne viel Getöse Wege geschaffen, auf denen Gemeinden die unter erhöhter Lärm- und Schadstoffbelastung leiden um entsprechende Temporeduktionen ansuchen können.

Während Biedermannsdorf noch ziemlich verwordaggelt um eine Position rang (unvergessen ist die Aussendung die begann mit "Einen 140er auf der Autobahn könnten wir uns schon vorstellen. Aber nicht bei uns!") hat der Wiener Neudorfer Bürger meister Janschka den oben erwähnten Weg beschritten und schon Ende November darüber berichtet.

Heute haben wir erfahren, dass ein entsprechender Bescheid bereits vom Umweltministerium an die ASFINAG ergangen ist. Wie aus dem oben geposteten Ausschnitt ersichtlich, wird der Bereich zwischen Anfang des Industriezentrums und Höhe Laxenburg in beiden Richtungen mit 100km/h ausgeführt und dann bis Knoten Vösendorf mit 80km/h.
Das ist eine gute Nachricht auch für alle Biedermannsdorfer_innen die genau so unter der Lärm- und Feinstaubbelastung zu leiden hatten.

Wir gratulieren Ministerin Gewessler und Bürgermeister Janschka zu der astreinen Umsetzung. Ein schönes und überraschendes Geschenk, das Sie uns da unter den Christbaum gelegt haben.

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Seit dieser Artikel das erste mal online ging haben wir gesehen, dass der 80er auf A2 bereits aktiv ist . . . damit auch Applaus für die ASFINAG für die schnelle Erledigung. Und allen Biedermannsdorfern wünschen wir ein ruhigeres Fest ;)

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Als Anhang noch die Verordnung in Bild-Form oder das originale PDF:

 

Samstag, 21. Dezember 2024

Unser Schulsystem - stark verbesserungsfähig

Österreichs Schulsystem ist, sehr wohlwollend formuliert, extrem verbesserungsfähig. Wobei die Probleme schon sehr früh beginnen, beim Kindergarten oder der fehlenden aktiven Integration von Eltern mit Migrationshintergrund. Pro Schüler investiert Österreich mit 13.943 Euro fast 50 Prozent mehr als der EU- Durchschnitt, erzielt damit aber nur sehr mittelmäßige Ergebnisse, wie internationale Vergleich immer wieder zeigen.

Ein besonders drastisches Beispiel ist die Belastung der LehrerInnen im Bereich der Pflichtschulen und Oberstufen mit administrativen Aufgaben (Geld einsammeln, Listen führen, Termine managen usw.), die an ihnen hängen bleiben, statt dass sie in dieser Zeit mit den Kindern arbeiten können. Wie sehr da bei uns gespart wird zeigt der internationale Vergleich. In Österreich kommt eine administrative Arbeitskraft auf fast 15 LehrerInnen, im EU- Durchschnitt auf sieben und in den baltischen Staaten auf knapp über fünf.

Schlecht eingesetztes Steuergeld im Schulsystem verhindert, dass Kinder das in ihnen schlummernde Potential voll entfalten können. Es ist aber auch eine Gefahr für den sozialen gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftschancen Österreichs im internationalen Wettbewerb. Wissenschaft, Bildungsexperten und nicht zuletzt LehrerInnen sind sich weitgehend einig, wie unser Schulsystem verbessert werden könnte. Aber: Alle Verbesserungsvorschläge zerschellen seit Jahrzehnten an Ideologie, Bürokratie und  Föderalismus.

Vor kurzem hat der Budgetdienst des Parlaments in einer kurzen Studie die Kosten all dieser Vorschläge abgeschätzt. Hier ein Großteil der Ergebnisse zusammengefasst:

  • SekretärInnen für alle Pflichtschulen: 112 Millionen Euro jährlich
  • Mehr pädagogisches Supportpersonal (Sozialarbeiter, Schulpsychologen usw.): 590 Millionen Euro pro Jahr
  • Die Angleichung der Gehälter von KindergärtnerInnen an jene von LehrerInnen und die Verkleinerung von Kindergartengruppen: Etwa 1050 Millionen Euro jährlich und 4 Milliarden einmalig.

Das schaut zunächst nach sehr viel Geld aus. Aber derzeit geben wir für den gesamten Bildungsbereich 25 Milliarden Euro im Jahr aus, etwa ein Zehntel der gesamten staatlichen Ausgaben. Und im Vergleich überschaubare, sinnvolle Investitionen ins Schulsystem könnten viele derzeitige Probleme lösen. Am Geld kann es nicht scheitern. Für das Gesundheitswesen gibt der Staat jährlich etwa 40 Milliarden aus. Eine Lichtung des Kompetenzdschungels allein in diesem Bereich könnte, bei wahrscheinlich sogar besserer Qualität, jährlich relativ leicht über 4 Milliarden Euro einsparen. Und für politische Werbung (Inserate) wurden allein im ersten Halbjahr 2024 1039 Millionen Euro ausgegeben, davon ein großer Teil an parteinahe Medien und Boulevardzeitungen.

Quelle: Wiener Zeitung

Freitag, 20. Dezember 2024

Link-Kisterl KW 51

 

Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten sieben Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: Maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.

Lesen:

  • Den in New York lebenden Klimaökonom Gernot Wagner machen viele Trends auf der Welt in Bezug auf den Klimawandel optimistisch. Zum Interview im Falter.
  • Das Amt für Betrugsbekämpfung geht davon aus, dass Kriminelle jährlich 800 Millionen Euro mittels Scheinunternehmen am Fiskus vorbeischleusen, um das Bargeld dann als Schwarzlohn auszuzahlen oder die Gewinne gezielt zu schmälern. Welche einfache Maßnahmen Lohndumping und Abgabenhinterziehung zurückdrängen könnten, erklärt der Chef der Finanzpolizei in diesem leider gekürzten Beitrag im Profil.
  • Eine recht kühle und strukturierte Analyse wie soziale Netzwerke beschaffen sind, wie X/Twitter beschaffen ist, wie es sich von anderen sozialen Netzwerken unterscheidet und warum es jetzt wahrscheinlich unumkehrbar auf sein Ende zusteuert. Zum Beitrag.
  • Die schottische Abgeordnete Monica Lennon hat ein Gesetz ausgearbeitet, das CEOs für Umweltzerstörungen ihrer Unternehmen persönlich zur Rechenschaft ziehen, mit Gefängnisstrafen von bis zu 20 Jahren bedrohen und den Straftatbestand des Ökozids schaffen würde. Damit wäre Schottland das erste Land der EU mit einer derartigen Regelung. Zum (englischsprachigen) Beitrag der BBC.
  • Der Folksänger Lead Belly besang mit seinem Song "Scottsboro Boys" eine traurige und schändliche Geschichte aus dem amerikanischen Rassismus und schloss mit den Worten "Stay woke, keep your eyes open". Damit meinte er aus der damaligen Situation heraus vor allem die Wachsamkeit gegen die amerikanische Strafverfolgung, aber auch gegen Manipulation und Täuschung. Zum Blogbeitrag von Karl Wagner

Sehen:

  • Der für alle, die ihn damals kennenlernten, unvergessliche Hermes Phettberg in einem lustigen Interview mit Armin Thurnher in einer 14 Jahre alten „Nette Leit Show“.
  • Die Volksschullehrerin Ilkay Idiskut, bekannt aus dem Film „Favoriten“, im ORF- Interview zu den Mängeln unseres öffentlichen (Volks-)Schulsystems.

Belohnung für hinterher:

  • Charles Mingus war bekannt für seinen köstlich-gefährlichen Eggnog. Und als Jazz Bassist. Zum Beitrag.

Sonntag, 15. Dezember 2024

Geh bitte . . .

Die Bank um die es geht. Die Beschriftung wurde leicht angepasst, um dem "Künstler" nicht noch mehr Reichweite zu bieten.


Es ist einfach nur lästig. Da stellt man sich für viele Stunden in die Werkstatt um etwas lässiges, hübsches zu schaffen das auch noch ein Zeichen setzt . . . und dann kommt ein Rotzlöffelchen und schmiert es in ein paar Sekunden recht ideen- und talentlos an.

Unsere Regenbogenbank auf der Laxenburger Allee war nicht die einzige Fläche die in den letzten Wochen mit ein und dem selben Schriftzug verunstaltet wurde. Aber da das "mein Baby" ist, ärgert es mich naturgemäß am meisten.

Aber jetzt ist aus. Ich mag nicht mehr die Augen verdrehen wenn ich da vorbei radle. In den Weihnachtsferien werde ich die Lehne der Bank abmontieren, sie mit meinen Kindern anschleifen und einen neuen Anstrich machen.

Wie man im Amerikanischen sagt: "no glory in maintenance" (zu deutsch "Instandhaltung ist nicht glorreich"). Aber sie muss getan werden, wenn man schöne Sachen die man einmal gebaut hat nicht dem Verfall oder Deppen preisgeben will.

Und wenn die Bank wieder beschmiert wird?
Dann übermale ich das wieder. Und zeige die Sachbeschädigung vorher an.


(Was mich fast am meisten ärgert: die Schmierage bringt mich dazu, mich zu äußern wie ein alter grantiger Mann. Natürlich BIN ich ein alter grantiger Mann. Aber normalerweise versuche ich das nicht so offen zu zeigen.)
 



Freitag, 13. Dezember 2024

Link-Kisterl KW 50

 Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten sieben Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: Maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.

Lesen:

  • Zwei Drittel der Österreicher sind für eine gemeinsame Verteidigungs- und Sicherheitspolitik in der EU, immerhin 53 Prozent wären für eine gemeinsame Einwanderungspolitik. Dieser kurze Bericht von dieSubstanz.at fasst die Ergebnisse einer Eurobarometer- Umfrage zusammen.
  • Die ÖVP sitzt seit fast vier Jahrzehnten in der Regierung, die Schuld für alle möglichen Krisen sieht sie immer bei anderen. Statt den Kurs zu korrigieren, klammert sie sich immer fester an die verantwortliche Ideologie. Natascha Strobl kommentiert in MOMENT.at
  • Rund 100.000 Menschen mit syrischem Migrationshintergrund leben in Österreich, nicht wenige dürften hierzulande auf die Welt gekommen sein und das Land ihrer Vorfahren nicht kennen, ein paar Tausend von ihnen haben die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen. Alle Geflüchteten zusammen, die zwischen 2015 und 2022 nach Österreich gekommen sind, werden im kommenden Jahr etwa gleich viel in unser Sozialsystem „einzahlen“, wie sie an staatlichen Leistungen bekommen, sind also auf dem Weg zu Nettozahlern zu werden, über die eine alternde Gesellschaft wie die unsere, die noch dazu mit einem riesige Budgetloch konfrontiert ist, froh sein müsste. Zum Artikel von dieSubstanz.at
  • Wie lernresistent muss man sein, um an einer seit Jahren verfolgten Strategie festzuhalten, die all die Jahr nur Verluste gebracht hat? Wie faktenfrei und für Österreich und sie selbst schädlich die derzeitigen Äußerungen der ÖVP zum Umgang mit syrischen Staatsangehörigen ist, lesen Sie in diesem Kommentar von Johannes Huber.
  • Immer mehr Unternehmen setzen auf nachhaltige Mobilitätskonzepte, um ihre Angestellten vom Auto aufs Rad, in Fahrgemeinschaften oder in öffentliche Verkehrsmittel zu bringen. Was Firmen tun, damit ihre Mitarbeiter:innen das Auto stehen lassen, lesen Sie in diesem Beitrag des „Standard“.
  • Seit 2015 hat sich das Vermögen von Milliardär:innen weltweit verdoppelt. Die Zahl der Milliardär:innen ist seit 2015 von 1.757 auf 2.682 angestiegen, ihnen gehören rund 14 Billionen Dollar. Zum Billionaire Ambitions Report 2024.
  • Wie sich eine Partei um den Nikolo sorgt und wohin das Geld aus dem Corona-Wiedergutmachungsfonds fließt lesen Sie in diesem Beitrag des Falter.
  • Ein Labor in Wuhan legt Daten zum Ursprung von SARS-CoV-2 vor: Zum Beitrag im Profil.
  • Von Tag zu Tag steigen IT-Attacken auf Einzelpersonen, auf Unternehmen oder ganze Bundesländer, daher muss die Stärkung der IT-Sicherheit oberste Priorität haben. Ein Forderungspapier von epicenter.works an die Regierungsverhandler.
  • In der Nacht des 22.Oktober ging eine Steinlawine auf die Piste Nr.36 im Pitztaler Gletscherskigebiet nieder, erst eine Woche später wurde darüber in den Medien berichtet. Über die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf Gletscher und hochgelegene Schigebiete lesen Sie in diesem ORF-Beitrag. 
  • Leider nicht bei uns (und leider auch nicht wirklich günstig): aus alten Fahrradrahmen neuen Lastenräder machen. Zum Beitrag von kraftfuttermischwerk.
  • Nach diesem Artikel der WZ bin ich immer noch nicht begeistert von Wasserstoff-Autos. Aber er skizziert zumindest eine mögliche Zukunft für sie.

Hören:

Anschauen:

  • Die Auffassung, eine Volkswirtschaft könnte netto sparen, ist falsch, denn Sparen bei dem einen Wirtschaftssubjekt führe gegenwärtig notwendig zu einem Einkommensausfall bei einem anderen Wirtschaftssubjekt, sodass dann irgendjemand in der Volkswirtschaft auf seinem Angebot sitzen bleiben muss. Wenn Sie diese These von Heiner Flassbeck, ehemaliger deutscher Staatssekretär und ehemaliger Abteilungsleiter bei der UNCTAD kennenlernen wollen und sich etwas Zeit dafür nehmen wollen, gibt hier eine Aufzeichnung eines Interviews mit ihm.
  • Ein erster, sehenswerter Rückblick aufs Jahr 2024 vom ersten deutschen Fernsehen "Das Erste"
  • Dass die Finanzierung unserer Pensionen in Gefahr ist reden uns neoliberale Medien, Thinktanks und Parteien nur ein, um Verschlechterungen zu rechtfertigen. Ein sehenswertes kurzes Video dazu. 
  • Eine zwanzigminütige Dokumentation über Theo Jansen und seine Strandbeesten. Der Name sagt ihnen vielleicht nichts aber sie haben sie sicher schon gesehen.
  • Pruitt-Igoe in St. Luis war als visionäres soziales Wohnbauprojekt gedacht, ging aber dermaßen schief, dass es nur 20 Jahre nach der Fertigstellung wieder abgerissen wurde. Man Fazit nach den beiden Links: zu megalomanisch und zu wenig Gedanken über Instandhaltung gemacht. https://www.youtube.com/watch?v=Tt7IJEaavfU und https://99percentinvisible.org/episode/episode-44-the-pruitt-igoe-myth/

Belohnung für hinterher:

Donnerstag, 12. Dezember 2024

Eine ganz besondere Gemeinderatssitzung - Bericht

 

Gleich zu Beginn ein kleiner Spoiler, weil es uns einfach sehr freut:
Gegen Ende der Sitzung haben wir erreicht, dass einige Vereine, die wichtige soziale Arbeit leisten, gefördert werden. Mehr dazu unter TOP "Subventionen und Mitgliedsbeiträge".

Auch sonst war die heutige Gemeinderatssitzung in vielerlei Hinsicht einzigartig:

  • Sie war die letzte in diesem Jahr.
  • Sie war auch die letzte vor der Gemeinderatswahl am 26. Jänner 2025
  • Und, sie war die letzte mit „nur“ 21 Gemeinderätinnen und Gemeinderäten.

Mittwoch, 11. Dezember 2024

Soziale Gerechtigkeit bei Wohnungsvergaben

Gemeindewohnungen sollen Biedermannsdorfer:innen in schwierigen Lebenssituationen eine Sorge abnehmen und ein sicheres Dach über dem Kopf ermöglichen. Nach sechs Jahren intensiver Bemühungen und hartnäckigem Einsatz konnten endlich neue Vergaberichtlinien für Gemeindewohnungen beschlossen werden. Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und Fairness.

Wie war die Situation bisher?

Bisher gab es zwar Richtlinien für die Punktevergabe bei Wohnungsbewerbungen, doch diese wiesen erhebliche Schwächen auf: Jedes Mitglied des Sozialausschusses konnte innerhalb eines vorgegebenen Punktebereichs selbst festlegen, wie viele Punkte pro Kategorie vergeben wurden. Diese individuelle Bewertung wurde nicht dokumentiert, sondern direkt vernichtet.
Am Ende erhielt die Person mit der höchsten Gesamtpunktezahl die Wohnung. Dieses System war anfällig für subjektive Entscheidungen und Vergaben nach Sympathie anstelle objektiver Kriterien.

Was hat sich geändert?
Endlich wurde unserer langjährigen Forderung nach fixen Punktvorgaben entsprochen. Künftig ist genau geregelt, wie viele Punkte für verschiedene Kriterien vergeben werden – etwa für Haushaltsgründung oder Trennung/Scheidung.
Diese fixen Vorgaben ermöglichen klare Nachvollziehbarkeit: Jede Wohnungssuchende Person erhält eine objektive Bewertung, die transparent zeigt, wie viele Punkte in welcher Kategorie vergeben wurden. Das schafft Fairness und Vertrauen.

Ein Schritt in Richtung soziale Gerechtigkeit

Die neuen Richtlinien stellen sicher, dass Gemeindewohnungen denjenigen zugutekommen, die sie am dringendsten benötigen. Ein transparenter, objektiver und nachvollziehbarer Vergabeprozess ist ein wichtiger Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit in unserer Gemeinde.

Wo die neuen Vergaberichtlinien noch Verbesserungspotenzial haben, erfahren Sie im Blog von UGR Karl Wagner.

GR Martin Firsching

Dienstag, 10. Dezember 2024

Schutz unserer Hunde – Ein Aufruf zum friedlichen Miteinander

In Biedermannsdorf kam es kürzlich wieder zu einem besorgniserregenden Vorfall: Ein kleiner Hund wurde durch Giftköder schwer verletzt, die jemand über einen Gartenzaun geworfen hat. Glücklicherweise überlebte der Kleine nach intensiver tierärztlicher Behandlung. Leider sind solche Fälle von Hundevergiftungen oder Angriffen und Drohungen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern gegenüber kein Einzelfall – auch im restlichen Ortsgebiet werden immer wieder ähnliche Vorfälle gemeldet.

Es wird uns auch öfter gemeldet, dass Hunde über Zäune angeschrien, angespuckt oder mit Dingen beworfen werden. Eines ist jedenfalls klar. Ein friedliches Miteinander fördert so ein Verhalten nicht. Denn Hunde, die derlei Erfahrungen machen, lernen dadurch sicher nicht, sich am Zaun ruhiger zu verhalten.

Rechtliche Konsequenzen bei Tierquälerei:
Nur damit eines klar ist: Die Vergiftung oder anderweitige Schädigung von Hunden ist in Österreich streng verboten und fällt unter das Tierschutzgesetz (§ 222 StGB). Tierquälerei wird mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet. Darüber hinaus können Täter auch für Tierarztkosten oder sonstige Schäden haftbar gemacht werden. Eine vorsätzliche Handlung zieht schwerwiegende Konsequenzen nach sich, da Tiere in Österreich rechtlich glücklicherweise besonders geschützt sind​.

Toleranz und Gewaltfreiheit
Uns ist ein friedliches und respektvolles Miteinander sehr wichtig. Hunde sind Teil vieler Familien und tragen zur Lebensqualität und auch zur Sicherheit bei. Konflikte können wir vermeiden, durch gegenseitige Rücksichtnahme und offene Kommunikation. Wer sich durch Hunde oder deren Verhalten gestört fühlt, soll bitte zuerst das Gespräch mit den Hundehaltern suchen. Vor einem bellenden Hund am Gartenzaun stehenzubleiben und ihn anzuschreien, beruhigt ihn sicher nicht und führt eher dazu, dass dieser noch mehr bellt. Gewalt und Ärgern ist niemals eine Lösung.

Maßnahmen zur Prävention
Hundebesitzer sollten ihre Tiere stets beaufsichtigen und darauf achten, dass sie nichts vom Boden aufnehmen. Auch das Training, keine unbekannten Gegenstände zu fressen, kann lebensrettend sein. Gleichzeitig bitten wir Sie, liebe Biedermannsdorferinnen und Biedermannsdorfer, wachsam zu sein und verdächtige Aktivitäten sofort der Polizei oder dem Gemeindeamt zu melden.
Gemeinsam können wir dazu beitragen, unsere Gemeinde sicherer und lebenswerter für alle zu machen – Menschen wie Tiere. Vielen Dank.

Weitere Informationen zu rechtlichen Regelungen und Tipps zum Schutz von Hunden finden Sie hier:
hundehalterverband.at 

Ihre gfGR Simone Jagl

Samstag, 7. Dezember 2024

Link-Kisterl KW 49


Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten sieben Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.

Lesen

  • Elon Musk könnte sich durch das Department of Government Efficiency selbst bereichern. Oh wie überraschend . . . Zum Bericht des Guardian.
  • Was drei Nobelpreisträger vom Einfluss der sozialen Medien auf die Gesellschaft halten, wird in diesem Beitrag von Armin Thurnher prägnant zusammengefasst. Zum Artikel des Falter.
  • Der Poker für eine Dreierkoalition ist eröffnet, zeitgleich nehmen auch die Störmanöver zu und Herbert Kickl startet eine neue Werbeoffensive für Blau-Schwarz in höchsten Wirtschafts­kreisen. In der ÖVP lauern die Fans von Sebastian Kurz auf die ­ultimative Gelegenheit für ein Comeback ihres Idols. Zum Artikel im „Trend“.
  • Die Schweizer haben´s verstanden: Mehr Autobahnen bringen mehr Verkehr. Das Geld soll besser in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und sichere Radwege investiert werden. Zum Beitrag von Swissinfo.

Hören

  •  Seit Jahrtausenden sagt eine Generation über die nächstjüngere sie sei dumm, obergescheit, faul, zu leistungsbezogen, arrogant, undankbar, moralisch überheblich, moralisch korrumpiert, verweichlicht, verroht oder unkultiviert und generell immer schlecht angezogen.
    Die NDR Synapsen werfen (als Teil einer generell interessanten Serie über Jugend und Digitalisierung) einen wissenschaftlich kühlen und differenzierten Blick auf die aktuelle Erzählung, die heutige Jugend sei zunehmend gewalttätig.
    Zur Eprisode der NDR Synapsen (Inhalt weitestgehend auch für Österreich gültig).
  • Seit diesem Freitag ist die Wiener U2 wieder in Betrieb!
    Alles was sie über die U2/U5 und das Öffinetz wissen wollten und noch ein wenig mehr!
    Zur Epsidode von "Was wichtig ist" (Die Presse).
  • Der Übermedien Podcast ist im Allgemeinen zu empfehlen. Aber die aktuelle Folge über Kriminalitätsberichterstattung ist besonders gut.
  • Leider Gottes ist der Zustand der Welt aktuell so, dass man sich über Wehrpolitik informieren sollte. Der "Sicherheitshalber" Podcast bietet dazu sehr qualitativen informierten Inhalt und ich möchte hier zwei Episoden empfehlen:
    • die aktuelle Episode von der Buchmesse Wien über europäische Sicherheitspolitik mit und ohne Trump.
    • eine ältere Episode über Neutralität (Warnung: das ist ein deutscher Podcast. Die haben einen anderen Blick auf das Thema als die meisten Österreicher)

Schauen

  • Das Zusammenlegen der Krankenkassen unter der Regierung Sebastian Kurz hat nicht die damals versprochene „Patientenmilliarde“ eingespart, sondern war eine dreiste Lüge. Ob Gesundheit endgültig zum Luxus wird und wie man das vermeiden könnte, können Sie in dieser ORF-Sendung anschauen.
  • Die Bild-Spur: Aufnahmen einer sehr seltenen Tiefseeschnecke.
    Die Ton-Spur: Aufnahmen von Wissenschaftlern die sich sehr freuen eine seltene Tiefseeschnecke gefunden zu haben ;)
    Weiter auf YouTube.

Die Belohnung für Hinterher



Mittwoch, 4. Dezember 2024

Bevölkerungsentwicklung, Asyl und Zuwanderung in Österreich

Bis 2040, das ist in knapp 15 Jahren, wird die Bevölkerung Österreichs um eine halbe Million Menschen anwachsen. Das ist so viel wie die derzeitige Bevölkerung von Graz und Linz zusammen. Soll es für diese Menschen Wohnungen, Spitäler, Ärzte, öffentliche Verkehrsmittel und für ihre Kinder Plätze in Kindergärten und Schulen geben, dann müssten in diesen 15 Jahren praktisch Linz und Graz samt aller Infrastruktur neu aus dem Boden gestampft werden.

O.k., stimmt nicht ganz, denn der Anteil der über 65-jährigen wird stärker wachsen, der Anteil der Jungen, Erwerbstätigen wird etwas schrumpfen. Man würde also etwas weniger zusätzliche Schulplätze, dafür aber mehr Ärzte und Pflegeeinrichtungen brauchen. Alles in allem bliebe die Aufgabe aber gewaltig. Wie realistisch sie lösbar ist, kann sich jeder selbst ausmalen.

In diese Situation kommen wir nicht, weil wir für Einwanderer so attraktiv wären. Sondern durch schlechte Lebensbedingungen, Umweltschäden und Kriege anderswo, also aus Gründen, die wir keinesfalls allein, bestenfalls als EU abmildern können.

Österreich wird durch Zuwanderung wachsen, die deutlich von Asyl abgegrenzt werden muss. Zuwanderung werden wir brauchen, um die Überalterung unserer Bevölkerung zu kompensieren und unser Sozialsystem, unsere Pensionen weiter finanzieren zu können. Aber das muss kontrollierte Zuwanderung von Menschen sein, die die von uns benötigten Qualifikationen mitbringen und sich bei uns niederlassen und integrieren wollen. Wir müssten aktiv um sie werben und für sie viel attraktiver werden, etwa deren im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen unbürokratisch anerkennen und sie bei der Integration vom ersten Tag an unterstützen.

Das geht nicht mit einer Politik wie sie vor allem die ÖVP betreibt, die seit Jahrzehnten für Integration, Innen-, Außen- und EU-Politik verantwortlich ist, Pfründe verteilt und Mängel verwaltet, die mit ihrer unverantwortlichen Bildungspolitik in Österreich geborenen Kindern von Zuwanderern den Spracherwerb und eine zukunftssichernde Schulausbildung extrem erschwert und damit auch das öffentliche Schulsystem insgesamt demoliert.

Und es geht noch viel weniger mit einer Politik, die “Remigration” fordert, genau wissend, dass das menschenrechtswidrig und rechtlich in der EU nicht durchsetzbar ist; die alles tut, um die bereits Zugewanderten in prekären Lebensverhältnissen zu halten und ihnen das Leben möglichst schwer zu machen; die so dazu beiträgt, total frustrierte, unangepasste Jugendliche ohne Zukunftsaussichten und mit unakzeptablen Wertvorstellungen hervorzubringen, denen für ihr Berufsleben und ihre Integration die nötigen Sprachkenntnisse fehlen; die das offenbar bewusst tut, um damit Unzufriedenheit und Ängste in der Bevölkerung weiter – und noch besser – zum eigenen Vorteil schüren zu können.

Aber es könnte gehen: Mit einer starken, geschlossen auftretenden EU, die ihre derzeitigen Pläne zu diesem Themenkomplex umsetzt und dabei zwar nationalstaatliche Interessen berücksichtigt, sich aber davon nicht blockieren lässt; mit mehr oder weniger drastischen Änderungen unserer nationalen Politik bei Integration, Innen-, Außen-, Asyl- und Bildungspolitik (die wir teilweise schon allein aus rein nationalem Interessen bräuchten und wo auf Druck der Grünen schon einige zaghafte Verbesserungen  erreicht wurden); mit einer Politik, die die Bevölkerung für diese Änderungen wenn schon nicht begeistert, aber zumindest mitnimmt; und mit einer Bevölkerung, die sich nicht durch Panikmache einschüchtern lässt, die Notwendigkeit von Änderungen einsieht und den Mut aufbringt, sich auf solche Änderungen einzulassen.

Quellen und weitere Informationen:
Statistik Austria
https://www.wienerzeitung.at/a/quo-vadis-oesterreich
https://www.derstandard.at/story/3000000246175/hart-oder-herzlich-wo-sich-die-koalition-bei-asyl-und-zuwanderung-treffen-koennte

Frühere Blogartikel zum Thema:
https://gruenebiedermannsdorf.blogspot.com/2015/05/rede-von-christine-nostlinger-zu-flucht.html
https://gruenebiedermannsdorf.blogspot.com/2023/10/eine-million-mehr.html
https://gruenebiedermannsdorf.blogspot.com/2018/02/die-verschwiegene-wirklichkeit.html
https://gruenebiedermannsdorf.blogspot.com/2020/03/fluchtlingskrise-und-osterreichische.html
https://gruenebiedermannsdorf.blogspot.com/2023/09/wir-brauchen-mehr-mut.html

"Grüne" Standpunkte:
https://gruene.at/themen/asyl/
https://gruene.at/themen/aussenpolitik/
https://gruene.at/themen/diversitaetundintegration/

Freitag, 29. November 2024

Link-Kisterl KW 48

Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten sieben Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.

Lesen:

  • Warum es ein gutes Zeichen ist, wenn aus den Regierungsverhandlungen kaum ein Detail nach draußen dringt, können Sie in diesem Text von Robert Misik lesen.
  • Bei einer Analyse von mehr als 7.000 Elektroautos auf die Haltbarkeit ihrer Batterien stellte sich heraus: Die E-Auto-Akkus halten viel länger als erwartet,  altern nach den ersten Jahren kaum noch und gehen einfach nicht kaputt. Zum Artikel in „Auto, Motor und Sport“
  • Die ÖVP- Vorschläge bei den laufenden Regierungsverhandlungen wie Vollzeitbonus, steuerfreie Überstunden und Senkung der Einkommenssteuer sind wieder nur reine Klientelpolitik, die Reiche und Bezieher hoher Einkommen begünstigen würden. Warum das so ist lesen Sie in diesem Beitrag im Profil.
  • Facettenreichtum und Innovation zeigt sich in immer mehr Bereichen, wenn es um ökologische Nachhaltigkeit geht, unter anderem auch bei Straßenverkehrstafeln. Ein Verkehrstechnik-Unternehmen aus Pucking produziert neuerdings Straßenverkehrsschilder aus Holz. Zum ORF- Beitrag
  • Demokratischen Parteien müssen Wähler:innen eigene, klare Visionen der Zukunft liefern und dürfen sich nicht nur den Mantel rechtsextremer Parteien umlegen, ihre Sprache sprechen und ihre Politik umsetzen. Was es braucht, sind klare Gegenangebote. Zum Beitrag von MOMENT.at  

Hören:

  • Wenn Sie genau wissen wollen, warum Rauchen schädlich ist, hören Sie sich diese Folge von „Klenk+Reiter“ an.

Sehen:

  • Einen Überblick, wie die EU funktioniert und welchen Aufgaben sie sich unter der neuen Kommission stellen muss, können Sie in diesem ORF- Beitrag nach-schauen.

Montag, 25. November 2024

Eine Kandidatenliste, eine kleine Analyse und ein Aufruf

Photo by cottonbro studio from Pexels



Habemus Kandidatenliste!
Am vergangenen Donnerstag hat die Basisversammlung unserer Ortsgruppe die Liste für die Gemeinderatswahl 2025 gewählt. Zumindest die ersten 13. Stellen. Wir sind noch im Gespräch mit ein paar Leuten, die wir als Solidaritätskandidaten laufend hinten an die Liste anhängen werden.

Die Liste

  1. Simone Jagl
  2. Martin Firsching
  3. Karl Wagner
  4. Anne-Marie Kern
  5. Markus Fuchs
  6. Axel Gschaider
  7. Nora Bohrn
  8. Georg Bohrn
  9. Barbara Fuchs
  10. Daniela Firsching
  11. Roman Frühstück
  12. Viola Jagl
  13. Valentin Jagl

Ein paar Worte zu den Kandidaten

Zunächst einmal zum Elefanten, der da im Raum steht: Kerstin Haas-Mayerhofer befindet sich nicht auf der Liste. Kerstin hat uns vergangen Montag mitgeteilt, dass sie bei der kommenden Wahl nicht auf unserer Liste stehen wird. Ist Schade. Aber ist so.

Um so mehr freut es uns, dass wir in den letzten Wochen neue Mitglieder dafür gewinnen konnten, in der Partei und potentiell auch im Gemeinderat mitzuarbeiten. Durch die Bank starke Charaktere, von denen wir uns viel frischen Wind erwarten.

Wie viele Mandate werden wir schaffen?

Tja. Das hängt natürlich vom Ausgang der Wahlen ab ;) und heuer ist es wirklich wirklich WIRKLICH schwer zu prognostizieren, wie diese ausgehen werden.

Zunächst einmal wird der Gemeinderat mit der kommenden Wahl vergrößert. Biedermannsdorf hat mittlerweile so viele Einwohner, dass nicht mehr 21 sondern 23 Mandatare vorgesehen sind.

Die Stimmung auf Bundesebene beeinflussen Kommunalwahlen sehr stark. Ist natürlich absurd, da die beiden Ebenen praktisch nichts miteinander zu tun haben. Aber so ist das halt.
Jedenfalls 2020 hatten wir Grünen im Ort fraglos starken Rückenwind. 5 Jahre später hat sich die Bundesstimmung gedreht und das werden wir auch zu spüren bekommen. Allerdings sind wir der Meinung, gute und solide Arbeit abgeliefert zu haben und so auch die eine oder andere nicht klassische Grüne Wählerin überzeugen konnten. Somit hegen wir die Hoffnung, dass wir uns gegen den Trend stemmen können.

Die Partei, die momentan in Bund und Ländern dagegen auf einer Welle des Erfolges dahin reitet, hat hier im Ort in den letzten Jahren eine objektiv blasse Performance hingelegt. Wird spannend zu sehen, ob sich das im Wahlverhalten widerspiegelt.

Die ÖVP hat von einer polarisierenden Bürgermeisterin zu einem noch polarisierenderen Bürgermeister gewechselt. Es ist wirklich schwer abzuschätzen, in welche Richtung der Stimmentrend hier gehen wird.

Ich wage eine vage Prognose: Ich sage wir werden ab Jänner mit 4-6 Mandaten vertreten sein. Alles andere würde mich überraschen.

Wer hat Chancen, in den Gemeinderat einzuziehen?

Simone, Martin, Karl und Anne-Marie sind recht sicher dabei. Mit Markus schafft es wahrscheinlich auch noch ein neues Gesicht in den Gemeinderat. Der Autor dieser Zeilen sucht den Nervenkitzel und sitzt auf eigenen Wunsch auf einem Kampfmandat.
Nora und Georg sind zwei smarte Köpfe und glauben Sie mir, Sie wollen diese beiden im Gemeinderat sitzen haben. Diesen Wunsch bekommen Sie aber nur durch ein überraschend gutes Ergebnis erfüllt oder dadurch, dass jemand auf der Liste vorzeitig aus dem Gemeinderat ausscheidet und die beiden später nachrücken.
Auch Barbara, Daniela, Roman, Viola und Valentin wären alle eine Bereicherung für den Gemeinderat. Aber für sie wird selbst die Möglichkeit des Nachrückens zunehmend unwahrscheinlich

Und jetzt?

Jetzt heißt es laufen, überzeugen und mobilisieren. Kurz: Wahlkampf. Manch einer finden den lästig, störend oder unnötig.
Aber eines sollte man nicht unterschätzen: im Wahlkampf zeigt eine Partei auch her, wie sehr sie in der Lage ist, ihre Mitglieder dazu zu bewegen, bei einem Projekt mit anzupacken. Etwas sagt mir, dass wir hier gegenüber unseren politischen Mitbewerbern einen gewissen Vorteil haben.

Übrigens:
Sie können, wenn sie wollen, schon auch was tun. Anfang Dezember müssen wir offiziell unsere Kandidatenliste einreichen. Bis dahin sind wir durchaus noch auf der Suche nach Leuten die sich auf unsere Kandidatenliste setzen lassen wollen. Solche sogenannten "Solidaritätskandidaturen" sind ein nicht zu unterschätzendes Zeichen. Wenn sie sich vorstellen könnten, dieses Zeichen zu setzen, kontaktieren sie uns und wir sehen, ob wir da zusammen kommen.

Samstag, 23. November 2024

Link-Kisterl KW 47

Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten sieben Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.

 

Lesen:

  • Sieben Gesundheitseinrichtungen der VAMED sollen an einen Private-Equity-Fonds des französischen Finanzkonzerns PAI verkauft werden. Damit droht eine weitere Verschärfung der Profitorientierung wichtiger Gesundheitsinfrastruktur in Österreich.
    Zum Beitrag von Attac.
  • Schauen Sie Menschen beim Arbeiten zu, die den grünen Energietraum verwirklichen, indem sie etwa Photovoltaik-Paneele über schräge Dächer wuchten. Diese Green Jobs haben wenig mit einer Regenbogen-Utopie zu tun, sondern mit Muskelmasse und Nervenentzündungen.
    Zum Artikel der Wiener Zeitung.
  • Die Popularität von Elektroautos ist in Norwegen ungebrochen. Dort sind jetzt mehr Elektroautos im Umlauf als Benziner.
    Zum Beitrag von gamestar.de
  • Die Salzburger Landesregierung will die Umweltanwaltschaft entmachten, obwohl – oder wahrscheinlicher gerade weil - diese Stelle bisher sehr erfolgreich war.
    Zum Artikel im Profil. 

Schauen:

  • 50 % der Umweltverschmutzung durch Fahrzeuge auf der Straße in Indien kommen von LKWs, obwohl diese nur 3 % des Fahrzeugbestands ausmachen. Wie das Land durch den Umstieg auf Elektro-Lkw den indischen Verkehrssektor revolutionieren,  Herausforderungen überwinden und seine Netto-Null-Ziele erreichen will, erfahren Sie in diesem Video.
    Zum YouTube Video.
  • Vor ziemlich genau einem Jahr meldete die Signa von Rene Benko ihre Pleite an, seither wird der Fall aufgearbeitet. Leonhard Dobusch erklärt in diesem Video, was wir ändern müssten, damit wir solche Konstrukte und Mega-Insolvenzen in Zukunft verhindern.
    Zum Video des Moment Magazins.
  • Ein extrem interessantes Video darüber, warumMenschen sich so verhalten (so wählen), wie sie es tun. Macht auch Wahlergebnisse verständlicher.
    Zum YouTube Video.
  • DIESE Möglichkeit des Protestes fehlt mir im Gemeinderat manchmal . . .
    Zum Video (und Artikel) auf der BBC Seite.
  • Die Banken schwimmen in Gewinnen, während ein großer Teil der Bevölkerung den angesagten Preissteigerungen bei Strom, Gas und Heizen entgegenzittert. Dass da irgendwo der Wurm drin ist, erklärt Barbara Blaha in diesem YouTube Video
  • Dieser Spaziergang durch das angeblich größte Wohngebiet Asiens wirkt recht grau und deprimierend. Aber: erstaunlich wenige Autos.
    Zum YouTube Video.
     

Die Belohnung für hinterher: 

Samstag, 16. November 2024

Kosten senken für Wohnen und Mobilität

Wohnungen sind teuer. In Mehrfamilienwohnhäusern stellt die Errichtung der vorgeschriebenen PKW- Abstellplätze einen spürbaren Kostenfaktor dar, der im Fall von Tiefgaragen 10 bis 15 Prozent der gesamten Baukosten betragen kann. Denn immerhin kostet ein Tiefgaragenstellplatz zwischen 15.000 und 25.000 Euro, und diese Kosten werden natürlich an die Käufer oder Mieter der Wohnungen weitergegeben.

Durch die Bereitstellung von Car- und Bikesharing- Angeboten kann es im Wohnbau gelingen, den Pkw-Bedarf sowie die damit einhergehenden Stellplatz-Errichtungskosten zu reduzieren. Ein professionell betriebenes Carsharing-Fahrzeug kostet ab 800 Euro pro Monat, die sich durch den dadurch eingesparten Tiefgaragen-Stellplatz für rund zwei Jahre finanzieren ließen. Nach dieser Anschubfinanzierung kann sich das Sharingangebot meist selbst tragen. Zudem können im frei finanzierten Wohnbau Sharing-Angebote als gemeinsame Anlage definiert und somit als Betriebskosten abgerechnet werden.

Car-Sharing, dadurch reduzierte Stellplatzanzahl und eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr können nicht nur die Kosten des Wohnens, sondern auch für die Mobilität senken, denn: Für jeden Haushalt, der sich durch das Sharing-Angebot oder den (teilweisen) Umstieg auf Öffis oder Fahrrad ein (Zweit-) Auto erspart, fallen dessen laufende Kosten weg. Und das sind, Wertverlust, Versicherungen, Verschleißteile wie Reifen usw. alles eingerechnet, ziemlich sicher monatlich mehr als 400 Euro. Falls Sie das nicht glauben, spielen Sie mal mit diesem Kostenrechner und ihren eigenen Daten.

Wie sehr ein attraktiverer öffentlicher Verkehr die Wahl des Verkehrsmittels beeinflusst, wird aus Bild 1 ersichtlich. Wird die Entfernung vom Haustor bis zur nächsten Öffi- Haltestelle von 15 auf 5 Minuten Fußmarsch verkleinert, reduziert sich im Österreich- Durchschnitt an Werktagen der PKW-Gebrauch von 79 auf 54 Prozent. Wie stark sich Mobilitätskosten im Wohnbau reduzieren lassen, wird anhand eines Beispiels aus Feldkirchen bei Graz ersichtlich (Bild 2). Nähere Details und Beispiele für moderne, kostensparende Mobilitätslösungen finden Sie in diesem Factsheet. Ein besonders interessantes Beispiel eine Mobilitätspakets daraus gleich hier:

"Auf einem ehemaligen Produktionsgelände im Zentrum von Traun entstanden 170 neue Wohnungen. Vorgegeben waren 340 Pkw-Stellplätze, die durch Vorlage eines Mobilitätskonzepts um 85 reduziert werden konnten. Seit Bezug der Wohnanlage im Jahr 2023 gibt es nun zwei E-Carsharing-Fahrzeuge, acht Sharing-Fahrräder inklusive Elektro- und Transportfahrrädern, zusätzliche Fahrrad-Stellplätze, eine Fahrradwerkstatt, eine Paketstation sowie eine Ansprechperson für Mobilitätsmanagement direkt im Quartier. Zum Ausprobieren gibt es gratis Fahrtguthaben für Neuanmeldungen. Vorbildlich ist neben dem Mobilitätskonzept die Finanzierung. Das Angebot wird als Teil der Betriebskosten von der Eigentumsgemeinschaft getragen, die Fahrterlöse fließen zurück an die Hausverwaltung."

Freitag, 15. November 2024

Link-Kisterl KW 46

Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten sieben Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.

Lesen:

  • Österreich könnte international viel aktiver sein, die heilige Kuh „Neutralität“, die zwar 70% der Bevölkerung beibehalten wollen, aber von der nur ein Drittel glaubt, dass sie uns vor einem Angriff Russlands schützen würde, wäre kein Hemmschuh. Gerade für ein kleines Land ist es essentiell, außenpolitisch aktiv zu sein und mit Gleichgesinnten Wege in eine friedliche und nachhaltig gestaltete Zukunft zu suchen, um nicht zum Spielball von politischen Kräften zu werden, die solche Ziele nicht verfolgen. https://www.suedwind-magazin.at/neutralitaet-als-ausrede/
  • Karl Nehammer hat bisher aus dem Regierungsbildungsauftrag nicht viel gemacht. Damit riskiert er Rufe aus den eigenen Reihen nach einer Zusammenarbeit mit Kickl. Zum Beitrag von dieSubstanz.at.
  • Ein älterer Artikel aber nachdem ich das Thema hier im Blog angeschnitten habe: wie funktionieren Bürgerräte?
  • Wie eine Immobilienfirma, die einem Bürgermeister und seinen Söhnen gehört, durch den Verkauf einer Wiese mit nachfolgenden Umwidmungen Millionen verdienen kann, lesen Sie in diesem Beitrag der WZ.
  • Der einstige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider ließ sein Volk Schlange stehen, um von ihm persönlich Geldscheine überreicht zu bekommen. Nicht nur, aber speziell auch für die kommende Landtagswahl in der Steiermark tritt die steirische FPÖ mit Wucht in seine Fußstapfen und rückt ihren aktuellen Finanzskandal in den Hintergrund. Zum „Blauland“- Beitrag von Nina Horaczek.
  • Nach der Wahl Donald Trumps mag sich die Frage stellen, ob der Westen am Ende sei. Lesen Sie dazu diese weltpolitische Tour d´Horizon von Kurt Bayer.
  • Warum das derzeit heftig urgierte „Sparpaket“ keinesfalls notwendig ist (sehr wohl aber Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit von Ausgaben) erläutert Kurt Bayer, ehemaliges Mitglied in den Verwaltungsräten von Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, in diesem Beitrag.
  • Chiles Verfassung stammt noch aus der Zeit der Pinochet-Diktatur – sie zu ersetzen wurde zweimal bei Referenden abgelehnt. Über Versuche, das neoliberale Land tröpfchenweise zu reformieren, lesen Sie in diesem Beitrag.
  • Der Artikel lobhudelt ein wenig. Aber der erste 50m hohe Holzwolkenkratzer ist trotzdem interessant.
  • Nicht nur Autobahnen, sondern auch Bahngleise stellen für Radfahrer langgestreckte Hindernisse dar und zwingen zu langen Umwegen. Eine norwegische Studie versucht, die Auswirkungen anhand offener Daten (Openstreetmap) sauber zu bemessen.
  • Das englische "conviction" kann "Überzeugung" bedeuten oder aber auch "Verurteilung". Dass sich Emmanuel Macron der doppelten Bedeutung bei diesem Tweet an Donald Trump sehr wohl bewusst war, ist natürlich reine Spekulation😊. Zu einem Beitrag auf X (vormals Twitter).


Hören:

  • Warum er glaubt, dass die Amtszeit von Donald Trump nicht länger als zwei Jahre dauern wird und warum er über das Wahlergebnis nicht überrascht war, erklärt Eugen Freund in diesem Podcast.
  • Aristopopulismus, Wirtschaftsaufschwung, der zu spät beim "kleinen Mann" ankommt, warum Trump die Mid-Term-Elections verliert, wenn er tut was er verspricht und warum Trump und Vance die sind, um die wir uns WIRKLICH Sorgen machen sollten. Diese Podcast Folge mit dem in Amerika lehrenden Ökonom Rudi Bachman über den Ausgang der US-Wahlen ist so gut, dass ich sie mir sicher ein zweites mal anhören. Und mir einen dritten Satz erlaube.
  • Dieses Gespräch mit dem deutschen Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen macht Angst. Und Mut.
  • Informativ und unterhaltsam: Armin Wolf über politische Interviews.


Anschauen:

  • Große Öl-Konzerne wie ExxonMobil oder Shell wissen nachweislich seit den 80er Jahren über den folgenschweren Zusammenhang von CO2-Ausstoß und Erderwärmung Bescheid. Ihre eigenen Forschungsergebnisse dazu haben sie vertuscht und gaben Millionen für Desinformationskampagnen aus. Zu einer sehenswerten Doku von ORF2.
  • Film von 1988: Magnetbahn in Berlin. 1991 war sie wieder Geschichte.


Belohnung für hinterher:

Dienstag, 12. November 2024

Tagesordnung des Gemeinderats am 13. November 2024

aus dem Porträtbuch Ratsherren Regensburg (©wikimedia)

 

Leider habe ich übersehen rechtzeitig unsere kommentierte Version der Tagesordnung des Gemeinderats am 13. November 2024 zu erstellen. Diese sei hiermit in aller Kürze nachgereicht.

Die Sitzung findet, wie üblich, um 19:00 im Sitzungssaal (Perlashof; Eingang gegenüber Cafe Perlas) statt.

Der Termin der Gemeinderatswahl (26. Jänner 2025) rückt übrigens immer näher. Diese Sitzung ist eine der letzten Möglichkeit sich selber ein Bild von den zu wählenden Ortsvertretern zu machen. Da die Agenda keine besonderen Streitpunkte vorsieht, könnten auch Menschen die sich selbst einen leichteren Magen attestieren bedenkenlos kommen ;)

1. Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit und Eröffnung

Formalangelegenheit.

2. Genehmigung des Sitzungsprotokolls der Gemeinderatssitzungen am 11.09.2024

Unter BGM Wimmer wurde beschlossen die (früher wortreicheren) Protokolle auf das gesetzliche Minimum (im Grunde nur die Abstimmungsergebnisse) zu reduzieren. Wir finden das schade. Aber damit haben wir auch nur selten etwas am Protokoll der Vorsitzung zu beanstanden.

3. Bericht des Bürgermeisters

 Informelle Informationen des Bürgermeisters.

Hoffentlich hören wir etwas über den Rohrhof und/oder die Erweiterung der Volksschule.

4. Bericht des Umweltgemeinderates

Umweltgemeinderat Karl Wagner wird u.A. über die Situation am Krottenbach berichten.

Außerdem wird es um die Zukunft von e5 in Biedermannsdorf gehen. Unser Engagement in dieser Initiative für energieeffiziente Gemeinden war vor Jahren recht ambitioniert gestartet aber droht zu versanden.

5. Bericht der Obfrau des Prüfungsausschusses

Der Prüfungsausschuss hat wie immer fleißig getagt und Gemeinderätin Manuela Ronne legt den Bericht vor.

6. Nachtragsvoranschlag 2024

Hinter dem schönen Wort "Nachtragsvoranschlag" verbirgt sich, dass im Nachhinein auf das Budget 2024 an die tatsächlich getätigten Ausgaben und lukrierten Einnahmen angepasst wird. Das ist ein üblicher Vorgang und sollte im Optimalfall keine oder nur sehr geringe Anpassungen beinhalten. Wir werden sehen . . .

7. Bestellung Abschlussprüfer/in Biedermannsdorfer-Mehrzweckhallen Betriebs GmbH

Alle 3 Jahre muss eine neue (andere) Firma mit der Prüfung der Mehrzweckhalle betraut werden.

8. Wahlentschädigung

Wahlhelfer, Wahlzeugen und so weiter bekommen eine finanzielle Entschädigung. Aber nicht alle. Und nicht bei allen Wahlen. Der Beschluss ist da etwas verworren formuliert. Wahrscheinlich geht es diesmal konkret um die Entschädigungen bei der Gemeinderatswahl.

(bevor sie sich fragen: Gemeinderätinnen bekommen nichts)

9. Fördervertrag für Wasserleitung Wienerstraße und Kanal Resselstraße

Dazu hat der Autor keine besonderen Infos.
Scheint aber kein besonderer Aufreger zu werden.

10. Änderung Flächenwidmungsplan für die Laxenburger Straße 3

Der Flächenwidmungsplan entspricht hier nicht den tatsächlichen Gegebenheiten und soll angepasst werden.

11. Änderung Bebauungsplan Laxenburgerstraße 3

 Selbiges wie oben.

12. Ehrungen Blasmusikkapelle

 Die Blaskapelle soll wegen einem Jubiläum Ehrungsmedaillen für die Uniformen erhalten.

13. Richtlinien Gemeindewohnungen

 Wenn Sie sich auf Streit einstellen wollen, dann eventuell hier.

6 Jahre hat es gedauert, bis wir endlich neue und halbwegs objektive Richtlinien für die Vergabe von Gemeindewohnungen bekommen. Auf den letzten Metern sind noch immer ein oder zwei Wortlaute "Interpretationsfrage". Möglich, dass wir das schnell ausräumen. Möglich, dass wir hier länger diskutieren. Es sind (ernsthaft) wichtige Wortlaute . . .

14. Heizkostenzuschuss 2024/2025

 Der diesjährige Heizkostenzuschuss wird beschlossen.

(Jetzt wo ich das schreibe, finde ich, dass wir das immer sehr spät im Jahr beschließen. Muss ich mir für nächstes Jahr notieren.)

15. Weihnachtsaktion 2024

 Die Weihnachtsaktion für finanziell schwach aufgestellte Familien wird beschlossen.

16. Subventionen und Mitgliedsbeiträge

Wie schon öfter berichtet wurden die Anträge aller Vereine die nicht aus Biedermannsdorf stammen (u.A. Hospiz und Frauenhaus) ans Ende des Jahres verschoben "wenn dann noch was im Fördertopf ist". Nicht unsere Idee.
Aus den Unterlagen geht nicht hervor, dass die dieses mal behandelt werden. Also nehmen wir an, dass sie dann Thema in der Dezember Sitzung sein werden (die inoffiziell nur für den Beschluss des Budgets 2025 gedacht ist).

17. Allfälliges

 ALLfälliges. Nicht ABfälliges.

18. Vertretung Rechtsanwälte – nicht öffentlicher Teil

 --

19. Zuwendung aus dem Sozialfond – nicht öffentlichen Teil

 --

20. Personelles – nicht öffentlicher Teil

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Freitag, 8. November 2024

Link-Kisterl KW 45

Hier wieder unsere wöchentliche aktuelle Sammlung an Links, die uns in den letzten sieben Tagen untergekommen sind und nicht anderweitig verwurstet wurden. Nicht immer "Grün". Manchmal unterhaltsamer als informativ. Nur selten mit direktem Ortsbezug. Unsere einzige Regel: maximal zwei Sätze Erklärung/Kontext pro Link. Das muss reichen.

Falls Kritik an oder Anmerkungen zu einem der Links haben, würden wir uns sehr freuen hier im Blog oder auf Social Media darüber zu diskutieren.

Lesen:

  • Wenn Nehammer die Chance nützen will, die sich durch den Regierungsbildungsauftrag für ihn eröffnet hat, muss er einen umfassenden Neubeginn wagen. Zu einem Beitrag von Johannes Huber.
  • Ein gigantisches Schwimmbecken mit 140 Meter Länge und 100 Metern Breite könnte man mit den Limonadenprodukten der Marken Coca‑Cola, Fanta, Sprite und MezzoMix, die jetzt von Coca-Cola zurückgerufen werden, ein Meter hoch anfüllen. Durch die schiere Menge und den hohen Zuckergehalt ist die Entsorgung problematisch. Details dazu gibts hier.
  • Eine tolle, interaktive Grafik der ESA zeigt die geradezu apokalyptischen Veränderungen der Landschaft rund um Valencia im Zuge der Regenfälle vom 29. Oktober.
  • Der Rückbau des englischen Atomkraftwerks Sellafield wird noch etwa 100 Jahre dauern und 136 Milliarden Pfund kosten. Über die exorbitanten Folgekosten der angeblich so billigen Atomkraft lesen Sie un diesem englischsprachigen Beitrag im Guardian.
  • Über ADHS, Aufmerksamkeit und Nachhaltigkeit. Ein Beitrag in der Wiener Zeitung.
  • Die beiden Atomgroßmächte China und Indien legen ihren Grenzstreit im Himalaya bei und reduzieren das Risiko einer bewaffneten Eskalation im umstrittenen Grenzgebiet. Das ist zwar noch keine endgültige Lösung des langanhaltenden Grenzstreits, aber ein deutliches Zeichen der Entspannung. Mehr in diesem ORF- Beitrag.
  • Was man als Besitzer eines e-Autos beim Werkstattbesuch erleben kann und welche Gerüchte über diese Antriebsart herumschwirren lesen Sie in diesem Artikel im Spiegel.
  • Mit aktuellem Stand befinden sich 13.230 Satelliten im All, 7.700  befinden sich im niedrigen Erdorbit und werden definitiv irgendwann abstürzen. Würde man heute aufhören, neue Satelliten ins All zu bringen, würden in den nächsten 10 Jahren Flugkörper mit einem Gesamtgewicht von 1.084 Tonnen in der Atmosphäre verglühen – allerdings kommen laufend neue Satelliten dazu, allein Starlink hat insgesamt Genehmigungen für 30.000 Satelliten, ähnliche Megaprojekte planen auch Amazon und OneWeb. Welche Konsequenzen das für die Atmosphäre haben könnte, lesen Sie in diesem Futurzone- Beitrag.
  • Gemeindebudgets erklärt aus der Nachbargemeinde. Zum Blogbeitrag.
  • Warum Chip-Tuning zwar zunächst den Fahrspaß erhöht, aber bald zum vorzeitigen Tod des Motors führen kann, und mit welchen aufwändigen Tricks die Autohersteller arbeiten, um Kosten zu senken, lesen Sie in diesem Beitrag für technisch Interessierte.
  • Ich war offen gesagt etwas schockiert zu hören, dass nach dem Ende der deutschen Ampel ausgerechnet Volker "keine Sektorenziele" Wissing im Amt bleiben soll. Aber nachdem mein Bruder mir folgenden Link geschickt hat (und mein anderer Bruder mir erzählt hat, dass Wissing sich als erster seit zig Jahren ernsthaft um die Bahninfrastruktur gekümmert hat) verspüre ich das Bedürfnis mich bei dem Mann zu entschuldigen. Ein Beitrag von Robert Pausch

Hören:

  • Ich habe in den letzten 2 Tagen sehr viele Podcasts zum Ausgang der US-Wahlen gehört. Wenn Sie nur einen hören wollen, würde ich Ihnen diesen hier sehr ans Herz legen (teilweise englischsprachig). Im Falter-Radio.

Anschauen:

  • Jonathan Pies Videos sind immer unterhaltsam, zugespitzt und selten jugendfrei. Sein zorniges Video zur US Wahl sollte man sich ansehen, aber nicht hundertprozentig für bare Münze nehmen. Auf Youtube.